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Informationen über: Glutamat-Intoleranz

Krankheitsbild

Bei der Glutamat-Intoleranz handelt es sich um eine Nahrungsmittelallergie, also eine Überempfindlichkeit gegenüber Lebensmitteln, die Glutamat enthalten. Glutamate sind in Lebensmitteln weit verbreitet, denn sie dienen als Geschmacksverstärker. Weil sie vor allem in der chinesischen Küche viel verwendet werden, bezeichnet man die Erkrankung auch als Chinarestaurant-Syndrom.

 

Nach dem Genuss glutamathaltiger Speisen klagen Betroffene oftmals über Schwindel, Taubheit in den Extremitäten und Sehstörungen. Typisch sind auch Hitze- und Engegefühl oder ein Kribbeln im Hals. Die Beschwerden klingen meistens zwei bis drei Stunden nach den Mahlzeiten ab.

 

Bei einer Nahrungsmittelallergie handelt es sich um eine Überempfindlichkeit gegenüber Lebensmitteln. Hiervon sind etwa 8 Millionen Bundesbürger betroffen. Eine Nahrungsmittelallergie kann übrigens in jedem Lebensalter entstehen. Häufig entwickelt sie sich bereits in der frühen Kindheit.

 

Wenn Betroffene Lebensmittel essen oder trinken, auf die sie allergisch reagieren, kommt es zu Unverträglichkeits-Erscheinungen und Krankheitssymptomen. Diese können leichterer oder schwerer Art sein bis hin zu lebensbedrohlichen Formen. Obgleich Nahrungsmittelallergien häufiger werden, sind sie doch keine neue Erkrankung. Schon im ersten Jahrhundert nach Christus beschrieb B. C. Lucretius in anderweitigen Zusammenhängen eine Nahrungsmittelunverträglichkeitsreaktion. Erst im 19. Jahrhundert allerdings begannen die Ärzte, sich damit eingehender zu befassen.

 

Diese Beschwerden können Nahrungsmittelallergien hervorrufen

Je nach Körperregion, die reagiert, stehen verschiedene Symptome im Vordergrund. Besonders typisch sind beispielsweise an der Haut rote, juckende Stellen und Quaddeln, als ob man mit Brennnesseln in Berührung gekommen ist und Schwellungen im Gesicht (oft sind die Lippen betroffen) sowie im Mund- und Rachenraum. An den Augen kommt es meist zu Rötungen, Tränenfluss und Juckreiz und an den Atemwegen zu Niesreiz, Behinderung der Nasenatmung, Schnupfen, Husten, Atemnot, Engegefühl in der Brust sowie Juckreiz im Ohrenbereich und Entzündungen im Mittelohr. Im Magen-Darm-Trakt können Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl, Bauchschmerz, Übelkeit Durchfall, sowie Juckreiz und Rötung am Darmausgang hervorgerufen werden.

 

Wer an derartigen Symptomen leidet, hat aber nicht unbedingt eine Nahrungsmittelallergie, denn Ursache solcher Beschwerden können auch andere Krankheiten sein. Wer allerdings eine Nahrungsmittelallergie als Ursache vermutet, muss möglicherweise viel Zeit einplanen, bis er Gewissheit hat, denn die Diagnose ist sehr schwierig. Meistens liegt der Zusammenhang zwischen der allergischen Reaktion und dem auslösenden Nahrungsmittel nicht so klar auf der Hand. Auch kommen unendlich viele Stoffe in Betracht. Daher dauert es meist lange, bis die eigentliche Ursache gefunden ist.

Diagnose

Die Diagnose ist schwierig, langwierig und unzuverlässig

Wenn eine Nahrungsmittelallergie als Ursache vermutet wird, muss der Betroffene viel Zeit einplanen, bis er Gewissheit hat. Denn die Diagnose ist mühsam, weil der Zusammenhang zwischen der allergischen Reaktion und dem auslösenden Nahrungsmittel meistens nicht klar auf der Hand liegt. Die Allergie-Enttarnung ist oft mit wahrer Detektivarbeit verbunden. Auch kommen unendlich viele Stoffe als Auslöser in Betracht. So dauert es meist lange, bis das verursachende Lebensmittel gefunden ist.

 

Dabei stützt sich die Allergiediagnostik auf vier Säulen:

1.

Beobachtungen: Wann, wo und wie treten die Symptome auf?

Als besonders hilfreich hat sich das Führen eines Ernährungs-Tagebuches erwiesen (1/2 bis einen Monat). Darin schreiben Sie akribisch genau auf, was Sie wann gegessen haben und welche Beschwerden aufgetreten sind.

2.

Haut- oder Bluttests: Damit wird festgestellt, ob der Körper Antikörper gegen einzelne Nahrungsmittel gebildet hat.

Mit Hilfe des Bluttests, so genannter RAST-Test, lassen sich viele Allergien recht zuverlässig diagnostizieren.

3.

Weglass-Diät (auch Auslass-Diät genannt)

4.

Provokationstests

 

Bei der Weglass-Diät werden die Nahrungsmittel, die möglicherweise die Beschwerden verursachen, aus der Ernährung eliminiert. Wenn sich die Beschwerden binnen einer Woche bessern, liegt der Verdacht nahe, dass eines oder mehrere der weggelassenen Lebensmittel der Verursacher war. Durch Modifizieren der Weglass-Diät lässt sich im Laufe der Zeit herausfinden, welche Lebensmittel nicht vertragen werden.

Genauer als die Weglass-Diät ist die so genannte Provokations-Kost, die nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden darf. Sie enthält absichtlich die möglichen Nahrungsmittelallergene, weil so festgestellt werden soll, wann welche Beschwerden auftreten.

 

Als neuere Methode gilt die direkte Applikation des Allergens auf die Magen- oder Darmschleimhaut. Im Rahmen einer Magen- bzw. Darmspiegelung wird dabei beobachtet, ob die Schleimhäute allergisch reagieren. Eine weitere und zuverlässige Diagnose, die auch problemlos bei Kleinkindern und Säuglingen angewendet werden kann, besteht darin, dass die Patienten ein DNCG-haltiges Antiallergikum einnehmen. Bessern sich die Beschwerden oder bleiben sie sogar aus, spricht alles für eine Nahrungsmittelallergie.

Ursachen

Die Anlage zu Allergien wird vererbt

An Allergien erkranken in erster Linie Menschen, die allgemein zu Allergien neigen oder in deren Familie Allergien vorkommen. Bei ihnen wendet sich die körpereigene Abwehr nicht nur gegen Krankheitskeime wie Bakterien, Viren und ähnliches, sondern auch gegen andere Substanzen, wie beispielsweise Nahrungsmittel oder Nahrungsmittelzusätze, zum Beispiel Glutamat. Welche Stoffe dabei die eigentlichen Auslöser sind, ist individuell und regional völlig verschieden.

 

Pseudoallergien verursachen ähnliche Beschwerden

Darüber hinaus gibt es Stoffe, die Beschwerden auslösen, die mit denen einer Nahrungsmittelallergie identisch sind. Weil hier keine wirkliche Allergie vorliegt, spricht der Mediziner dann von einer so genannten Pseudoallergie. Zu den Substanzen, die so eine Pseudoallergie hervorrufen können, zählen beispielsweise Konservierungsmittel, Farbstoffe, Geschmackskorrigenzien und Arzneistoffe, auch Hühnerei, Schellfisch, Erdbeere, Tomate, Schokolade, Fisch, Schweinefleisch, Erdnuss, Hülsenfrüchte, Getreide und Ethylalkohol. Weiterhin können Thunfisch, reifer Käse, Schweinefleisch, Sauerkraut und bestimmte Weine allergieähnliche Beschwerden hervorrufen.

 

Die Allergene wirken auf verschiedenen Wegen

Wenn ein Allergiker mit seinen Allergenen in Kontakt kommt, werden Beschwerden ausgelöst. Der Kontakt selbst kann dabei mit der Haut stattgefunden haben, den Atemwegen, dem Verdauungstrakt und/oder dem Blut. Jeder einzelne Kontaktweg ist denkbar, aber auch alle Kombinationen. Und es muss nicht sofort zu Krankheits-Erscheinungen kommen. Mancher reagiert binnen einer Sekunde oder einigen Stunden, andere erst nach mehreren Tagen.

Auch muss die Körperstelle, die Beschwerden macht, nicht mit der Kontaktstelle übereinstimmen. So können beispielsweise durch Essen einer Suppe, die mit Glutamat zubereitet wurde, an vielen Körperstellen Quaddeln auftreten, ohne dass die Suppe diese Stellen berührt hat.

Das können Sie tun:

Überblick

Vermeiden Sie konsequent glutamathaltige Lebensmittel!

Das ist leider leichter gesagt, als getan. Denn Glutamat wird - obgleich es vielen Lebensmitteln zugesetzt wird - oftmals nicht ordnungsgemäß deklariert. Auch ist es nicht nur in Fertigprodukten zu finden, sondern auch im Restaurantessen oder der Kantinenverpflegung. Achten Sie beim Einkauf auf die Zutatenliste auf der Verpackung, Glutaminsäure und Glutamate finden Sie oft als E600 - E625 deklariert.

Ernährung

Vermeiden Sie konsequent alle glutamathaltigen Lebensmittel!

Leider ist dieses einfacher gesagt als getan, denn Glutamat ist ein so genannter Geschmacksverstärker und wird daher vielen Fertigprodukten, Restaurantessen sowie der Kantinenverpflegung beigefügt. Zwar müssen Zusatzstoffe wie Glutamate in Lebensmitteln deklariert werden, halten sich viele leider nicht daran. Prüfen Sie trotzdem stets die Angaben zur Zusammensetzung bei Lebensmitteln und die Zusatzstoffdeklarationen auf der Speisekarte im Restaurant, im Imbiss sowie der Kantine und überall dort, wo Sie fertige Speisen kaufen können.

 

Dabei muss das Glutamat nicht namentlich aufgeführt sein, es kann auch als so genannte E-Nummer angegeben sein. Alle Zusatzstoffe mit den Nummern E 620 bis einschließlich E 650 enthalten Glutamate. Auf alle diese Speisen sollten Sie daher zukünftig unbedingt verzichten. Besonders oft finden sich Glutamate in Soßen, vor allem in Sojasoße. Deshalb klagen Betroffene gerade nach dem Essen chinesischer Gerichte häufig über starke Beschwerden. Aber neben Sojasoße können auch Suppen, Fleisch- und Fischerzeugnisse sowie Würzmittel Glutamate enthalten. Bei allen Fertiggerichten ist daher Vorsicht geboten!

 

Hilfreich ist Vitamin B6

Wenn Sie glutamathaltige Lebensmittel nicht konsequent vermeiden können, beispielsweise aus beruflichen Gründen oder weil Sie auf das Kantinenessen angewiesen sind, gibt es noch eine andere Möglichkeit:
Versuchen Sie es einmal mit Vitamin B6. Man hat nämlich festgestellt, dass dieses Vitamin, in hohen Dosen eingenommen, die Empfindlichkeit Betroffener gegenüber Glutamat herabsetzt. Vielleicht hilft es auch Ihnen. Entsprechende Mittel gibt es fertig zum Einnehmen.


Literaturquellen





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Quelle: martens.de

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