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Informationen über: Husten (allgemein, festsitzend, Reiz-, Kribbel-)

Krankheitsbild

Husten ist keine Krankheit, sondern lediglich das gemeinsame Symptom vieler, völlig unterschiedlicher Erkrankungen. Er ist eine Schutzmaßnahme des Körpers, um die lebenswichtigen Atemwege zu reinigen. Man unterscheidet mehrere Hustenarten, den Reizhusten und den Schleimhusten. Beim Reizhusten handelt es sich um einen trockenen, so genannten unproduktiven Husten, also einen Husten ohne Schleimauswurf. Beim Schleimhusten wird dagegen ein Auswurf erzeugt.

Diagnose

Zur Abklärung eines Hustens können verschiedenste Untersuchungen nötig werden. Am Anfang steht auf jeden Fall die Erörterung der Vorgeschichte (Fragen nach Dauer und Art des Hustens, zusätzlichen Beschwerden, Vorerkrankungen, …) und eine körperliche Untersuchung. Je nach Verdachtsdiagnose wird Ihr Arzt im Anschluss daran möglicherweise eine Blutuntersuchung durchführen, eine Röntgenaufnahme der Lunge (ggf. Computertomographie oder Kernspin), eine Lungenfunktionsprüfung, Untersuchungen des Auswurfs oder eine Bronchoskopie (dabei wird in Narkose eine kleine Kamera in die Lunge eingeführt).

Ursachen

Husten kann hervorgerufen werden durch eine Vielzahl von Erkrankungen, z.B. eine Virusinfektion der Luftwege, andere Atemwegserkrankungen oder Erkrankungen des Lungengewebes. Er kann aber auch ausgelöst werden durch eine allergische Reaktion oder chronische Erkrankungen wie beispielsweise chronische Bronchitis sowie durch einwirkende Reize. Solche Reize werden z. B. verursacht durch den Aufenthalt in staubigen, rauchigen Räumen, trockene, zentralgeheizte Luft, Abgase und Rauchen. Des Weiteren kann Husten durch einige Medikamente, Erkrankungen des Herzens oder verschiedene Tumore hervorgerufen werden.

 

Verschleppen Sie Ihren Husten nicht

Jeder Husten sollte rechtzeitig behandelt werden, um das Ausbreiten der Krankheitserreger in die unteren Atemwege und damit die Entstehung einer schweren Bronchitis zu verhindern. Durch immer wiederkehrenden Husten kann die Bronchialschleimhaut dauerhaft geschädigt werden und es kann zu einer chronischen Bronchitis kommen. Beugen Sie daher rechtzeitig vor!

Verlauf/Folgen

Der Verlauf hängt von der auslösenden Ursache des Hustens ab und kann deshalb nicht pauschal vorhergesagt werden.

Wann zum Arzt

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn

  • der Husten von Fieber oder anderen zusätzlichen Beschwerden begleitet wird oder
  • in tiefere Atemwege absteigt oder
  • das Husten und Atmen Schmerzen bereitet oder
  • der Auswurf eitrig bzw. blutig ist oder
  • das Atmen im Liegen nicht mehr gut möglich ist oder
  • der Husten bei sonst körperlichem Wohlbefinden nicht nach spätestens 14 Tagen abgeklungen ist.

Das können Sie tun:

Überblick

Die Therapie richtet sich nach der Art des Hustens

Bei einem Reizhusten versucht man durch geeignete Maßnahmen, den Hustenreiz zu unterdrücken oder zu vermindern. Bei einem festsitzenden Husten steht die Verflüssigung des verdickten Sekrets im Vordergrund, um ein schnelleres Abhusten zu ermöglichen. Dieses ist auch bei einem Schleimhusten wichtig. Falsch wäre es in einem solchen Fall, den Hustenreiz zu unterdrücken. Stattdessen sollte man dafür sorgen, dass das Abhusten erleichtert wird.

 

Zur Behandlung jeder einzelnen Hustenart gibt es diverse Arzneimittel, viele auf pflanzlicher Basis, angefangen bei Lutschbonbons, Hustentropfen und Hustensaft bis hin zum Balsam zum Einreiben sowie Inhalaten. Auch homöopathische Mittel haben sich bewährt. Darüber hinaus können Sie selbst mithelfen, beispielsweise indem Sie den Raum des Kranken möglichst warm aber nicht überheizt halten und ihn mit einer ausreichenden Luftfeuchtigkeit versorgen (z.B. durch Aufhängen feuchter Tücher). Hilfreich sind ebenfalls: eine reichliche Flüssigkeitszufuhr und diverse Wickel.

Medikamente

Die Behandlung mit Medikamenten hängt von der Ursache des Hustens ab. So werden zum Beispiel unterschiedliche Medikamente gegen Reizhusten und gegen einen Husten mit Schleimbildung eingesetzt. Bei Reizhusten sind Arzneimittel indiziert, die den Hustenreiz hemmen. Bei einem schleimigen Husten werden Arzneimittel benötigt, die den Schleim verflüssigen und seinen Abtransport (z.B. das Abhusten) erleichtern. Wichtig ist, dass bei der Verwendung schleimlösender Mittel mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit pro Tag getrunken werden. Erst dann können diese Mittel Ihre Wirkung entfalten. Außerdem sollten schleimverflüssigende Mittel nicht am späten Abend angewandt werden, damit noch ausreichend Zeit zum Abhusten verbleibt.

Wenn vermutet wird, dass der Husten als Nebenwirkung eines Medikaments auftritt, wird Ihr Arzt prüfen, ob das Präparat abgesetzt werden sollte, um es als Hustenursache zu bestätigen bzw. auszuschließen.

Homöop. Arzneimittel

Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Aconitum

 

bei plötzlich auftretendem, trockenem, heiserem Husten, insbesondere nach Aufenthalt in kaltem Wind oder Zugluft; Unruhe, Frösteln, Durst; der Husten verschlimmert sich nachts.

 

Ammonium bromatum

 

bei Husten, der infolge eines vorausgegangenen Schnupfens auftritt; Kehlkopf ebenfalls betroffen; Reizhusten mit Auswurf von dickem weißen Schleim; der Husten verschlimmert sich durch Sprechen.

 

Antimon tartaricum

 

bei Husten mit festsitzendem Schleim und starkem Schleimrasseln; schmerzhaftes Brechwürgen, Erschöpfung; der Husten bessert sich im Sitzen, verschlimmert sich beim Liegen.

 

Belladonna

 

bei starkem, bellendem Husten, insbesondere nach Unterkühlung bei feucht-kaltem Wetter; Fieber, heiße Haut, rotes Gesicht; kalte Beine; Verschlimmerung abends sowie durch Kälte und Sprechen. Zur Hustenstillung und Bekämpfung nächtlicher Hustenattacken.

 

Bryonia

 

bei trockenem, schmerzhaftem Reizhusten und stechendem Schmerz beim Atmen; typischer Grippehusten, insbesondere nach Wetterwechsel von warm zu kalt; starker Durst, Reizbarkeit; Verschlimmerung im Warmen sowie durch Geräusche, Licht, Bewegung, Sprechen und Essen; Besserung durch Ruhe und kühle Luft.

 

China

zur Hustenstillung und Bekämpfung nächtlicher Hustenattacken

 

Coccus cacti

zur Hustenstillung und Bekämpfung nächtlicher Hustenattacken

 

Conium maculatum

 

bei beständigem trockenem, krampfartigem Reizhusten; zäher Schleim, der sich nur mühsam abhusten lässt; hat sich besonders bei älteren Menschen bewährt.

 

Cuprum sulfuricum

zur Hustenstillung und Bekämpfung nächtlicher Hustenattacken

 

Drosera

 

bei anfallartigem, bellendem, schmerzhaftem Husten; Patient muss sich im Bett aufrichten und hält sich den Brustkorb; evtl. Erbrechen, gelb-schleimiger Auswurf, Heiserkeit; Verschlimmerung gegen Mitternacht; Besserung im Freien und tagsüber. Zur Hustenstillung und Bekämpfung nächtlicher Hustenattacken.

 

Hedera helix

zur Hustenstillung und Bekämpfung nächtlicher Hustenattacken

 

Hyoscyamus

bei krampfartigem Kitzelhusten (der Erkrankte erwacht nachts vom Husten); Verschlimmerung sich im Liegen; Besserung im Sitzen.

 

Ipecacuanha

 

bei keuchhustenartigem Husten mit festsitzendem Schleim; Bronchien gefüllt mit zähem Schleim, der sich nicht abhusten lässt; rasselnde Atmung, Erstickungszustände, große Übelkeit, Brechreiz/Erbrechen; hat sich besonders bei Kindern bewährt. Zur Hustenstillung und Bekämpfung nächtlicher Hustenattacken.

 

Phosphorus

 

bei hohlem, trockenem Kitzelhusten; rauer Stimme oder Stimmverlust, Erschöpfung, Geruchsempfindlichkeit, Nasenbluten, Verlangen nach kalten Getränken/Eis; Verschlimmerung durch Kälte, Sprechen und Essen; Besserung im Liegen.

 

Rumex crispus

 

bei trockenem Reizhusten/Kitzelhusten, der typischerweise einem Schnupfen folgt; stechende Schmerzen in der Brust beim Husten, Husten anfallartig, vor allem nachts; Verschlimmerung durch und Einatmen kalter Luft; Besserung im Warmen.

 

Spongia

bei kruppartigem Husten; raue Stimme, Erstickungsgefühl, keuchende Atmung; verschlimmert sich nachts, bessert sich beim Liegen mit erhöhtem Kopf.

 

 

Allgemeine Maßnahmen

So schaffen Sie das richtige Raumklima

Im Vordergrund Ihrer Bemühungen sollte zunächst einmal die Schaffung des richtigen Raumklimas stehen. Der Raum, in dem sich der Kranke aufhält, sollte zwar möglichst warm aber nicht überheizt sein. Wichtig ist weiterhin eine ausreichende Luftfeuchtigkeit. Sie kann durch das Aufhängen feuchter Tücher (bzw. auf die Heizung legen), durch Aufstellen von Luftbefeuchtern oder Wasserdampf erreicht werden. Beugen Sie Hustenreiz vor, indem Sie verrauchte und verstaubte Luft meiden. Sind Sie Raucher? Dann setzen Sie alles daran, das Rauchen aufzugeben. Sie unterstützen damit nicht nur die Heilung, sondern beugen auch chronischen Schäden an Ihrer Lunge vor. Auch starke Temperaturwechsel (z.B. von warmer Raumluft in die kalte Winterluft) sind für Sie ungünstig.

Ernährung

Trinken Sie reichlich!

Achten Sie auf reichliche (heiße) Flüssigkeitszufuhr! Empfehlenswert sind ca. 3 Liter pro Tag.

Am besten ist die Aufnahme von heißem Tee, z.B. Bronchialtee und zwar stets in deutlichem Abstand zu den Mahlzeiten.

Hausmittel

Folgende Hausmittel haben sich bei Husten im Rahmen einer Grippe oder Erkältung bewährt:

Zum Einnehmen

Für kleine Kinder

  • heiße Milch mit Honig

 

Für Kinder und Erwachsene

 

Meerrettich-Zwiebel-Honig

Sie brauchen:

  • 1 Esslöffel geraspelten Meerrettich
  • 5 Esslöffel Bienenhonig (Tannen-Honig)
  • 1 Esslöffel fein gehackte Zwiebel
  • 5 Esslöffel Wasser

Alles miteinander mischen und kurz aufkochen, dann abkühlen lassen. 5-mal täglich 1 Teelöffel voll einnehmen.

 

Zum Inhalieren

  • Dampfbad mit Kamillenblüten, Lindenblüten oder ätherischen Ölen
  • Vollbad mit Thymian, Eukalyptus oder anderen ätherischen Ölen
  • Inhalationen mit Meersalz. (Dazu benötigen Sie ein Vernebler-Gerät.)

 

Wickel

 

Senfwickel

Sie brauchen:

  • Senfmehl (am besten frisch gemahlen) von 2 bis 3 Esslöffeln Senfkörner (d.h. 3 bis 4 Esslöffel Senfmehl
  • Leinentuch
  • Wolltuch

Senfmehl mit 50°C warmem Wasser zu einem dicken Brei verarbeiten und 10 Minuten ziehen lassen. Dann auf ein Leinentuch streichen und mit der Breiseite auf die Brust legen. Mit einem Wolltuch fixieren. Wenn kein besonderes Brennen erfolgt, bei Kindern maximal 5 Minuten, bei Erwachsenen maximal 10 Minuten wirken lassen. Dann Wickel abnehmen und Haut abwaschen.

Bitte beachten Sie:

  • die mit dem Senfwickel versehene Hautpartie darf nicht zu groß sein (Faustregel: maximal 1 1/2 Handteller des Patienten)
  • Wickel gleich abnehmen, wenn starkes Brennen auftritt

 

Brustwickel mit ätherischem Öl

Sie brauchen:

  • Lavendelöl (10%) oder Eukalyptusöl (2%) oder Latschenkiefernöl (10%)
  • dünnes Baumwolltuch z.B. dünne Serviette, großes Taschentuch
  • Alufolie
  • Watte (oder besser noch: unversponnene Rohwolle)
  • langes Wolltuch

Das dünne Baumwolltuch tropfenweise mit dem Öl Ihrer Wahl tränken. Dann in Alufolie einschlagen (damit es beim Erwärmen nicht gleich verdunstet) und zwischen zwei Wärmflaschen 10 Minuten erwärmen. Miterwärmen sollte man ebenfalls die Watte. Die warme Kompresse auf den zu behandelnden Bereich legen, mit der Watte bedecken und mit dem langen Wolltuch, das um den Körper geschlagen wird, glatt befestigen. Den Wickel lässt man 30 bis 45 Minuten lang wirken oder über Nacht. Das ölgetränkte Tuch ist etwa eine Woche lang wieder verwendbar. Durch das Zufügen einer geringen Menge Öl kann es dann erneuert werden.

 

Teetherapie

Vielleicht möchten Sie ja auch einen der folgenden Brust- und Hustentees gegen Ihre Beschwerden ausprobieren:
In der Naturheilkunde werden diese Tees oft bei sekretarmer Bronchitis bzw. trockenem Reizhusten eingesetzt.

 

25g Quendel (Herba Serpylli)
15g Eibischwurzel (Radix Althaeae)
15g Huflattichblüten (Flores Farfarae)
15g Lindenblüten (Flores Tiliae)
10g Malvenblätter (Folia Malvae)
10g Stechpalmenblätter (Folia Ilicis aquifolii)
10g Süssholzwurzel (Radix Liquiritiae)

20g Thymian (Herba Thymi)
10g Anis (Fructus Anisi)
10g Fenchel (Fructus Foeniculi)
10g Huflattichblätter (Folia Farfarae)

 

In Ihrer Apotheke bekommen Sie den Tee fertig gemischt und haben die Sicherheit, dass die verwendeten Kräuter von höchster, geprüfter Qualität sind.

 


Literaturquellen





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Quelle: martens.de

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