Apotheken-Notdienst

Natürliche Hilfe bei Übelkeit

Wann sind die Beschwerden ein Fall für den Arzt?

Homöopathie und Phytotherapie bei leichten Beschwerden

Ingwer – traditionell bewährt

Pflanzliches Kombinationspräparat Iberogast®

Homöopathische Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen

Nach Erbrechen Elektrolytverlust ausgleichen

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Übelkeit und Erbrechen? Pflanzliche und homöopathische Mittel spielen diesen Beschwerden übel mit.

Gefühle von Übelkeit, Ekel und Erbrechen – auch wenn die Ursache meist harmloser Natur ist, ersehnt sich jeder das Ende des unangenehmen Zustandes. Wie Sie leichte Beschwerden mithilfe von Phytotherapie und Homöopathie lindern.

Übelkeit und Erbrechen treten als Begleitsymptome verschiedener Beschwerden oder Erkrankungen auf. Die Ursachen sind vielseitig: Nach dem Verzehren unverträglicher Nahrungsmittel beispielsweise leitet der Verdauungstrakt Signale an das Brechzentrum im Gehirn, welches den Vorgang des Erbrechens auslöst. Auch Magenschleimhautentzündungen oder eine Arzneimitteltherapie können für Übelkeit oder Erbrechen sorgen. Daneben sendet das Gleichgewichtszentrum im Ohr entsprechende Signale, beispielsweise wenn Kinder auf Reisen ungewohnten Bewegungen ausgesetzt sind. Auch bei Kopfverletzungen oder unbekannten Gerüchen schicken bestimmte Gehirnregionen Impulse an das Brechzentrum.

Wann sind die Beschwerden ein Fall für den Arzt?

Liegt der Übelkeit oder dem Erbrechen eine Erkrankung oder eine Verletzung zugrunde, ist von einer Selbstbehandlung abzuraten. Stattdessen sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Dies gilt ebenso, wenn die Symptome mit hohem Fieber, Schmerzen im Bauchbereich, kolikartigen Krämpfen oder Blut im Stuhl einhergehen. Dauern die Beschwerden länger als drei Tage oder ist das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigt, gehört die Therapie ebenfalls in die Hände eines Arztes. Darüber hinaus sollte akutes Erbrechen bei Kleinkindern, Säuglingen oder Schwangeren ohne eindeutige Ursache wie eine Autofahrt, ärztlich abgeklärt werden.

Homöopathie und Phytotherapie bei leichten Beschwerden

Die Apothekerin Julia Borsch stellt in der Deutschen ApothekerZeitung ausgewählte Mittel vor. Denn leichte Beschwerden und einfache Magenschleimhautentzündungen seien mit Mitteln der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und Homöopathie gut zu behandeln. Es gilt jedoch zu bedenken, dass es sich bei der Homöopathie um keine evidenzbasierte Medizin handelt.

Ingwer – traditionell bewährt

Aufgrund seiner Anti-Brechreiz-Wirkung (antiemetische Wirkung) ist Ingwer bei der Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden Mittel der Wahl. Auch bei Übelkeit und Erbrechen, die während des Reisens auftreten, wird die Pflanze gerne vorbeugend eingesetzt. Neben ihrer antiemetischen Wirkung regt sie die Darmbewegungen sowie das Produzieren und Absondern von Magensaft und Speichel an.

Verwenden Sie für eine Einzeldosis 2 g frisch gepulverte Droge und nehmen Sie diese mit etwas Flüssigkeit ein. Die Apothekerin Borsch empfiehlt eine maximale Tagesdosis von 4g. Nebenwirkungen sind keine bekannt. Die Datenlage zur Einnahme während Schwangerschaft und Stillzeit wird jedoch kontrovers diskutiert. Eine Selbstmedikation mit Ingwer sollten Schwangere und stillende Mütter deshalb im Vorfeld unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker absprechen.

Pflanzliches Kombinationspräparat Iberogast®

Neben Einzelpräparaten stehen zur Selbstmedikation Kombinationspräparate zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen zur Verfügung. Die Apothekerin empfiehlt das Präparat Iberogast®. Es enthält alkoholische Auszüge aus acht Drogen der Angelikawurzel, Kamillenblüten, Kümmelfrüchten, Mariendistelfrüchten, Melissenblättern, Pfefferminzblättern, Schöllkraut und Süßholzwurzel sowie eines frischen Exemplars der Bitteren Schleifenblume. Die Einnahme erfolgt dreimal täglich zu den Mahlzeiten, wobei die Dosis altersabhängig ist. Genaue Angaben finden Sie auf der Packungsbeilage. Als einzige Nebenwirkungen sind Überempfindlichkeitsreaktionen bekannt, die jedoch selten auftreten. Für Kinder unter drei Jahren ist Iberogast® nicht geeignet. Werdende und stillende Mütter sollten das Pflanzenheilmittel nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt und Apotheker anwenden.

Homöopathische Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen

Neben pflanzlichen Präparaten stellt die Apothekerin verschiedene homöopathische Mittel zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen vor. Nux vomica D6 eignet sich für Patienten, die unter unterschiedlichen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Sodbrennen, krampfartigen Bauchschmerzen, Blähungen oder Verstopfungen leiden. Darüber hinaus sei es als wirksames Mittel gegen morgendliches Erbrechen, Magenschmerzen nach dem Essen oder Übelkeit bekannt. Diese Beschwerden lassen sich unter anderem auf eine fettreiche Ernährung zurückführen, die neben Kaffee auch öfters vermehrten Alkoholkonsum einschließt.Trotz der Beschwerden falle den Betroffenen ein Verzicht auf die Ernährungsweise und Genussmittel wie Tabak schwer. Kopfweh, Völlegefühl und Aufstoßen treten zusätzlich zu den Magen-Darm-Beschwerden auf. Die Symptome sind generell morgens am stärksten. Nux vomica eignet sich deshalb ebenfalls gut als Katermittel am Morgen.

Mit Bezug auf das „Homöopathische Repetitorium: Arzneimittellehre für die tägliche Praxis“ der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) ist das Mittel bei akuten Beschwerden alle 30 bis 60 Minuten zu geben, bis eine Besserung eintritt. Die Gabe richtet sich je nach Alter des Betroffenen:

  • Säuglinge bis zu einem Alter von einem Jahr 1 - 2 Globuli
  • Kleinkinder 3 Globuli
  • Schulkinder und Erwachsene nehmen 5 Globuli oder 5 Tropfen oder eine Tablette.

Darüber hinaus eignen sich Arsenicum album D12 oder Veratrum album D6 gegen Erbrechen. Alternativ zu Nux vomica können Betroffene Ignatia D12 gegen Übelkeit einnehmen. Pulsatilla D6 hilft sowohl gegen Erbrechen als auch gegen Übelkeit.

Nach Erbrechen Elektrolytverlust ausgleichen

Durch dem Erbrechen verliert der Organismus Flüssigkeit und Elektrolyte, wie spezielle Eiweiße und Mineralstoffe. Um den Mangel wieder auszugleichen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Getränke aus Traubenzucker (Glucose) und Salzen wie Kochsalz, Natriumcitrat und Kaliumchlorid. Die Glukose ermöglicht es dem Darm, die verlorenen Salze und Flüssigkeit wieder aufzunehmen.

Quellen:

Julia Borsch: Nicht übel. Antiemetika in der Selbstmedikation. Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 44, Oktober 2014, S.34-38.

Dr. med. Marakus Wiesenauer, Annette Kerckhoff: Homöopathie für die ganze Familie. 10. ergänzte Auflage. Stuttgart: S. Hirzel Verlag 2010.

Deutsche Homöopathie-Union Karlsruhe vom 4.2.2016

Nordstadt-Apotheke  vom 4.2.2016

Quelle: apotheken.de
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