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Aneurin

Wissenswertes

Vitamin B1 gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Entdeckt wurde es 1897. Damals stellte man fest, dass Hühner, die mit Abfällen eines Beri-Beri-Krankenhauses gefüttert wurden, die aus geschältem Reis bestanden, Symptome auftraten, die der Beri-Beri-Krankheit ähnelten. Kurze Zeit später fand man im Silberhäutchen des Reiskorns eine unbekannte Substanz, der eine Schutzfunktion vor Beri-Beri zugeschrieben wurde, das Vitamin B1, auch Thiamin oder Aneurin genannt.

 

Vitamin B1 spielt eine wichtige Rolle in zahlreichen Stoffwechselprozessen, besonders im Energiestoffwechsel. Deswegen ist es besonders für den Herzmuskel und das Gehirn (hoher Energiebedarf) wichtig.

 

Bedarf

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung benötigen Frauen pro Tag 1,0 mg Vitamin B1, Männer je nach Alter 1,3 bis 1,0 g, Kinder je nach Alter entsprechend weniger. Erhöht ist der Bedarf in Schwangerschaft (1,2 mg/Tag) und Stillzeit (1,4 mg/Tag), sowie bei Alkoholikern und bei besonders kohlenhydratreicher Ernährung (Süßigkeiten, Limonaden usw.). Auch Personene, die bestimmte Krebsmedikamente oder Frauen, die Kontrazeptiva einnehmen, haben einen erhöhten B1-Bedarf.

In der letzten großen nationalen Verzehrsstudie des BFI für Ernährung und Lebensmittel wurde festgestellt, dass im Durchschnitt (bis auf ca. 25% der Befragten, dabei hauptsächlich Frauen ab 65) die tägliche Zufuhr an Vitamin B1 mehr als ausreichend ist.

Mangel

Ein Vitamin B1-Mangel ist bei uns sehr selten. Relativ häufig ist er bei Alkoholikern zu finden, weil Alkohol die Aufnahme des Vitamin B1 behindert. Dies kann zum Delirium führen. Auch bei stark kohlenhydrathaltiger Kost können Anfangssymptome eines Vitamin B1-Mangels auftreten, insbesondere hervorgerufen durch Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel. Typische Symptome sind Erschöpfungszustände, Müdigkeit, Appetitabnahme, Verdauungsstörungen und Störungen des seelischen Gleichgewichts. Bei einem gravierenden Vitamin B1-Mangel kommt es zu Herzrasen, Atemnot, Beklemmungsgefühlen, Wasseransammlungen, Skelettmuskelschwund, Herzmuskelschwäche und Störungen im Nervensystem. Diese äußern sich in Muskelschwäche, Nervenentzündungen, Krämpfen bis hin zu Lähmungen und psychischen Veränderungen. Auch die Beri-Beri-Krankheit gehört zu diesen Störungen des Nervensystems.

 

Diese Lebensmittel enthalten besonders viel ...

Fleisch

Leber, Niere, Herz, Hirn, vor allem im Schweinefleisch

 

Fisch

Flunder, Thunfisch, Lachs, Aal, Makrele

 

Nährmittel

Roggenkeime, Weizenkeime, Reis, Vollkornprodukte, Eierteigwaren, Maismehl, Haferflocken, Cornflakes, Vollkornprodukte

 

Eier

Eigelb

 

Gemüse

Gemüse allgemein, aber besonders in Kartoffeln, Hülsenfrüchten (Bohnen, Erbsen, Linsen), Sojabohnen, Spargel, grünem Gemüse

 

Obst

Dörrobst (Rosinen, Feigen, Pflaumen)

 

Getränke

Hefe (vor allem getrocknete Bierhefe), Malzprodukte, Sonnenblumenkerne, Sesam, Mohn, Nüsse (z.B. Walnüsse)

 

Bei der Zubereitung gehen verloren durch

  • Kochen 40%
  • Dämpfen 21%
  • Dünsten 14%

Literaturquellen





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Quelle: martens.de

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