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Krankheitsbild

Von einer Verstauchung spricht man, wenn Gelenke - meist Fußgelenke - überdehnt, gezerrt oder eingerissen werden. Häufigste Ursache ist das so genannte Umknicken. Hiervon ist meistens das Sprunggelenk betroffen.

Die Beschwerden reichen je nach Stärke der Verletzung von einem kurzen Schmerz, bei dem die Belastbarkeit des Gelenks nicht nennenswert gemindert ist, bis zum lang anhaltenden Schmerz mit sichtbarer Schwellung. Bei ernsthafterer Verletzung kann das Gelenk gar nicht mehr belastet werden.

Ursachen

Wird ein Gelenk übermäßig bewegt, beispielsweise beim Umknicken, können die Bänder gezerrt werden oder sogar reißen. Das Risiko sich eine Verstauchung zuzuziehen steigt, wenn die Bänder durch häufige Verletzungen "ausgeleiert sind" und prinzipiell bei der Ausübung von Laufsportarten.

Wann zum Arzt

Bei einer Bänderzerrung sollte nach sofortiger Kühlung, Kompression und Hochlagerung unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Er wird durch eine Untersuchung das Ausmaß der Verletzung klären. Falls beispielsweise Bänder gerissen sind, kann eine Operation erforderlich werden. Außerdem muss geprüft werden, ob möglicherweise auch der Knochen verletzt ist. Weiterhin sollten Betroffene, die zu Thrombosen neigen, bei Verstauchungen, Prellungen und Blutergüssen in jedem Fall einen Arzt aufsuchen und ihn über die Gefahr dieser Komplikation informieren.

Das können Sie tun:

Überblick

Wichtig ist, dass die Verstauchung von Anfang an richtig behandelt wird. Wenn Sie hiermit zu lange warten, verzögert sich allein dadurch der Heilungsprozess um Tage oder sogar Wochen. Am besten merkt man sich die P-E-C-H Regel, was für  Pause, Eis, Compression und Hochlegen steht.

 

Wichtigste Erstmaßnahme ist Kühlen!

Hierfür eignen sich vor allem Eissprays, zerkleinertes Eis im Plastikbeutel und der so genannte Prießnitz-Wickel. Dabei sollten Sie darauf achten, dass das Eis oder das Eisspray möglichst nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommt, weil sonst Kälteschäden entstehen können. Decken Sie daher die Haut zuvor mit einem Lappen o.ä. ab.

Lagern Sie dann die betroffenen Gliedmaßen hoch und legen Sie gegebenenfalls eine elastische Binde an, aber achten Sie darauf, dass keine Abschnürungen auftreten! Kühlen Sie durch den Verband weiter.

 

Später helfen Sportsalben

Erst nach diesen Erstmaßnahmen können so genannte Sportsalben oder -gele verwendet werden. Aber achten Sie bitte darauf, dass diese Salben erst nach einer ausreichenden Kühl- und Hochlagerungsphase angewandt werden, denn sie sind für die Akutphase ungeeignet!

Besonders bewährt haben sich äußerlich anzuwendende Produkte mit Beinwell-Extrakt. Sie werden in Form von Salbe und Umschlagpaste angeboten.

 

So beugen Sie zukünftig vor!

Wichtigste vorbeugende Maßnahme ist das richtige Schuhwerk. Besonders gut geschützt wird das Sprunggelenk durch knöchelhohe Schuhe. Mit Hilfe gezielter krankengymnastischer Übungen können Sie darüber hinaus Ihre Muskulatur so weit stärken, dass Sie nicht mehr so leicht Umknicken.

Homöop. Arzneimittel

Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Arnica

 

Standardmittel, insbesondere bei gleichzeitigen Quetschungen und Blutergüssen; Zerschlagenheitsschmerz; auch in Form von Salbe geeignet.

 

Rhus toxicodendron

 

zur Schmerzlinderung im Wechsel mit Arnica.

 

Bryonia

 

wenn jede Bewegung stechende Schmerzen verursacht.

 

Bellis

 

wenn Arnica nicht die gewünschte Wirkung zeigt.

 

Ruta

 

bei Verstauchungen des Handgelenks.

 

Allgemeine Maßnahmen

Lagern Sie das betroffene Gelenk hoch und schonen Sie es! Beginnen Sie erst nach einigen Tagen mit einem leichten Bewegungstraining und belasten Sie das Gelenk auf jeden Fall erst nach Schmerzfreiheit. Zum Kräftigen, um erneuten Verstauchungen vorzubeugen, haben sich Hausmittel bewährt. Wir informieren Sie darüber gerne.

Hausmittel

Beginnen Sie sofort nach der Verstauchung mit kühlenden Umschlägen, beispielsweise mit einer Arnika-Alkohol-Mischung oder einem Prießnitz-Wickel. Ein Verband aus elastischen Binden hilft, stärkere Schwellungen zu vermeiden. Auch den Verband können Sie mit Eiswasser, Arnika oder Franzbranntwein tränken! Und wenn Sie häufiger zu Verstauchungen neigen, dann kräftigen Sie Ihr Gelenk durch mehrwöchige Einreibungen mit Ameisenspiritus oder Franzbranntwein. Beugen Sie weiteren Verletzungen vor, indem Sie Ihr Gelenk durch spezielle Bandagen stützen.

 

Prießnitz-Wickel

Sie benötigen eine Fangopackung oder saugfähiges Tuch und Eiswürfel.

Fangopackung/saugfähiges Tuch in mit Eiswürfel versetztes Wasser tauchen. Leicht auswringen. Dann um die schmerzende Partie legen und dicht umwickeln. Alle 15 Minuten wiederholen.


Literaturquellen





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Quelle: martens.de

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