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Informationen über: Hefeinfektion (Mundhöhle)

Krankheitsbild

Beim Mundsoor handelt es sich um eine Pilzinfektion der Mundhöhle. Betroffen sind vor allem Kleinkinder und Personen mit schlechter Abwehrlage.

 

So äußert sich Mundsoor

Betroffene haben in der Regel keine Schmerzen oder andersartige Empfindungen im Mund. Man findet lediglich weißliche Beläge auf dem Zungenrücken und an der Mundschleimhaut. Sie erinnern an Milchreste, lassen sich aber nicht ohne weiteres entfernen.

Ursachen

Auslöser sind Pilze

Ursache der Pilzinfektion ist meistens der Hefepilz Candida albicans. Er kommt beim Menschen häufig vor, beispielsweise im Darm, ohne Beschwerden zu verursachen. Erst durch bestimmte Auslöser, z.B. eine Abwehrschwäche des Körpers infolge einer Infektion oder anderen Erkrankung, beginnen die Pilze sich zu vermehren und Krankheits-Erscheinungen hervorzurufen.

Wann zum Arzt

Bei Mundsoor sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Er kann dann nämlich feststellen, um welchen Pilz es sich genau handelt und Ihnen gezielt Arzneimittel verordnen. Doch auch wenn Sie häufiger an Mundsoor leiden, empfiehlt es sich, den Arzt aufzusuchen. Er wird dann prüfen, ob Ihr Abwehrsystem geschwächt ist und Sie gezielt behandeln.

Das können Sie tun:

Überblick

Die Therapie ist langwierig

Mundsoor ist meist recht hartnäckig, so dass in der Regel eine medikamentöse Therapie mit Anti-Pilzmitteln erforderlich ist. Es gibt sie beispielsweise in Salbenform oder Suspension zum Auftragen auf die betroffenen Stellen. Auch homöopathische Arzneimittel können hilfreich sein.

Da Soor ansteckend ist, sollte, wenn es sich um einen Säugling handelt, der noch gestillt wird, auch die Brust der Mutter mitbehandelt werden.

 

Unterstützen können Sie die ärztliche Therapie mit einigen Hausmitteln. Falls Sie häufiger an Mundsoor leiden, empfiehlt es sich bereits vorbeugend einiges zu tun, beispielsweise durch Stärkung der Abwehrkräfte.

Homöop. Arzneimittel

Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Acidum nitricum

 

bei Blutungen und Geschwüren, insbesondere am Haut-Schleimhaut-Übergang; trockener Mund, belegte Zunge, starker Durst, übel riechender Schweiß, Splitterschmerz.

 

Borax

 

bei weißlichen Belägen mit rotem Hof; bitterer oder fader Geschmack im Mund, kleine Blutungen; bei Kindern Nervosität.

 

Hepar sulfuris

 

bei brennenden Beschwerden an der Zungenspitze brennt, geschwollen und aufgesprungen Lippen und gesteigertem Speichelfluss; Mundgeruch nach faulen Eiern; Verschlimmerung durch Berührung und Kälte.

 

Mercurius solubilis

 

bei gesteigertem Speichelfluss, Mundgeruch und dick belegter, geschwollener Zunge; oft gemeinsam mit Durchfall, der den After wund macht.

 

Ratanhia

 

bei geschwollener und leicht blutender Schleimhaut; brennendes Gefühl auf der Zunge, Mundgeruch, wunder Hals.

 

Silicea

 

bei geschwollenem, entzündetem Zahnfleisch und wunden Mundwinkeln; ständiger Eiter, schmerzende und geschwollene Lymphknoten, Neigung zum Frösteln; Verschlimmerung durch Kälte.

 

Sulfur

 

bei leicht blutendem Zahnfleisch und brennenden Beschwerden; schmutzig belegte Zunge, schlechter Geschmack im Mund, großer Durst.

 

Allgemeine Maßnahmen

Meiden Sie Antibiotika

Mundsoor bricht vor allem dann aus, wenn die Abwehrkräfte des Körpers geschwächt werden. Unterstützt wird dies durch die Einnahme von Antibiotika. Sie zerstören die natürliche Besiedlung des Körpers mit Bakterien und bahnen so den Weg zur Verbreitung von Pilzen. Wenn zu Mundsoor neigen, empfiehlt es sich deshalb vorbeugend, soweit möglich, auf die Einnahme von Antibiotika zu verzichten. Falls Sie Allergiker oder Asthmatiker sind und Kortisonpräparate inhalieren müssen, spülen Sie Ihren Mund anschließend äußerst gründlich mit Wasser aus.

Ernährung

Eine spezielle Diät gegen Mundsoor gibt es nicht. Sie können jedoch Ihre Beschwerden durch ein paar einfache Ernährungsmaßnahmen lindern und die Heilung unterstützen:

 

Meiden Sie Saures und Milch

Durch die Erkrankung sind Ihre Mund- und Rachenschleimhäute gereizt und besonders empfindlich. Alle Speisen, die Säuren enthalten, also sauer schmecken, können Schmerzen verursachen. Hierzu zählen vor allem Fruchtsäfte. Auch Milch ist im Moment wegen ihres verschleimenden Effektes für Sie weniger geeignet. Bevorzugen Sie daher vorübergehend andere Getränke, beispielsweise Tee.

Während der Erkrankung sollte auf Alkohol, Zucker, Honig und hefehaltige Lebensmittel verzichtet werden, da dadurch die erkrankung verschlimmert werden kann.

 

Ansonsten ist alles, was Sie vertragen, auch erlaubt!

Hausmittel

Gegen Mundsoor helfen antiseptisch wirkende Tees, mit denen Sie mehrmals täglich gurgeln und den Mund spülen. Geeignet sind vor allem Salbei- und Kamillentee. Auch 1 Teelöffel Arnikatinktur auf ein Glas Wasser ist ein gutes Gurgelmittel. Zur Stärkung der Abwehrkräfte haben sich vor allem Wasseranwendungen und morgendliche Trockenbürstenmassagen bewährt, sowie drei Minuten Gymnastik morgens am offenen Fenster.

 

Folgende Wasseranwendungen sind zur Abhärtung besonders geeignet:

  • kalte Ganzkörperwaschung (jeden Morgen vor dem Aufstehen)
  • kalt-warm-kaltes Wechselduschen (jeden Morgen)
  • Wechselfußbäder
  • Kalter Guss nach Warmanwendung (beispielsweise nach Vollbädern und Sauna). Nicht anwenden bei: Verspannungen der Wirbelsäule, Ischiasnervreizung, Nieren- und Blaseninfekten (hier Wasser von 19 bis 22 °C nehmen). Bei Hypertonie: vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Sonstiges

Sonstige Therapieverfahren

Folgende Therapieverfahren werden u.a. eingesetzt:

  • (Elektro-)Akupunktur
  • Eigenbluttherapie
  • Symbioselenkung
  • (Elektro-)Neuraltherapie
  • Ordnungstherapie
  • Sauerstoff- und Ozontherapie
  • Fußreflexzonenmassage

Selbsthilfegruppen

Allergie- und umweltkrankes Kind e.V. (AUK)

Bundesgeschäftsstelle
Westerholter Str. 142
45892 Gelsenkirchen
Telefon: 0209/30530
Telefax: 0209/3809037
Email: aukge@aol.com
Internet: http://www.members.aol.com/aukge


Arbeitsgemeinschaft Mykosen (AGM)

Unterortstr. 16
65760 Eschborn
Telefon: 06196/42917
Telefax: 06196/44043


Institut für Umweltkrankheiten (IFU)

Im Kurpark 1
34308 Bad Emstal
Telefon: 05624/8061
Telefax: 05624/8695
Email: ifu@ifu.org
Internet: http://www.ifu.org


SMC - Selbsthilfegruppe Mykosen u. CFS

Lauterach 1
92280 Kastl
Telefon: 09625/91107
Telefax: 09625/91107


Literaturquellen





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Quelle: martens.de

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