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Informationen über: Leberzirrhose

Krankheitsbild

Bei der Leberzirrhose handelt es sich um eine sehr ernst zu nehmende Lebererkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch die Zerstörung der normalen Leberarchitektur, die für das Funktionieren des Organs von großer Wichtigkeit ist und der Ausbildung so genannter Regeneratknoten.

 

So äußert sich eine Leberzirrhose

Lange Zeit bemerken Erkrankte häufig keinerlei Symptome, weil die funktionsfähigen Leberreste, viele Aufgaben noch halbwegs erfüllen können. Erst bei größerer Beeinträchtigung fühlen sich die Betroffenen dann müde und klagen über Leistungsverminderung, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, unbestimmte Oberbauchbeschwerden, Blähungen, Verstopfung oder Durchfälle. Später kommen dann typische Hautveränderungen hinzu. Die Gesichtsfarbe wird schmutzig grau und es bilden sich Gefäßerweiterungen an der Haut, Gefäßsternchen im Gesicht und/oder eine knallrote, glänzend lackierte Zunge. Bei Männern können sich darüber hinaus Brüste entwickeln, weil die Leber die weiblichen Hormone, die auch im männlichen Organismus vorhanden sind, nicht mehr abbauen kann. Bei Frauen treten Menstruationsstörungen auf. In späteren Stadien ist auch das Ausgehen von Achsel- und Schamhaaren möglich.

Diagnose

Der Verdacht auf eine Lebererkrankung begründet sich auf der Vorgeschichte und der körperlichen Untersuchung (im fortgeschrittenen Stadium oft deutliche Zeichen, siehe oben). Des Weiteren wird eine Blutprobe untersucht unter anderem auf Cholinesterase und bestimmte Gerinnungsfaktoren. Deren Bildungsort ist die Leber. Deshalb sind deren Werte bei einer Lebererkrankung oft vermindert. Dagegen ist die Menge an Transaminasen, den so genannten Leberenzymen wie GOT, GGT und GPT und Alkalischer Phosphatase, meist erhöht. Um Art und Ausmaß einer eventuellen Leberschädigung zu ermitteln, wird der Arzt ggf. weitere Untersuchungen veranlassen, zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung oder eine Leberbiopsie.

Ursachen

Die Leberzirrhose ist die Endstrecke einer Vielzahl von Lebererkrankungen

Hauptursache ist ein Zuviel an Alkohol

40 bis 60 % aller Leberzirrhosen sind durch chronischen Alkoholmissbrauch bedingt. Wenn ein Mann beispielsweise mehr als ca. 80 Gramm pro Tag reinen Alkohols zu sich nimmt, verdoppelt sich sein Risiko, eine Leberzirrhose zu entwickeln. 100 bis 120 Gramm pro Tag führen bereits zu einer Risiko-Verzehnfachung!

Trotzdem entwickelt nicht jeder eine Leberzirrhose. Man nimmt daher an, dass zur Auslösung weitere Komponenten nötig sind, beispielsweise falsche Ernährungsgewohnheiten oder erbliche Faktoren.

 

Darüber hinaus können andere Faktoren eine Leberzirrhose auslösen, an zweiter Stelle stehen Hepatitis B, C und D (Leberentzündung). Auch einige Chemikalien, Medikamente und Erkrankungen wie z.B. Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), Kupferstoffwechselkrankheit (Morbus Wilson), Glykogenspeicherkrankheit und andere können letztendlich zur Ausbildung einer Leberzirrhose führen.

Verlauf/Folgen

Die im Rahmen einer Leberzirrhose eingetretene Vernarbung von Lebergewebe lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Wenn die Auslöser jedoch bereits im Anfangsprozess ausgeschaltet werden, kann das Forschreiten der Zirrhose gestoppt werden. Andernfalls schreitet die Leberschädigung fort und führt u.U. zu Folgeerkrankungen wie Pfortaderhochdruck, Wassersucht, Erweiterungen der Speiseröhrenvenen mit der Gefahr lebensbedrohlicher Blutungen, Leberkoma und Leberkrebs.

Die Zerstörung der Leberzellen kann lebensbedrohliche Ausmaße annehmen, so dass ein Weiterleben letztlich nur noch über eine Lebertransplantation gesichert werden kann.

Erfolg versprechend scheint eine Stammzellentherapie zu sein, bei Mäusen ist es gelungen, aus Stammzellen der Haut Zellen zu erzeugen, die neues Lebergewebe bilden. Vielleicht kann diese Therapie in einigen Jahren beim Menschen angewendet werden.

Wann zum Arzt

Die Behandlung einer Leberzirrhose gehört aufgrund der Komplikationsmöglichkeiten in die Hand eines Arztes

Das können Sie tun:

Überblick

Jede Leberzirrhose gehört in die Hand eines Arztes. Halten Sie sich konsequent an seine Therapie und unterstützen Sie die Behandlung durch Maßnahmen, die Ihre Leber schonen. Andernfalls kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen.

Um einem weiteren Fortschreiten der Leberzirrhose vorzubeugen, sollte als Grundmaßnahme die auslösende Ursache soweit wie möglich ausgeschaltet und Medikamente, die die Leber zusätzlich schädigen könnten, nach Möglichkeit abgesetzt werden.

 

So unterstützen Sie die Regeneration der Leber und beugen einer Verschlechterung vor:

An Maßnahmen, die Sie selbst ergreifen können, steht an erster Stelle die richtige Ernährung. Hierzu zählt, dass Sie konsequent auf jeden Tropfen Alkohol verzichten. Ernähren Sie sich ausgewogen und achten Sie auf eine ausreichende Substitution v. a. fettlöslicher Vitamine. Meiden Sie Nahrungsmittel, die Leberkranke häufig schlecht vertragen. Darüber hinaus muss Ihre Ernährung auf den Zustand Ihrer Leber abgestimmt werden. Falls Ihnen Ihr Arzt daher besondere Diäthinweise gegeben hat, halten Sie diese strikt ein.

Medikamente

Je nach auslösender Ursache der Leberzirrhose können verschiedenste Medikamente zum Einsatz kommen. Alle Medikamente, die die Leber zusätzlich schädigen könnten, sollten allerdings wenn möglich abgesetzt werden.

In manchen Fällen kann dem Organismus durch eine Lebertransplantation wieder funktionierendes Lebergewebe zur Verfügung gestellt werden.

Allgemeine Maßnahmen

Die für die Leberzirrhose verantwortliche Ursache sollte soweit möglich ausgeschaltet werden, um eine weitere Verschlimmerung der Erkrankung zu verhindern. Auftretende Komplikationen sollten zügig von einem Arzt behandelt werden. Eine regelmäßige Kontrolle ist zur Früherkennung eines Leberzellkarzinoms, für das bei Leberzirrhose ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht, nötig.

Ernährung

Regeln

  • Verzichten Sie auf Alkohol
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und achten Sie auf eine ausreichende Substitution fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) sowie von Folsäure und Thiamin
  • Nehmen Sie eine leichte Vollkost mit reichlich Ballaststoffen zu sich. Ballaststoffreich sind beispielsweise: Vollkornbrot, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Gemüse und Obst (Sie sollten aber nur Obst- und Gemüsesorten essen, die Sie vertragen, s.u.).

 

Leichte Vollkost

Bei der leichten Vollkost ernähren Sie sich weitgehend normal. Ausgeschlossen sind lediglich solche Lebensmittel oder Speisen, die Sie schlecht vertragen. Die folgende Liste enthält Nahrungsmittel, die erfahrungsgemäß bei entsprechenden Erkrankungen Unverträglichkeitserscheinungen auslösen können. Sie sollten daher in Ihrer Vollkost nur dann vorkommen, wenn Sie diese Produkte vertragen.

 

Oft schlecht verträglich bei Lebererkrankungen:

Obst, Gemüse

rohes Stein- und Kernobst, Pilze, Lauch, Hülsenfrüchte, Gurkensalat, Weißkohl, Grünkohl, Paprikagemüse, Sauerkraut, Rotkraut, Zwiebeln, Wirsing, Pommes frites, Kopfsalat, Kartoffelsalat, Nüsse

Milchprodukte

Sahne

Fleisch

paniert Gebratenes, Geräuchertes, Eisbein

Getränke

kohlensäurehaltige Getränke

Sonstiges

fritierte Speisen, fette Speisen, süße und fette Backwaren, hart gekochte Eier, frisches Brot, Bohnenkaffee, Mayonnaise

 

Im Einzelfall müssen ggf. weitere Ernährungsregeln befolgt werden

Bei Wasseransammlungen im Gewebe, Fettresorptionsstörungen, deutlicher Verringerung der Entgiftungsfunktion der Leber, sowie bei hepatitischer Enzephalopathie sind spezielle Ernährungsregeln zu beachten. Da Zinkmangel ein wesentlicher Punkt bei der Entstehung einer hep. Enzephalopathie ist, wird die Zufuhr von 15-30mg Zink/ Tag, auch zur Verbesserung der Regenerationsfähigkeit des Organs empfohlen.

Sonstiges

Folgende Therapieverfahren werden darüber hinaus u.a. eingesetzt: Lebertransplantation, Zelltherapie, Organotherapie und O2-Mehrschritt-Therapie.

Selbsthilfegruppen

AL-ANON-EKA (Erwachsene Kinder von Alkoholikern)

c/o Frauenfriedenskirche
Zeppelinallee 101
60325 Frankfurt/M.


Al-Anon-Familiengruppen

Zentrales Dienstbüro
Emilienstr. 4
45128 Essen
Telefon: 0201/773007
Telefax: 0201/773008
Email: al-anon.zdb@t-online.de
Internet: http://www.al-anon.de


Anonyme Alkoholiker (AA)

Interessen gemeinschaft e.V
Postfach 460227
80910 München
Telefon: 0 89/3 16 95 00
Telefax: 0 89/3165100
Email: kontakt@anonyme-alkoholiker.de
Internet: www.anonyme-alkoholiker.de


Anonyme Ärzteselbsthilfegruppe der AA

Bahnhofstr. 36
86971 Peiting
Telefon: 08861/6115
Telefax: 08861/693241
Email: samariterin@t-online.de


Blaues Kreuz in der Evangelischen Kirche e.V. (BKE) Bundesverband

Fr. Hannelore Breuer
Märkische Str. 46
44141 Dortmund
Telefon: 0231/5864132
Telefax: 0231/5864132
Email: bke@blaues-kreuz.org
Internet: http://www.blaues-kreuz.org


Blaues Kreuz in Deutschland e.V. (BKD)

Bundesgeschäftsstelle
Freiligrathstr. 27
42289 Wuppertal
Telefon: 0202/620030
Telefax: 0202/6200381
Email: bkd@blaues-kreuz.de
Internet: http://www.blaues-kreuz.de


Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren e.V. (DHS)

Westring 2
59065 Hamm
Telefon: 02381/9015-0
Telefax: 02381/9015-30
Email: info@dhs.de
Internet: http://www.dhs.de


Deutsche Leberhilfe e.V.

Luxemburger Str. 150
50937 Köln
Telefon: 0221/2829980
Telefax: 0221/2829981
Email: info@leberhilfe.org
Internet: http://www.leberhilfe.org


Deutscher Frauenbund für alkoholfreie Kultur

Kurt-Tucholsky-Straße 7
63329 Egelsbach
Telefon: 06103/42731
Telefax: 06103/42731


Deutscher Guttempler Orden (I.O.G.T.) e.V.

Ordenszentrale
Adenauerallee 45
20097 Hamburg
Telefon: 040/245880
Telefax: 040/241430
Email: info@guttempler.de
Internet: http://www.guttempler.de


Elterninitiative alkoholgeschädigter Kinder e.V.

Goethestr. 90
47166 Duisburg
Telefon: 0203/581637


Fachverband Sucht e.V. (FVS)

Adenauerallee 58
53113 Bonn
Telefon: 0228/261555
Telefax: 0228/215885
Email: sucht@sucht.de
Internet: http://www.sucht.de


Freie Demokratische Wohlfahrt e.V.

Geschäftsstelle
Bundesallee 131
12161 Berlin
Telefon: 030/8519068


Gesamtverband für Suchtkrankenhilfe im Diakonischen Werk der EKD e.V.

GVS
Kurt-Schuhmacher-Str. 2
34117 Kassel
Telefon: 0561/10957-0
Telefax: 0561/778361
Email: gvs@sucht.org
Internet: http://www.sucht.org


Hilfe zur Selbsthilfe Suchtkranker und Suchtgefährdeter e.V.

Postfach 102903
69019 Heidelberg
Telefon: 06221/767655


Hilfe zur Selbsthilfe Suchtkranker und Suchtgefährdeter e.V.

Hausadresse
Schubertstr. 17
69214 Eppelheim


Kreuzbund e.V. Selbsthilfe für Suchtkranke Bundesgeschäftsstelle

Fr. Gunhild Ahmann
Münsterstr. 25
59065 Hamm
Telefon: 02381/67272-0
Telefax: 02381/67272-33
Email: info@kreuzbund.de
Internet: http://www.kreuzbund.de


Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland e.V.

Jutta Riemer
Maiblumenstr. 12
74626 Bretzfeld
Telefon: 07946/940187
Telefax: 07946/940186
Email: info@lebertransplantation.de
Internet: http://www.lebertransplantation.de


Verband ambulanter Behandlungsstellen für Suchtkranke/Drogenabhängige e.V.

VABS
Karlstr. 40
79104 Freiburg
Telefon: 0761/200363
Telefax: 0761/200350
Email: vabs@caritas.de
Internet: http://www.vabs.caritas.de


Verein leberkrankes Kind e.V.

Reiner Pilz
Weimarer Str. 3
34379 Calden
Telefon: 05609/8090219
Telefax: 05609/804614
Email: pilz-calden@t-online.de


Literaturquellen





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Quelle: martens.de

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