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Informationen über: Hepatitis A

Krankheitsbild

Hepatitis ist eine entzündliche Erkrankung der Leber

Sie wird durch Viren hervorgerufen. Je nach Art der Hepatitis und dem verursachenden Erreger sind die Leberentzündungen verschieden schwer. Bei der Hepatitis A kommt es in der Regel nur zu einer leichten Entzündung, die schnell wieder ausheilt. Nur in seltenen Erkrankungsfällen verläuft die Erkrankung schwer, kann dann aber bis zum Leberversagen führen.

 

Die Infektion verläuft zunächst meist unbemerkt

Von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung vergehen 10 bis 40 Tage.

Wer sich infiziert hat, bemerkt die Erkrankung zunächst kaum. Oft kommt es anfangs zu leicht erhöhter Temperatur, Abgeschlagenheit und weiteren uncharakteristischen Beschwerden, wie Schmerzen im Bereich der Leber und Appetitlosigkeit, was von den Erkrankten meist nicht ernst genommen wird. Typisch für die Hepatitis ist, dass Erkrankte eine individuelle Abneigung gegen bestimmte Speisen entwickeln. Des Weiteren klagen Betroffene über Übelkeit, Erbrechen und Gelenkschmerzen. Erst im akuten Stadium der Krankheit macht sich die Hepatitis infolge einer Leberschädigung durch die für Hepatitis typische Gelbsucht bemerkbar. Dabei sind Augen und Haut gelb verfärbt. Der Urin weist eine dunkle, der Stuhl eine helle Farbe auf. Allerdings kommt es v. a. bei Kindern häufig gar nicht zu der charakteristischen Gelbsucht, bei Kindern unter 3 Jahren verläuft die Infektion oft nahezu ohne Symptome und hinterlässt eine lebenslange Immunität.

 

Ist Ihnen bekannt, wie wichtig die Leber für Ihren Körper ist?

 

Das alles leistet Ihre Leber für Sie:

Die Leber ist die größte Drüse Ihres Körpers. Sie liegt auf Ihrer rechten Körperseite im Oberbauch, unmittelbar hinter den untersten Rippen. Ihr linker Lappen reicht weit nach links hinüber. Mit einem Gewicht von etwa 1,5 kg ist sie nicht nur Ihre größte Drüse, sondern erfüllt auch wichtige und vielfältige Aufgaben. Sie sorgt beispielsweise für die Verdauung der Fette, indem sie die so genannte Galle bildet. Diese fließt über die Gallengänge direkt in den Zwölffingerdarm. Ihre wichtigste Funktion ist jedoch die Entgiftung von Fremdstoffen, wie beispielsweise Alkohol, Nikotin, Medikamenten und anderen. Weiterhin baut sie Eiweißstoffe zu körpereigenem Eiweiß um, baut nicht mehr benötigte Hormone und rote Blutkörperchen ab, lagert das dabei frei werdende Eisen ein, bildet wichtige Substanzen für die Blutgerinnung und die körpereigene Abwehr und legt Energiereserven an.

Diagnose

Neben der Vorgeschichte (Reisen in Länder mit geringem Hygienestandard, Risikoberufsgruppen) und den Beschwerden spielt v. a. die Blutuntersuchung, durch die auch die verschiedenen Hepatitisformen gegeneinander abgegrenzt werden können, die entscheidende Rolle.

Ursachen

Hepatitis A ist eine Virusinfektion

Sie wird durch das Hepatitis-A-Virus ausgelöst. Erkrankte scheiden es über den Stuhl aus und fungieren so als Überträger der Krankheit. Infizieren kann man sich daher bei der Benutzung fremder Toiletten, durch Kontakt mit unsauberen Gegenständen oder den Genuss von unsauberem Trinkwasser bzw. Nahrungsmitteln, z.B. verunreinigte, rohe Meeresfrüchte. Auch durch gekochte (!) Muscheln kann man sich noch infizieren, wie Tests ergeben haben. Insbesondere bei Muscheln in Wein- oder Tomatensauce waren die Viren nicht abgetötet, während Spaghetti Vongole sich immer als virenfrei erwiesen. Auch das Blut Erkrankter ist infektiös, dient aber nur selten als Übertragungsmedium. Als Risikogruppen gelten daher Krankenpflegepersonal, besonders Kinderkrankenschwestern, Kanalarbeiter, Laborangestellte und Homosexuelle.

Etwa die Hälfte der Hepatitis A-Fälle bei uns in Deutschland werden aus dem Ausland eingeschleppt, wobei das Infektionsrisiko in Ländern mit niedrigem Hygienestandard besonders hoch ist. In diesen Ländern ist oft fast die ganze Bevölkerung Virusträger, umso leichter kann man sich bei Reisen dorthin infizieren. Reisemediziner sprechen von einem Risiko in allen außereuropäischen Ländern, mit Ausnahme der USA, Australien und Kanada.

Verlauf/Folgen

Die Erkrankung an Hepatitis A erstreckt sich meist über einige Wochen, mit zunächst uncharakteristischen Allgemeinsymptomen (siehe oben) sowie im weiteren Verlauf der Gelbsucht, die allerdings v. a. bei Kindern auch fehlen kann. Nach dieser Zeit kommt es in so gut wie allen Fällen zu einer Ausheilung. Für das weitere Leben ist der Körper gegen dieses Virus immun, d. h. es kann zu keiner weiteren Infektion kommen.

Wann zum Arzt

Jede Lebererkrankung gehört in die Hand eines Arztes. Wer einmal eine Hepatitis durchgemacht hat, sollte in regelmäßigen Abständen seine Leberwerte im Blut kontrollieren lassen.

Das können Sie tun:

Überblick

Am besten ist es natürlich, einer Infektion von vornherein vorzubeugen. Wer beispielsweise eine Auslandsreise in entsprechende Risikogebiete plant oder bei uns im Inland zu den Risikogruppen zählt, sollte eine Schutzimpfung durchführen. Es gibt sie in Form einer aktiven oder einer passiven Impfung.

Wenn es dafür aber zu spät ist, weil sich der Betroffene bereits infiziert hat, dann ist oberstes Ziel, die Leber durch geeignete Maßnahmen zu schonen, um ihre Schädigung weitestgehend zu vermeiden und ihre spätere Regeneration optimal zu unterstützen. Entscheidend ist, dass Sie hier durch die richtige Ernährung aktiv mithelfen. Verzichten Sie beispielsweise auf Alkohol und alle leberschädigenden Genuss-, Arznei- und Nahrungsmittel. Trinken Sie reichlich und essen Sie viel Obst.

Medikamente

Es gibt keine Medikamente, die die Heilung einer Hepatitis A unterstützen können. Dem Körper muss lediglich genügend Zeit gegeben werden, die Heilung selbst zu bewerkstelligen. Allerdings kann eine Vielzahl von Medikamenten die Leber zusätzlich schädigen. Deshalb sollten alle einzunehmenden Medikamente kritisch bewertet und nach sorgfältiger Abwägung der Vor- und Nachteile nach Möglichkeit abgesetzt werden bis sich die Leber erholt hat.

Allgemeine Maßnahmen

Vorbeugung

Nutzen Sie die Schutzimpfung

Die wichtigste Maßnahme bei der Bekämpfung der Hepatitis A ist der Schutz vor einer Infektion. Der erfolgt am besten vorbeugend durch eine Schutzimpfung. Verschiedene Impfstoffe stehen zur Verfügung, die sich alle durch eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit auszeichnen. Ganz besonders wichtig ist die Impfung für Personen, die ständig mit dem Erreger in Berührung kommen können. Also beispielsweise für Kanal- und Klärwerksarbeiter, Kindergarten-, Krippenangestellte, im Labor Tätige und Entwicklungshelfer. Auch Touristen, die ein Land mit hoher Hepatitis- A - Durchseuchung bereisen wollen, zählen dazu.

 

Bei einer Infektion

Schützen Sie Dritte vor einer Ansteckung 

Wenn es jedoch bereits zu einer Infektion gekommen ist, dann sind Hygienemaßnahmen zum Schutz Ihrer Mitmenschen das A und O. Weil das Hepatitis-Virus durch Kontakt mit infizierten Personen und Gegenständen verbreitet wird, kommt der Infektionsprophylaxe durch konsequente Hygiene entscheidende Bedeutung zu. Desinfizieren Sie alles, was Sie benutzt haben, beispielsweise Ihre Ess-Utensilien, das verwendete Fieberthermometer und vergessen Sie vor allem Ihre Toilette sowie deren nähere Umgebung nicht. Auch Ihre Bett- und Leibwäsche ist wahrscheinlich infektiös und muss gesondert behandelt und desinfiziert werden.

 

Unterstützen Sie Ihre Selbstheilungskräfte

Helfen Sie Ihrem Körper, mit der Erkrankung fertig zu werden. Am allerwichtigsten ist eine konsequent eingehaltene Bettruhe, die die Durchblutung der Leber günstig beeinflusst.

Ernährung

Schonen Sie Ihre Leber!

Wichtig für Ihre Gesundung ist die Schonung Ihrer Leber. Helfen Sie ihr durch die richtige Ernährung. Verzichten Sie vorläufig konsequent auf alles, was Ihre Leber schädigen könnte. Dazu gehört in erster Linie der Alkohol. Bleiben Sie standhaft und widerstehen Sie jedem Tropfen, auch in Form von Pralinen oder anderen Leckereien. Ansonsten dürfen Sie eigentlich alles essen, was Ihnen schmeckt und bekommt.

Eine spezielle Leberdiät gibt es für Sie nicht, es sei denn, Ihr Arzt hat Ihnen entsprechende Anweisungen gegeben.

 

Ernähren Sie sich abwechslungsreich und vielseitig

Ernähren Sie sich insgesamt abwechslungsreich und vielseitig. Essen Sie reichlich Obst und Gemüse und trinken Sie viel, am besten mindestens zwei Liter pro Tag. Lassen Sie Lebensmittel, die Ihnen im Moment nicht bekommen, vorläufig weg. Sie finden bestimmt viele andere, die Ihnen jetzt besser schmecken. Die folgende Liste enthält Nahrungsmittel, die erfahrungsgemäß bei entsprechenden Erkrankungen Unverträglichkeitserscheinungen auslösen können. Sie sollten daher in Ihrer Kost nur dann vorkommen, wenn Sie diese Produkte vertragen.

 

Oft schlecht verträglich bei Lebererkrankungen:

Obst, Gemüse

rohes Stein- und Kernobst, Pilze, Lauch, Hülsenfrüchte, Gurkensalat, Weißkohl, Grünkohl, Paprikagemüse, Sauerkraut, Rotkraut, Zwiebeln, Wirsing, Pommes frites, Kopfsalat, Kartoffelsalat, Nüsse

Milchprodukte

Sahne

Fleisch

paniert Gebratenes, Geräuchertes, Eisbein

Getränke

kohlensäurehaltige Getränke

Sonstiges

frittierte Speisen, fette Speisen, süße und fette Backwaren, hart gekochte Eier, frisches Brot, Bohnenkaffee, Mayonnaise

 

Bei starken Leberschäden oder Begleiterkrankungen wird Ihnen Ihr Arzt ggf. weitere Diäthinweise geben, die Sie dann unbedingt befolgen sollten, um Schäden vorzubeugen.

Sport/Fitness

Für die Zeit bis zur Genesung ist v.a. körperliche Schonung mit möglichst viel Bettruhe wichtig.

Selbsthilfegruppen

Arbeitsgemeinschaft Hepatitis C

Postfach 250205
67071 Ludwigshafen
Telefon: 0621/6298297
Telefax: 0621/6858867


Bundesverband HCV-geschädigter Frauen nach Immunprophylaxe Anti-D

c/o KISS - Kontakt-u.Informationsstelle
Rembrandtstr. 17
09111 Chemnitz
Telefon: 0371/449495
Telefax: 0371/449401


Deutsche Hepatitis Liga e.V.

Postfach 200666
80006 München
Telefon: 089/504091
Telefax: 089/504092


Deutsche Leberhilfe e.V.

Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Telefon: 0221/2829980
Telefax: 0221/2829981
Email: info@leberhilfe.org
Internet: http://www.leberhilfe.org


Kindernetzwerk e.V. f. kranke u. behinderte Kinder u. Jugendliche in der Ges.

Hanauer Straße 15
63739 Aschaffenburg
Telefon: 06021/12030
Telefax: 06021/12446
Email: info@kindernetzwerk.de
Internet: http://www.kindernetzwerk.de


Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e.V.

Jutta Riemer
Maiblumenstr. 12
74626 Bretzfeld
Telefon: 07946/940187
Telefax: 07946/940186
Email: info@lebertransplantation.de
Internet: http://www.lebertransplantation.de


Verein leberkrankes Kind e.V.

Reiner Pilz
Weimarer Str. 3
34379 Calden
Telefon: 05609/8090219
Telefax: 05609/804614
Email: pilz-calden@t-online.de


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 15.11.2015

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Quelle: martens.de

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