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Informationen über: Analfissuren

Krankheitsbild

Bei Afterschrunden, vom Mediziner als Analfissuren bezeichnet, handelt es sich um Einrisse im Analkanal, die bis in den inneren Schließmuskel reichen können. Sie sind in unserer Gesellschaft weit verbreitet und treten häufig in Verbindung mit Hämorrhoiden oder Mastdarmentzündung auf. Männer und Freuen werden etwa gleich häufig betroffen mit Schwerpunkt im mittleren Erwachsenenalter.

 

Typische Beschwerden sind plötzliche brennende, krampfartig stechende Analschmerzen, die sogleich bei der Stuhlentleerung einsetzen und meist mehrere Stunden anhalten. Der Schmerz kann in Rücken, Genitalbereich und Beine ausstrahlen. Auch kann es zu geringen hellroten, streifenförmigen Blutbeimengungen auf dem Stuhl oder am Toilettenpapier kommen. Nur in Ausnahmefällen tropfen oder fließen die Blutungen. Darüber hinaus berichten viele Betroffene über Brennen und Jucken im Analbereich.

Ursachen

Die genaue Ursache und der Auslöser der Analfissur sind immer noch weitgehend ungeklärt. Man vermutet als Auslöser eine mechanische Verletzung infolge Überdehnung der Afterschleimhaut, beispielsweise durch zu harten Stuhlgang oder durch nicht behutsam und ohne Gleitmittel durchgeführte anale Sexualpraktiken. Auch verstärktes Pressen bei der Darmentleerung, akut entzündliche Darmerkrankungen, Missbrauch von Abführmitteln und andere Faktoren können zum Entstehen einer Analfissur beitragen.

Verlauf/Folgen

Eine Analfissur kann sich infizieren. Es entwickelt sich dann ein Geschwür, das schwer heilt, weil es durch die Dehnung bei der Stuhlentleerung immer wieder offen gehalten wird. Dadurch resultieren dann die oft krampfartigen Schmerzen beim Stuhlgang.

 

Meistens heilt eine Analfissur von ganz allein ab. Oftmals reißen einmal abgeheilte Analfissuren jedoch wiederholt auf. Bei manchen Menschen bleibt die Abheilung allerdings aus und es entsteht eine chronische Analfissur mit einem schwieligen, derben Randwall. Auch die Entwicklung einer Fistel ist möglich.

Wann zum Arzt

Bei Schmerzen und Blutungen sollten Sie einen Arzt konsultieren.

Das können Sie tun:

Überblick

Sorgen Sie für gute Verdauung!

Essen Sie ballaststoffreich und trinken Sie viel.

Auch Hausmittel helfen, beispielsweise warme Sitzbäder und das mehrmals am Tag für jeweils fünf Minuten durchgeführte Kontrahieren des Schließmuskels.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Salben und Zäpfchen, die Ihre Beschwerden lindern und die Heilung fördern. Auch homöopathische Arzneimittel haben sich bewährt.

 

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichend helfen, kann eine Analdehnung mit einem Analdehner versucht werden. Auch eine Analdehnung unter Vollnarkose ist möglich. Sie gilt in Medizinerkreisen jedoch als nicht unumstritten, weil es zu einer Überdehnung und anschließender Stuhl-Inkontinenz kommen kann. Darüber hinaus sind eine Einkerbung des Schließmuskels, wodurch der Krampf nachlässt und die Fissur abheilen kann, sowie die verschiedensten chirurgischen Eingriffe möglich.

Medikamente

Hilfreich sind Salben und Gele mit anästhesierender, entzündungshemmender und adstringierender Wirkung. Zäpfchen werden weniger empfohlen, weil sie im Darm hoch rutschen und dann weniger wirken können. Als neue Therapieverfahren gelten die örtliche Anwendung von Nitrosalbe und die Injektionsbehandlung mit Botulinumtoxin.

 

Zur Unterstützung der Verdauung und Erzielen eines voluminösen Stuhls können vorübergehend zusätzlich milde Abführmittel mit Quellstoffen, wie zum Beispiel Leinsamen, Flohsamen oder Weizenkleie, eingenommen werden. Starke Abführmittel, die den Stuhlgang verflüssigen, sind nicht empfehlenswert, weil dadurch die Wunde unnötig gereizt werden könnte.

Homöop. Arzneimittel

Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Acidum nitricum

 

bei Blutungen und Splitterschmerz.

 

Aluminia

 

bei Kindern mit Verstopfung, trockenem, blutigen und rissigem After.

 

Antimonium crudum

 

bei Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall.

 

Graphites

 

bei Juckreiz und Brennen, besonders im Sitzen, und Verstopfung.

 

Paeonia

 

bei Nässen, Brennen und Wundheit.

 

Causticum

bei Blutungen, Eiter und schmerzhaftem Stuhldrang.

 

Natrium muriaticum

 

bei starken Schmerzen, Blutungen, trockener Haut und knolligem Stuhl.

 

Ernährung

Wichtig ist eine ballaststoffreiche Ernährung

Sie fördert Ihre Verdauung. Und damit Ihr Körper für die Verdauung der Ballaststoffe genügend Flüssigkeit hat, sollen Sie darüber hinaus viel trinken, am besten zwei Liter pro Tag.

 

Essen Sie reichlich ballaststoffreiche Lebensmittel!

Reich an Ballaststoffen sind beispielsweise:

  • Vollkornprodukte
  • Vollkornbrot
  • Kartoffeln
  • Gemüse (vor allem Hülsenfrüchte)
  • Obst.

 

Damit die Hautrisse schneller heilen, braucht Ihr Körper Biotin  (= das Vitamin H) und Zink. Biotin ist das Hautvitamin überhaupt, und Zink spielt bei der Wundheilung eine herausragende Rolle. Wenn Sie viel Vollkorn-Backwaren und hochwertiges Muskelfleisch sowie Hülsenfrüchte und Milchprodukte verzehren, wird Ihr Körper gut mit diesen Nährstoffen versorgt. Ergänzend bieten sich auch Zink- oder Biotin-Präparate an.

Hausmittel

Schmerzlindernd und heilungsfördernd wirken warme Sitzbäder, täglich zwei- bis viermal angewendet. Günstig ist ein Zusatz von Kaliumpermanganat, oder gerbstoffhaltigen Extrakten, beispielsweise aus Eichenrinde, Kamille oder Hamamelis.

 

Warmes Sitzbad mit Eichenrinde

  • Sorgen Sie für warme Füße, beispielsweise durch ein warmes Fußbad
  • decken Sie alle nicht badenden Körperteile warm ab.

Lassen Sie in Ihre Badewanne (besser: in eine spezielle Sitz-Badewanne, die Sie einfach auf Ihr WC aufsetzen können) warmes Wasser (Temperatur: 36-38°C) ein und baden Sie darin 10-15 Minuten. Trocken Sie sich danach ab (also nicht kalt duschen) und legen Sie sich am besten für 30 Minuten ins Bett.

Den Eichenrindenzusatz bereiten Sie auf folgende Art und Weise:

Sie benötigen:

  • 500 g Eichenrinde
  • ca. 3 Liter Wasser

Eichenrinde in dem Wasser ca. 10 Minuten auskochen. Dann die Flüssigkeit dem Teilbad zusetzen.

 

Sie können auch eine entzündungshemmende und heilungsfördernde Ringelblumensalbe auftragen

Zubereitung und Anwendung

Sie brauchen:

  • 60 g Bienenwachs
  • 500 ml Olivenöl
  • feuerfeste Glasschüssel, Gläser mit Schraubverschluss
  • und 2 - 5 g Ringelblumenblüten auf 100 g Salbe (das sind für 560 g Bienenwachs und Olivenöl 15-28 g getrocknete, zerkleinerte Ringelblumenblüten)

Schmelzen Sie das Bienenwachs mit Öl in der Glasschüssel und geben Sie anschließend die Blüten hinzu. Decken Sie die Glasschüssel ab und stellen Sie sie drei Stunden lang in einen warmen Backofen. Seihen Sie die Rückstände anschließend ab und füllen Sie die Salbe in Gläser. Erst nach Erkalten sie Gläser zuschrauben.

Man trägt die Salbe bis zu dreimal täglich auf die schmerzenden Stellen auf.

 

Sonstiges

Folgende Therapieverfahren werden u.a. eingesetzt:

  • Neuraltherapie: Lokale Infiltration mit Lokalanästhetika in Verbindung mit Eigenblut und Darmsanierung
  • Ozon- und Sauerstofftherapie
  • Elektroakupunktur nach Voll
  • UV-Bestrahlung mit Anteilen an UVB
  • Chirurgische Behandlung (wird heute kaum mehr durchgeführt, wegen erhöhter Gefahr von Inkontinenz in späteren Jahren)
  • Sphinkterdehnung nach Schmerzausschaltung

Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 11.07.2014

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Quelle: martens.de

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