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Informationen über: Jod-Nahrungsmittelallergie

Krankheitsbild

Bei einer Jodallergie handelt es sich um eine Überempfindlichkeit gegenüber jodhaltigen Produkten, beispielsweise Arzneimitteln, Röntgenkontrastmitteln, aber nur selten gegenüber Lebensmitteln.

Wenn Betroffenen jodhaltige Produkte zu sich nehmen, kommt es zu Unverträglichkeits-Erscheinungen und Krankheitssymptomen. Diese können leichterer oder schwerer Art sein bis hin zu lebensbedrohlichen Formen.

 

Diese Beschwerden können auftreten

Je nach Körperregion, die reagiert, stehen verschiedene Symptome im Vordergrund. Besonders typisch sind beispielsweise an der Haut rote, juckende Stellen und Quaddeln, als ob man mit Brennnesseln in Berührung gekommen ist und Schwellungen im Gesicht (oft sind die Lippen betroffen) sowie im Mund- und Rachenraum. An den Augen kommt es meist zu Rötungen, Tränenfluss und Juckreiz und an den Atemwegen zu Niesreiz, Behinderung der Nasenatmung, Schnupfen, Husten, Atemnot, Engegefühl in der Brust sowie Juckreiz im Ohrenbereich und Entzündungen im Mittelohr. Im Magen-Darm-Trakt können Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl, Bauchschmerz, Übelkeit Durchfall, sowie Juckreiz und Rötung am Darmausgang hervorgerufen werden.

 

Wer an derartigen Symptomen leidet, hat aber nicht unbedingt eine Allergie, denn Ursache solcher Beschwerden können auch andere Krankheiten sein. Genaueres kann der Arzt mittels eines Allergietestes feststellen.

Diagnose

Die Diagnose ist schwierig, langwierig und unzuverlässig

Wenn eine Nahrungsmittelallergie als Ursache vermutet wird, muss der Betroffene viel Zeit einplanen, bis er Gewissheit hat. Denn die Diagnose ist mühsam, weil der Zusammenhang zwischen der allergischen Reaktion und dem auslösenden Nahrungsmittel meistens nicht klar auf der Hand liegt. Die Allergie-Enttarnung ist oft mit wahrer Detektivarbeit verbunden. Auch kommen unendlich viele Stoffe als Auslöser in Betracht. So dauert es meist lange, bis das verursachende Lebensmittel gefunden ist.

 

Dabei stützt sich die Allergiediagnostik auf vier Säulen:

1.

Beobachtungen: Wann, wo und wie treten die Symptome auf?

Als besonders hilfreich hat sich das Führen eines Ernährungs-Tagebuches erwiesen (1/2 bis einen Monat). Darin schreiben Sie akribisch genau auf, was Sie wann gegessen haben und welche Beschwerden aufgetreten sind.

2.

Haut- oder Bluttests: Damit wird festgestellt, ob der Körper Antikörper gegen einzelne Nahrungsmittel gebildet hat.

Mit Hilfe des Bluttests, so genannter RAST-Test, lassen sich viele Allergien recht zuverlässig diagnostizieren.

3.

Weglass-Diät (auch Auslass-Diät genannt)

4.

Provokationstests

 

Bei der Weglass-Diät werden die Nahrungsmittel, die möglicherweise die Beschwerden verursachen, aus der Ernährung eliminiert. Wenn sich die Beschwerden binnen einer Woche bessern, liegt der Verdacht nahe, dass eines oder mehrere der weggelassenen Lebensmittel der Verursacher war. Durch Modifizieren der Weglass-Diät lässt sich im Laufe der Zeit herausfinden, welche Lebensmittel nicht vertragen werden.

Genauer als die Weglass-Diät ist die so genannte Provokations-Kost, die nur unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden darf. Sie enthält absichtlich die möglichen Nahrungsmittelallergene, weil so festgestellt werden soll, wann welche Beschwerden auftreten.

 

Als neuere Methode gilt die direkte Applikation des Allergens auf die Magen- oder Darmschleimhaut. Im Rahmen einer Magen- bzw. Darmspiegelung wird dabei beobachtet, ob die Schleimhäute allergisch reagieren. Eine weitere und zuverlässige Diagnose, die auch problemlos bei Kleinkindern und Säuglingen angewendet werden kann, besteht darin, dass die Patienten ein DNCG-haltiges Antiallergikum einnehmen. Bessern sich die Beschwerden oder bleiben sie sogar aus, spricht alles für eine Nahrungsmittelallergie.

Ursachen

Die Anlage zu Allergien wird vererbt

An Allergien erkranken in erster Linie Menschen, die allgemein zu Allergien neigen oder in deren Familie Allergien vorkommen. Bei ihnen wendet sich die körpereigene Abwehr nicht nur gegen Krankheitskeime wie Bakterien, Viren und ähnliches, sondern auch gegen andere Substanzen, beispielsweise Jod.

 

Der Allergenkontakt kann auf verschiedenen Wegen erfolgen

Wenn ein Allergiker mit dem Stoff, auf den er allergisch reagiert, seinem so genannten Allergen, in Kontakt kommt, werden Beschwerden ausgelöst. Der Kontakt selbst kann dabei mit der Haut stattgefunden haben, den Atemwegen, dem Verdauungstrakt und/oder dem Blut. Jeder einzelne Kontaktweg ist denkbar, aber auch alle Kombinationen. Und es muss nicht sofort zu Krankheitserscheinungen kommen. Mancher reagiert binnen einer Sekunde oder einigen Stunden, andere erst nach mehreren Tagen.

Auch muss die Körperstelle, die Beschwerden macht, nicht mit der Kontaktstelle übereinstimmen.

Wann zum Arzt

Gehen Sie zum Arzt, wenn sich Ihre Beschwerden nicht bessern, also, wenn sich Reaktionen der Haut, der Augen oder andere Symptome verschlimmern. Bei auftretender Atemnot oder plötzlicher Kreislaufschwäche suchen Sie bitte sofort einen Arzt auf. Es könnte sich um einen Asthmaanfall oder einen Schock handeln.

Das können Sie tun:

Überblick

Vermeiden Sie jeden Kontakt mit dem Allergen

Wer weiß, worauf er allergisch reagiert, sollte konsequent jeglichen Kontakt mit dem Allergen vermeiden! Da Jod vor allem in Arzneimitteln und Röntgenkontrastmitteln vorkommt, weisen Sie Ihren Arzt und Apotheker stets auf Ihre Allergie hin.

Auch Nahrungsmittel können Jod enthalten. Allerdings ist die darin enthaltene Jodmenge meistens so gering, dass es nicht zu allergischen Symptomen kommt.

Homöop. Arzneimittel

Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Apis mellifica

 

bei blassroten bis roten Quaddeln mit Schwellungen; stechende Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Unerträglichkeit von Wärme, Zerschlagenheitsgefühl; Verbesserung durch kalte Anwendungen.

 

Rhus toxicodendron

 

bei kleinen, stark juckenden, roten Quaddeln oder Bläschen mit Schwellungen; große Ruhelosigkeit und Unbehagen, brennende Beschwerden; Verschlimmerung durch Nässe, Kälte und Ruhe; Besserung durch Bewegung und warme Anwendungen.

 

Allgemeine Maßnahmen

Auch in desinfizierend wirkenden Arzneimitteln kann Jod enthalten sein, da es eine gute desinfizierende Wirkung hat. Informieren Sie daher prinzipiell vor der Anwendung eines Arzneimittels Ihren Arzt und Apotheker über das Vorliegen Ihrer Jodallergie!

Ernährung

Jod ist verbreitet in Nahrungsmitteln enthalten, allerdings nur in geringen Mengen. Inwieweit diese bereits eine Allergie bzw. entsprechende Symptome auslösen können, ist bislang umstritten. Wenn Sie nach dem Verzehr jodhaltiger Lebensmittel Krankheitserscheinungen (meistens an der Haut) feststellen, empfiehlt es sich, zukünftig solche Lebensmittel zu meiden.

 

Diese Lebensmittel enthalten besonders viel Jod:

  • alle Meeresfrüchte (auch Austern, Garnelen, Muscheln) sowie deren Zubereitungen und Produkte
  • alle Fischarten (auch Lachs, Thunfisch etc.) sowie deren Zubereitungen (auch Konserven, Fischsalate, Fischfrikadellen etc.)
  • Walfleisch sowie dessen Zubereitungen und Produkte
  • Molkepulver, Milch
  • Speisesalz (jedes Speisesalz, nicht nur das jodierte, enthält geringe Mengen Jod)
  • Lebensmittel mit dem künstlichen rosa Farbstoff Erythrosin (=E 127). Der Zusatz dieses Farbstoffes ist auf der Zutatenliste des jeweiligen Produktes deklariert! Achten Sie daher auf die Angaben auf der Verpackung.

 

Folgende Lebensmittel enthalten häufig Jod

  • Fruchtkonserven, Konfitüren und Süßwaren (ihnen wird oft der rosafarbige jodhaltige Farbstoff Erythrosin E127 zugesetzt, ist dann auf der Packung angegeben)
  • Brot und Backwaren (ihnen werden Jodprodukte zur Stabilisierung des Teiges zugesetzt oder sie werden mit jodhaltigem Speisesalz zubereitet)
  • Algen (= Kelp, wird als exotische Würze verwendet)
  • Fertigprodukte (ihnen wird häufig jodiertes Speisesalz zugesetzt. Achten Sie daher auf die Angaben auf der Packung, denn ein Zusatz von jodhaltigem Speisesalz ist deklarationspflichtig)
  • fertige Lebensmittel (z.B. in der Gaststätte). Fragen Sie grundsätzlich nach, ob eventuell jodiertes Speisesalz verwendet wurde.
  • Eier, Milch (wenn die Tiere mit Fischmehl oder anderen jodhaltigen Produkten gefüttert wurden)

 

Vorschläge zum Austauschen

Auch wenn jedes Speisesalz geringe Mengen Jod enthält, heißt das nicht, dass Sie auf das Salzen Ihrer Speisen verzichten müssen. Verwenden Sie einfach anstelle von Speisesalz das reine Natriumchlorid, denn hierbei handelt es sich um chemisch reines Kochsalz, das kein Jod enthält. Sie erhalten es in der Apotheke.

 

Probiotika helfen, Allergien vorzubeugen

Immer mehr Studien belegen, dass probiotische Keime eine positive Wirkung auf das Immunsystem haben. So scheinen insbesondere Lactobazillen die angeborene und die erworbene Immunität günstig zu beeinflussen. Der Fachmann bezeichnet das als Immunmodulation. Ein regelmäßiger Verzehr probiotischer Lebensmittel mit Lactobazillen (z.B. durch entsprechende Joghurt-Produkte) soll deshalb helfen, Allergien vorzubeugen.

Selbsthilfegruppen

Allergie- und umweltkrankes Kind e.V. (AUK)

Bundesgeschäftsstelle
Westerholter Str. 142
45892 Gelsenkirchen
Telefon: 0209/30530
Telefax: 0209/3809037
Email: aukge@aol.com
Internet: http://www.members.aol.com/aukge


Allergie-Verein in Europa e.V. (AVE)

Petersgasse 27
36037 Fulda
Telefon: 0661/71003
Telefax: 0661/71019
Email: umweltberatung.fulda@t-online.de
Internet: http://www.allergieverein-europa.de


Allergiker und Asthmatikerbund e.V.

Hindenburgstr. 110
41061 Mönchengladbach
Telefon: 02161/183024
Telefax: 02161/208502


Beratungsstelle für Allergiker und Asthmatiker

Lacombletstr. 9
40239 Düsseldorf
Telefon: 0211/622598
Telefax: 0211/611062


Beratungsstelle für Amalgamvergiftete e.V.

Lochhamerstraße 79
82166 Gräfelfing
Telefon: 089/8541301


Bundesverband Neurodermitiskranker in Deutschland e.V.

Oberstr. 171
56154 Boppard
Telefon: 06742/87130
Telefax: 06742/2795
Email: info@neurodermitis.net
Internet: http://www.neurodermitis.net


Deutsche Allergie- und Asthmahilfe

Dorotheenstr. 174
22299 Hamburg


Deutsche Dermatologische Gesellschaft e.V.

Universitäts-Hautklinik
Liebermeisterstr. 25
72076 Tübingen
Telefon: 07071/2983473
Telefax: 07071/293398


Deutsche Hilfsorganisation Allergie und Asthma e.V. (DHAA)

Helgard Ahlborn
Bonusstr. 32
21079 Hamburg
Telefon: 040/7631322
Telefax: 040/7631339
Email: dhaa-hamburg@t-online.de
Internet: http://www.dhaa-hamburg.de


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Landesverband

Baden-Württemberg
Neustetter Strasse 18
74523 Schwäbisch Hall
Telefon: 0791/2541


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Landesverband

Hamburg
Schloßmühlendamm 14
21073 Hamburg
Telefon: 040/7658736
Telefax: 040/7659456


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Landesverband

Schleswig-Holstein
Hindenburgdamm 60
25424 Pinneber
Telefon: 04101/219207
Telefax: 04101/204581


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Landesverband

Sachsen-Anhalt
Schleinufer 22 II
39104 Magdeburg
Telefon: 0391/5414050


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Landesverband

Saarland
In den Helden 10
66740 Saarlouis
Telefon: 06831/86552


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Landesverband

Niedersachsen
Wilshoop 14
38442 Wolfsburg
Telefon: 05362/3736
Telefax: 05362/64681


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Ortsverband

Berlin-Ost
Helene-Weigel-Platz 10
12681 Berlin
Telefon: 030/5425103


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Ortsverband

Berlin-West
Orchideenweg 14
12357 Berlin
Telefon: 030/6618895


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Ortsverband

Rathenow (Brandenburg)
Berliner Straße 8
14712 Rathenow
Telefon: 03385/3647


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Ortsverband

Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern)
Wittenberger Strasse 17
19063 Schwerin
Telefon: 0385/376490


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Ortsverband

Nürnberg/Ansbach (Bayern)
Nelkenstrasse 18
91522 Ansbach
Telefon: 0981/61908


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Ortsverband

Kassel (Hessen)
Wolfsäckerweg 16
34125 Kassel
Telefon: 0561/8709094


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Ortsverband

Bad Salzuflen (Nordrhein-Westfalen)
Alte Vlothoer Strasse 47-49
32105 Bad Salzuflen
Telefon: 05222/374209


Deutscher Allergie- und Asthmabund - Ortsverband

Erfurt (Thüringen)
Ottostrasse 10
99092 Erfurt
Telefon: 0361/2253103


Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB)

Bundesverband/Beratungsstelle
Fliethstr. 114
41061 Mönchengladbach
Telefon: 02161/814940
Telefax: 02161/8149430
Email: info@daab.de
Internet: http://www.daab.de


Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) - Ost

Kohlenstr. 2
04107 Leipzig
Telefon: 0341/2132137
Telefax: 0341/2132139
Email: ost@daab.de
Internet: http://www.daab.de


Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB) - Süd

Blücherstrasse 31
67063 Ludwigshafen
Telefon: 0621/524877
Telefax: 0621/527863
Email: sued@daab.de
Internet: http://www.daab.de


Institut für Umweltkrankheiten (IFU)

Im Kurpark 1
34308 Bad Emstal
Telefon: 05624/8061
Telefax: 05624/8695
Email: ifu@ifu.org
Internet: http://www.ifu.org


Pollenflugvorhersage Baden-Württemberg

Telefon: 0190 1154 93


Pollenflugvorhersage Bayern

Telefon: 0190 1154 94


Pollenflugvorhersage Brandenburg, Berlin

Telefon: 0190 1154 87


Pollenflugvorhersage bundesweit

Telefon: 0190 1154 80


Pollenflugvorhersage Hamburg

Telefon: 0190 1154 82


Pollenflugvorhersage Hessen

Telefon: 0190 1154 86


Pollenflugvorhersage Mecklenburg-Vorpommern

Telefon: 0190 1154 84


Pollenflugvorhersage Niedersachsen, Bremen

Telefon: 0190 1154 83


Pollenflugvorhersage Nordrhein-Westfalen

Telefon: 0190 1154 85


Pollenflugvorhersage Rheinland-Pfalz

Telefon: 0190 1154 92


Pollenflugvorhersage Saarland

Telefon: 0190 1154 91


Pollenflugvorhersage Sachsen

Telefon: 0190 1154 90


Pollenflugvorhersage Sachsen-Anhalt

Telefon: 0190 1154 88


Pollenflugvorhersage Schleswig-Holstein

Telefon: 0190 1154 81


Pollenflugvorhersage Thüringen

Telefon: 0190 1154 89


Selbsthilfegruppe MCS-Patienten

Tondernweg 23
25479 Ellerau
Telefon: 04106/75646


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 08.07.2014

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Quelle: martens.de

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