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Informationen über Osteomalazie

Krankheitsbild

Vitamin D ist für die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus dem Darm verantwortlich. Bei einer Unterversorgung mit Vitamin D kann der Körper nicht genügend Calcium aus dem Darm aufnehmen, ganz gleich wie viel Calcium Sie verzehren. Letztlich führt der Vitamin D-Mangel zu einem verringerten Gehalt an Calcium und Phosphat im Blut und das wiederum zu Knochenerkrankungen, bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie.

 

So äußert sich Osteomalazie

Damit der Calciumspiegel im Blut nicht abfällt, holt sich der Körper das Calcium dann aus seinen Depots, den Knochen, um damit Muskeln, Herz und Nerven zu versorgen. Im Laufe der Zeit führt das zu einem Verlust an Knochenmasse (Osteomalazie). Die Knochen werden porös. Es kann zu Knochenverbiegungen, Skelettschmerzen, Gehstörungen und zu Krämpfen (infolge des auch im Blut verringerten Calciumspiegels) kommen. Zusätzlich führt der Vitamin-D-Mangel zu einem verminderten Muskeltonus sowie zu herabgesetzter Muskelkraft. Das wiederum erhöht das Risiko zu stürzen und die verschlechterte Knochensubstanz erhöht dann zusätzlich das Risiko, dabei einen Knochenbruch zu erleiden.

 

So äußert sich Rachitis

Beim Säugling sind oftmals Muskelkrämpfe (Tetanie) das erste Zeichen einer Rachitis, hervorgerufen durch einen zu niedrigen Calciumspiegel. Bei älteren Kindern stehen Wachstumsstörungen im Vordergrund. Sie lernen langsamer sitzen und krabbeln und die Fontanelle schließt sich später als üblich. Außerdem kann es zu Verbiegungen der Wirbelsäule sowie X- und O-Beinen kommen. Die Muskelkraft ist herabgesetzt und der Muskeltonus vermindert, was Schmerzen beim Laufen verursachen kann.

 

Unser Körper kann mit Hilfe von UV-Licht, speziell den UV-B-Strahlen, selbst Vitamin D synthetisieren

Bei Menschen unter 70 Jahren reicht während der Sommermonate bereits ein 10-minütiger Aufenthalt im Freien mit Bestrahlung der Hände und des Gesichtes, um den Tagesbedarf an Vitamin D zu decken. Wer sich das ganze Jahr über viel in der Sonne aufhält, kann auf diese Weise genug Vitamin D speichern, um bis zum Frühling durchzukommen. Allerdings braucht das selbst gebildete Vitamin D drei Tage, bis es der Körper aufgenommen hat, wenn es nicht zuvor durch ausgiebige Schaumbäder oder reichliches Duschen aus der Haut herausgewaschen wird. Bei kürzeren Zeiten an der frischen Luft sowie im Winter und bei Senioren reicht die Eigensynthese oft nicht aus. Dann ist der Körper auf die ergänzende Zufuhr über die Nahrung angewiesen.

 

Besonders wichtig ist Vitamin D für Säuglinge

Denn der Vitamin D-Gehalt der Muttermilch reicht nicht aus, um ihren Bedarf zu decken. Wegen ihrer empfindlichen Haut sollen sie außerdem auch nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Deshalb empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) während des gesamten Säuglingsalters zur Rachitis-Prophylaxe die Gabe eines Vitamin D-Präparats, und zwar unabhängig von der Jahreszeit. Für Erwachsene, Schwangere und Senioren empfiehlt die DGE eine tägliche Zufuhr von 800 I.E. pro Tag.

Diagnose

Neben der Vorgeschichte (nicht durchgeführte Vitamin D-Prophylaxe bei Kindern, Leber- und Nierenerkrankungen,…) und der körperlichen Untersuchung kommen Blut- sowie Röntgenuntersuchungen der betroffenen Skelettabschnitte zum Einsatz.

Ursachen

Ein Mangel an Vitamin D ist bei uns in Mitteleuropa relativ häufig. Ursachen für einen Vitamin D-Mangel können eine zu geringe Eigensynthese oder eine gestörte Zufuhr, zum Beispiel infolge Erkrankungen des Darmes oder fehlender Sonneneinstrahlung, sein. Auch Erkrankungen, die zu einer Funktionseinschränkung von Leber bzw. Niere führen, können neben anderen Beschwerden einen Vitamin D-Mangel verursachen.

 

Diese Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet

Da unsere Ernährung meist wenig Fisch und Vitamin-D-haltige Nahrungsmittel enthält, sind in unseren Breitengraden besonders gefährdet:

 

  • Säuglinge im ersten Lebensjahr

 

  • dunkel pigmentierte Menschen (z.B. türkische Gastarbeiter) sowie speziell deren Kinder.

 

  • Menschen, deren Haut zu wenig UV-Licht erhält.
    Wenn seltene Aufenthalte im Freien mit einem fortgeschrittenen Lebensalter (d.h. einer altersbedingten eingeschränkten Fähigkeit, Vitamin D selbst zu produzieren) zusammenfallen, wird die Gefahr eines Vitamin D-Mangels besonders groß. Das ist der Grund dafür, dass man bei vielen Bewohnern in Altersheimen eine Vitamin D-Unterversorgung findet.

 

  • Menschen, bei denen die Aufnahme des Vitamin D aus der Nahrung gestört ist, beispielsweise infolge einer Störung der Fettverdauung. Diese kann verursacht werden durch einen Mangel an Gallensäuren, eine Erkrankung wie Zöliakie/Sprue, eine Schwäche der Bauchspeicheldrüse o.a.

Verlauf/Folgen

Wird der Vitamin D-Mangel nicht behandelt, kommt es zu einem Fortschreiten der Symptome und die Skelettdeformierungen nehmen zu. Speziell bei Kindern können durch Störungen des Wachstums bleibende Schäden, sowie lebensbedrohliche Komplikationen durch die Verminderung des Calciumspiegels im Blut entstehen. Deshalb sollten schnellstmöglich beim Auftreten von Beschwerden Maßnahmen zur Substitution von Vitamin D (eventuell auch Calcium) getroffen werden.

In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass Vitamin D nicht nur für die Knochengesundheit zuständig ist. Wenn ein Mangel vorliegt, erhöht sich auch das Risiko für Erkältungen (um 40%) , Rheuma, Diabetes, Multiple Sklerose und koronare Herzkrankheiten (um mehr als das Doppelte!)

Wann zum Arzt

Wenn oben beschriebene Beschwerden auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er kann eventuell bestehende Grunderkrankungen abklären und geeignete Behandlungsmaßnahmen einleiten.

Das können Sie tun:

Überblick

Eine ausgewogene Ernährung und mäßige aber regelmäßige Sonneneinstrahlung auf unbedeckte Haut können den Tagesbedarf eines gesunden Erwachsenen an Vitamin D decken. Für Kinder, bei denen der Bedarf durch die Ernährung allein nicht gedeckt wird, ist eine Vitamin D-Prophylaxe während des ersten Lebensjahres von großer Wichtigkeit.

Bestehen Erkrankungen, die den Vitamin D-Mangel verursachen, sollte versucht werden, diese zu behandeln. Bei Bedarf kann Vitamin D darüber hinaus substituiert werden, auch über längere Zeit. Wenn nötig, wird Ihnen Ihr Arzt eine entsprechende Vitamin D-Substitution verordnen, die oftmals auch eine Calciumsupplementierung einschließt.

Medikamente

Wenn Sie Vitamin D zusätzlich zuführen wollen

dann sollten Sie nicht Zuviel des Guten tun, denn Vitamin D kann überdosiert werden! Es kann sogar zu einer tödlichen Vitamin D-Vergiftung kommen. Als unschädliche Tagesdosis werden ca. 25µg angegeben.

Vitamin D wird vom Körper übrigens besser vertragen, wenn genügend Vitamin E, C und Cholin vorhanden sind.

 

So äußert sich eine Überdosierung

Anfangs kommt es zu Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, unregelmäßigem Puls und ggf. einer Nierenschädigung. Sie äußert sich durch Durst, Ausscheidung erhöhter Harnmengen, vermehrtem nächtlichem Wasserlassen und Eiweiß-verlusten mit dem Urin. Auch eine Entwicklung von Nierensteinen ist möglich. Später kommt es zu einer Demineralisation des Skeletts mit nachfolgender Osteoporose, Calciumeinlagerungen ins Gewebe und einem erhöhten Calciumspiegel im Blut, der wiederum zu Herz- und Muskelstörungen führen kann.

Eine Überdosierung (Hypervitaminose) von Vitamin D wird erst bei über Monate dauernder Zuführung von über dem 10-fachen der normalen Dosis auftreten.

 

 

Leiden Sie an Nierensteinen?

Dann sollten Sie eigenmächtig keinesfalls Vitamin D zuführen, sondern Ihren Arzt befragen.

Ernährung

Um den täglichen Bedarf zu decken, genügen zwei Mahlzeiten mit Seefisch pro Woche, denn gerade Seefische wie Hering, Lachs, Makrele, Heilbutt, Sardine und Thunfisch sind besonders reich an Vitamin D. Auch Lebertran enthält ausgesprochen viel Vitamin D (ca. 120 I.E. pro Gramm). Ältere Personen ab 60 Jahren sollten täglich 800-2000 Einheiten Vitamin D zu sich nehmen, bei unzureichender Ernährung auch als Nahrungsergänzung.

 

Folgende Lebensmittel zeichnen sich durch einen hohen Vitamin D-Gehalt aus

 

Fleisch

Leber

 

Fisch

Fischleber, Fischlebertran, Fettfische (z.B. Hering, Makrele, Lachs, Aal, Sardinen, Thunfisch, Heilbutt, Rotbarsch, Kaviar, weniger in Forelle, Makrele und Dorsch), Muscheln, Austern, Fischöl

 

Fett

Margarine, Butter

 

Milchprodukte

Sahne, Speisequark (40% Fett i.Tr.), Käse, weniger in Vollmilch

 

Eier

Eigelb

 

Gemüse

Pilze

 

Sonstiges

Lebertran

 

Durch Lagerung und Zubereitung ergeben sich keine Verluste, denn Vitamin D ist hitzestabil bis 180°C.


Literaturquellen





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Quelle: martens.de

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