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Informationen über: Dünndarmresektion

Krankheitsbild

Unter einer Dünndarmresektion versteht man die Entfernung eines Teiles des Dünndarms.

 

Der Dünndarm ist lang genug

Der Dünndarm ist ein Teil des Darmes, in dem der Körper viele Nährstoffe aus dem Nahrungsbrei aufnimmt. Wenn nun, aus welchem Grund auch immer, ein paar Abschnitte operativ entfernt werden, so braucht dies den Betroffenen nicht zu beunruhigen, denn der Dünndarm ist so lang, dass der Körper problemlos auf einige Teile verzichten kann.

Ursachen

Die Entfernung einzelner Dünndarmabschnitte wird in der Regel aufgrund einer Erkrankung oder einer Komplikation erforderlich, beispielsweise aufgrund eines Darmverschlusses, einer Bauchfellentzündung, einer entzündlichen Darmerkrankung, einem Geschwür, einer Fistel oder einer anderen Erkrankung.

 

Darüber hinaus ist dies oft das letzte Mittel für Menschen mit extremem Übergewicht. Sie begrenzen mit dieser Maßnahme ihre "gute Futterverwertung" und vermindern dadurch ihr Körpergewicht. Das Abnehmen ist Betroffenen, denen Teile des Dünndarms aus anderen Gründen entfernt wurden, aber in der Regel nicht willkommen. Bei allen kann es neben dem Gewichtsverlust zu Verdauungsstörungen kommen, die sich durch Durchfälle und Fettstühle bemerkbar machen.

Wann zum Arzt

Bei stärkeren oder anhaltenden Verdauungsbeschwerden sollten Sie auf jeden Fall Ihren Arzt aufsuchen.

Das können Sie tun:

Überblick

Um trotz des verkürzten Dünndarms das Körpergewicht zu halten und Verdauungsbeschwerden vorzubeugen, achten Sie vor allem auf die richtige Ernährung. Sie muss leicht verdaulich sein und genügend Kalorien und Nährstoffe enthalten, damit Ihr Körper alles erhält, was er braucht. Verzichten Sie auf große Mahlzeiten und nehmen Sie Ihre Nahrung lieber in vielen kleinen Portionen über den Tag verteilt zu sich. So hat Ihr Körper ausreichend Zeit für die Verdauung und kann die enthaltenen Nährstoffe optimal aufnehmen.

Ernährung

In den ersten Wochen nach der Operation kommt es zu hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten. Das Stuhlvolumen beträgt über 2,5 Liter pro Tag. Deshalb ist in dieser Phase eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine künstliche Ernährung essentiell.

 

Damit der Darm seine Funktion nicht weiter reduziert, wird möglichst frühzeitig mit einfacher Kost begonnen, beispielsweise einer Formuladiät. Ziel ist eine gesunde Mischkost bzw. eine leichte Vollkost. Das heißt, Sie dürfen eigentlich alles essen, was Sie vertragen. Teilen Sie Ihre Nahrung auf viele kleine Mahlzeiten, bis zu zwölf am Tag, auf. Das hilft, die verbliebene Aufnahmekapazität des Darms optimal zu nutzen. Vitamine und Spurenelemente müssen dennoch oftmals zusätzlich zugeführt werden. Als besonders kritisch gelten: Vitamin K, A, E, D und B12.

 

Überprüfen Sie regelmäßig Ihr Körpergewicht! Wenn Sie ständig abnehmen, ist möglicherweise eine zusätzliche parenterale Ernährung erforderlich. Nehmen Sie dann Kontakt mit Ihrem Arzt auf!

 

Folgende Tipps haben sich in der Praxis bewährt:

·         Decken Sie Ihren Fettbedarf zu 50 bis 70 % mit so genannten MCT-Fetten.

·         Meiden Sie Lebensmittel, die viel Oxalsäure enthalten.

·         Trinken Sie erst eine Stunde nach der Nahrungsaufnahme.

·         Verzichten Sie auf große Mahlzeiten. Essen Sie lieber 6-8 kleine oder verteilen Sie Ihre Nahrung auf viele kleine Portionen, die Sie über den Tag verteilt zu sich nehmen.

·         Essen Sie höchstens geringe Mengen von Lebensmitteln, die Milchzucker (= Laktose) oder Einfachzucker enthalten. Insbesondere Milchzucker (vor allem enthalten in Milchprodukten) vertragen viele Betroffene nicht.

·         Kauen Sie gut und speicheln Sie Ihre Nahrung besonders gut ein. So unterstützen Sie Ihren Körper optimal bei der Verdauung.

Häufig schlecht vertragen werden folgende Lebensmittel:

Fleisch

Schwein

Fisch

Aal, Hering, Lachs, Sardine, Makrele, Thunfisch

Nährmittel

Vollkornprodukte, Müsli, Nüsse

Fett

Schmalz, Sahne, frittierte Speisen

Milchprodukte

Milch bzw. Milchpulver, Joghurt, Quark, Schmelz- und Kochkäse, Eis, Milchschokolade

Gemüse

Mangold, Spinat, Rhabarber, Spargel

Obst

Pflaumen, Feigen, Rosinen

Sonstiges

schwach entölter Kakao, Petersilie

sowie insgesamt ballaststoffreiche Lebensmittel (z.B. Vollkornbrot, Vollkornprodukte, Nüsse, Müsli) und fettreiche Produkte (Frittiertes, Schmalz, Sahne, fettreicher Käse, Wurst).

 

Gut vertragen werden i.d.R. folgende Lebensmittel:

Fleisch

Kalb, Geflügel

Fisch

Forelle, Kabeljau, Rotbarsch, Schellfisch

Nährmittel

Reis, Nudeln, Hafer, weißer Toast, Zwieback

Fett

MCT-Fette

Milchprodukte

Frischkäse

Eier

Eigelb, Eiklar

Gemüse

Kartoffeln, Mohrrüben, Fenchel

Obst

Äpfel, Birnen, Zitrusfrüchte

 

Je kleiner das verbliebene Dünndarmstück ist, desto schwieriger wird es für Ihren Körper, seinen Bedarf an Nährstoffen zu decken. Wenn Sie einem Mangel vorbeugen oder einen bestehenden beseitigen möchten, können Sie auf diätetische Fertignahrung und/oder auf Nahrungsergänzungsprodukte mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zurückgreifen.


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 15.02.2015

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Quelle: martens.de

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