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Informationen über: Fettleber

Krankheitsbild

Bei etwa jedem vierten Erwachsenen lässt sich eine Fettleber nachweisen, bei stark übergewichtigen Personen haben sogar 3/4 der Personen eine Fettleber entwickelt.

 

Von einer Fettleber spricht man, wenn die Hälfte der Leberzellen verfettet ist. Sie zählt zu den häufigsten Lebererkrankungen. Eine Fettleber macht in den allermeisten Fällen keine Beschwerden, erst wenn noch eine Entzündungsreaktion (Fettleberhepatitis) hinzukommt, können Beschwerden wie Druck im Oberbauch, Völlegefühl und Leistungsminderung auftreten. Der Arzt stellt darüber hinaus meist eine Lebervergrößerung fest.

 

Diese Aufgaben hat Ihre Leber

Die Leber ist mit einem Gewicht von etwa 1,5 kg die größte Drüse unseres Körpers. Sie liegt auf der rechten Körperseite im Oberbauch unmittelbar hinter den untersten Rippen. Der linke Lappen reicht weit nach links hinüber.

Die Leber erfüllt vielfältige und lebenswichtige Aufgaben: Sie sorgt beispielsweise für die Verdauung der Fette, indem sie die so genannte Galle bildet. Diese fließt über die Gallengänge direkt in den Zwölffingerdarm. Ihre wichtigste Funktion ist aber die Entgiftung von Fremdstoffen, wie beispielsweise Alkohol, Nikotin, Medikamenten und anderen. Weiterhin baut sie Eiweißstoffe zu körpereigenem Eiweiß um, baut nicht mehr benötigte Hormone und rote Blutkörperchen ab, lagert das dabei freiwerdende Eisen ein, bildet wichtige Substanzen für Blutgerinnung und körpereigene Abwehr, legt Energiereserven an u.v.a.m.

Sie sehen, welch vielfältige Aufgaben die Leber hat und wie wichtig es daher ist, für ihre Gesundheit zu sorgen.

Diagnose

Der Sicherung der Diagnose dienen eine Ultraschalluntersuchung der Leber sowie die Bestimmung bestimmter Blutwerte, insbesondere der Enzyme GGT und GPT/GOT. In einzelnen Fällen wird der Arzt darüber hinaus eine Leberbiopsie veranlassen.

Ursachen

Eine häufige Ursache ist Überernährung

Eine Fettleber kann viele verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten beruht sie auf Überernährung (so genannte Mastfettleber) oder Alkoholmissbrauch (so genannte alkoholische Fettleber).

Daher findet sich die Mastfettleber ausschließlich bei Übergewichtigen. Durch das Zuviel an Nahrung kommt es bei ihnen zu einer verstärkten körpereigenen Fettsynthese und -einlagerung.

 

Neben der Mastfettleber existiert die alkoholbedingte Fettleber

Die alkoholische Fettleber beruht auf chronischem Alkoholmissbrauch. Wer nur mal am Wochenende zuviel trinkt oder sogar als "Quartalssäufer" gilt, braucht hier keine Sorgen zu haben. Denn damit sich eine alkoholische Fettleber entwickelt, ist regelmäßiger hoher Alkoholgenuss erforderlich. So müssen Männer über drei Wochen täglich mehr als insgesamt 60 g Alkohol, Frauen mehr als 20 bis 30 g Alkohol zu sich nehmen.

 

Weitere Ursachen für eine Fettleber

Es existieren noch viele weitere Ursachen für eine Fettleber, so können z. B. auch chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, verschiedenste Medikamente u. a. zu einer Fettleber führen. Im Einzelfall muss der Arzt die Forschung nach der Ursache betreiben.

 

Essen und Trinken Sie in Maßen

Wer mit Kalorien oder Alkohol entsprechend über die Stränge schlägt, entwickelt schnell eine Fettleber. Aber auch eine Eiweißmangelernährung, Fettstoffwechselstörungen, Drogen und andere leberschädigende Stoffe können ursächlich zu einer Fettleber führen.

 

Wenn oben aufgeführte Ursachen ganz sicher nicht auf Sie zutreffen,

und/oder in Ihrer Familie Diabetes mellitus und/oder Leberzirrhose bzw. Leberkrebs vorkommt, dann sprechen Sie Ihren Arzt unbedingt einmal darauf an. Denn in seltenen Ausnahmefällen können Veränderungen der Leber eine Fettleber vortäuschen, beispielsweise bei der Eisenspeicherkrankheit Hämochromatose im Frühstadium (das ist eine Erbkrankheit, die bei jedem 200.-400. vorkommt). Eine Analyse sämtlicher Eisen-Parameter im Blut gibt dann Gewissheit.

Verlauf/Folgen

Wenn Sie die Ursache konsequent ausschalten, hat Ihre Leber die Möglichkeit, sich vollständig zu erholen. Andernfalls müssen Sie damit rechnen, dass sich aus der Fettleber eine Fettleberentzündung entwickelt. Im weiteren Verlauf kann sich das geschädigte Drüsengewebe in Bindegewebe umwandeln, daraus kann sich eine tödlich verlaufende Leberzirrhose entwickeln. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass sich aus den ehemaligen Drüsenzellen Tumorzellen bilden, die zu einem Leberkarzinom heranwachsen.

Außerdem scheint die Fettleber eine zentrale Bedeutung für die Entstehung des metabolischen Syndroms zu haben, aus dem sich wiederum sehr oft ein Diabetes vom Typ 2 entwickelt.

Wann zum Arzt

Jede Lebererkrankung gehört in die Hand eines Arztes. Sollte die Ursache der Fettleber nicht klar sein, so liegt es in seiner Verantwortung nach möglichen Ursachen zu forschen.

Das können Sie tun:

Überblick

Alle, die eine Fettleber haben, egal ob diese leicht oder schwer ist, müssen ihre Leber unbedingt längere Zeit entlasten, damit sie sich wieder richtig erholen kann. Doch, wer sie schont, hat gute Heilungssaussichten, denn sie kann sich hervorragend regenerieren. Entscheidend ist, dass Sie die auslösende Ursache beseitigen, beispielsweise das Übergewicht und/oder den übermäßigen Alkoholgenuss und dass Sie sich entsprechend ernähren. Ergänzend haben sich ausgiebige körperliche Bewegung und homöopathische Arzneimittel bewährt.

Medikamente

Da eine Fettleber durch eine Vielzahl von Medikamenten ausgelöst oder begünstigt werden kann, sollten die eingenommenen Medikamente kritisch bewertet und nach einer sorgfältigen Abwägung der Vor- und Nachteile zur Entlastung der Leber nach Möglichkeit abgesetzt werden.

Homöop. Arzneimittel

Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Acidum sulfuricum

 

bei Verlangen nach Alkohol und Kältegefühl im Magen; Hitzewallungen, saurer Schweiß, Mattigkeit, Zittern.

 

Antimonium crudum

 

bei weißem Belag auf der Zunge, wunden Mundwinkeln und Völlegefühl im Magen; Missmutigkeit; Verschlimmerung durch Essen; Besserung durch Ruhe und frische Luft.

 

Carduus marianus

 

bei Verstopfung, Schmerzen, evtl. Koliken und Übelkeit.

 

Iris versicolor

 

bei Übelkeit, Sodbrennen, saurem Erbrechen, Magenbrennen; saurer, reichlicher, wässriger Stuhl, ständiger Speichelfluss, Migräneneigung.

 

Jodum

 

bei Verstopfung mit trockenen Stühlen, Abmagerung und Hitzegefühl; Bewegungsdrang, Heißhunger, Durst, Unruhe.

 

Lycopodium

 

für missmutige Menschen; Schwäche, gelbliche Hautfarbe; Reizbarkeit, Heißhunger, sich beim Essen rasch entwickelndes Völlegefühl, Verstopfung.

 

Natrium sulfuricum

 

bei Blähungen und morgendlichem Durchfall; Melancholie, schlechte Laune, Berührungsempfindlichkeit in der Lebergegend, stechende Schmerzen beim tiefen Einatmen in der Leberregion; Verschlimmerung durch feuchtes Wetter.

 

Ernährung

Die wichtigsten Ernährungsregeln bei Fettleber

Vermeiden Sie die Auslöser

Wissen Sie, was Ihre Fettleber verursacht hat? Vermeiden Sie konsequent den Auslöser! Wenn Ihre Fettleber auf einem übermäßigen Alkoholkonsum beruht, sollten Sie beispielsweise konsequent auf jeden Tropfen Alkohol verzichten.

 

Halten Sie Normalgewicht

Wenn Sie übergewichtig sind, bauen Sie Ihr Übergewicht ab. Verzichten Sie in dieser Zeit auf Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel. Reduzieren Sie Ihren Kohlenhydratkonsum und verwenden Sie Fette (Margarine, Öl) mit einem hohen Anteil an essentiellen Fettsäuren (z.B. Distelöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl).

 

Essen Sie leichte Vollkost

Das heißt, Sie dürfen alles essen bis auf die Lebensmittel, die Beschwerden hervorrufen.

 

Leichte Vollkost

Bei der leichten Vollkost ernähren Sie sich weitgehend normal. Ausgeschlossen sind lediglich solche Lebensmittel oder Speisen, die Sie schlecht vertragen. Die folgende Liste enthält Nahrungsmittel, die erfahrungsgemäß bei entsprechenden Erkrankungen Unverträglichkeits-Erscheinungen auslösen können. Sie sollten daher in Ihrer Vollkost nur dann vorkommen, wenn Sie diese Produkte vertragen.

 

Oft schlecht verträglich bei Lebererkrankungen:

Obst, Gemüse

rohes Stein- und Kernobst, Pilze, Lauch, Hülsenfrüchte, Gurkensalat, Weißkohl, Grünkohl, Paprikagemüse, Sauerkraut, Rotkraut, Zwiebeln, Wirsing, Pommes frites, Kopfsalat, Kartoffelsalat, Nüsse

Milchprodukte

Sahne

Fleisch

paniert Gebratenes, Geräuchertes, Eisbein

Getränke

kohlensäurehaltige Getränke

Sonstiges

frittierte Speisen, fette Speisen, süße und fette Backwaren, hart gekochte Eier, frisches Brot, Bohnenkaffee, Mayonnaise

Sport/Fitness

Viel körperliche Bewegung beugt einer Verfettung der Leber vor. Sorgen Sie deshalb für regelmäßigen Sport. Ideal ist ein mehrmaliges Ausdauertraining pro Woche. Stimmen Sie jedoch Art und Intensität Ihres Sports vor Trainingsbeginn mit Ihrem Arzt ab.

Sonstiges

Sonstige Therapieverfahren

Folgende Therapieverfahren werden u.a. eingesetzt:

  • Akupunktur
  • ausleitende Verfahren (Schröpfung der Leber-Galle-Zone)
  • Elektroneuraltherapie
  • Sauerstoff- und Ozontherapie
  • Eigenbluttherapie
  • Kurzwellen- und Ultraschallbehandlung
  • Bindegewebsmassage im Leberbereich

Selbsthilfegruppen

Deutsche Leberhilfe e.V.

Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Telefon: 0221/2829980
Telefax: 0221/2829981
Email: info@leberhilfe.org
Internet: http://www.leberhilfe.org


Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e.V.

Jutta Riemer
Maiblumenstr. 12
74626 Bretzfeld
Telefon: 07946/940187
Telefax: 07946/940186
Email: info@lebertransplantation.de
Internet: http://www.lebertransplantation.de


Verein leberkrankes Kind e.V.

Reiner Pilz
Weimarer Str. 3
34379 Calden
Telefon: 05609/8090219
Telefax: 05609/804614
Email: pilz-calden@t-online.de


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 11.07.2014

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Quelle: martens.de

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