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Informationen über: Schultergelenks-Periarthropathien

Krankheitsbild

Die Schultersteife, vom Mediziner als Periarthropathia bezeichnet, ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen der Muskeln und Sehnen um das Schultergelenk. Alle diese Erkrankungen sind gutartig, aber oft sehr schmerzhaft und hartnäckig. Betroffen sind meistens die Sehnen einzelner Muskeln, beispielsweise des Bizeps oder des Schulterblattmuskels.

 

Dies sind typische Symptome

Den Betroffenen fällt meist zuerst der spontane Schmerz in der Schultergegend auf. Hinzu kommen dann Nachtschmerzen, besonders beim Liegen auf der kranken Seite. Nicht selten klagen die Erkrankten über Schmerzen bei bestimmten Bewegungen, zum Beispiel beim Heben der Arme. Die Schmerzen strahlen typischerweise in die Umgebung aus. Auch gibt es bestimmte Punkte, die besonders schmerzhaft sind. Bei unbehandelten Fällen kommt es zu zunehmender Bewegungseinschränkung und unter Umständen zu einer völligen Versteifung. Doch das muss nicht sein, denn es gibt mehrere Therapiemöglichkeiten, um diese Erkrankung zu heilen.

Diagnose

Die Diagnose lässt sich mit Hilfe der Vorgeschichte und der körperlichen Untersuchung stellen. Es können noch weitere Untersuchungen, wie Röntgenaufnahmen des Schultergelenks nötig werden.

Ursachen

Periarthropathia bedeutet in deutscher Sprache "Erkrankungen um das Gelenk herum". Gemeint sind damit Prozesse, die Strukturen betreffen, die sich um das Schultergelenk herum befinden. Dazu gehören Sehnen, Muskeln, Bänder und auch die so genannten Schleimbeutel. Am häufigsten sind Erkrankungen der Sehnen.

Die Beschwerden können verschiedene Ursachen haben. Sie treten z.B. auf infolge von Verletzungen, nach Infektionen, durch Körpergifte und nach Aufenthalt in zu feuchtkalter Umgebung. Auch nach extremer Über- oder Fehlbelastung kann das Beschwerdebild auftreten.

Das können Sie tun:

Überblick

Bei der Behandlung werden verschiedene Strategien verfolgt. Zum einen versucht man mit Hilfe von Medikamenten, die Entzündung zurückzudrängen. Zum zweiten strebt man an, mit ausgewählten Naturheilverfahren, insbesondere der so genannten physikalischen Therapie, das Beschwerdebild zu verbessern. Falls es Ihnen möglich ist, an einer mehrwöchigen Kur teilzunehmen, sollten Sie sich diese Chance nicht entgehen lassen. Dort kann man gezielt auf Ihre Beschwerden eingehen. In sehr seltenen Fällen wird eine Radiotherapie oder eine operative Therapie in Betracht gezogen.

 

Darüber hinaus können Sie selbst aktiv mithelfen, beispielsweise mit der richtigen Ernährung. Darüber hinaus haben sich Bewegungsmaßnahmen und Hausmittel bewährt. Auch homöopathische Arzneimittel können hilfreich sein.

Homöop. Arzneimittel

Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Causticum

 

bei Kraftlosigkeit, Gliederschwäche und einem Gefühl, als ob die Glieder zu kurz wären; Gelenke wie verrenkt, ständiger Bewegungsdrang, Bedürfnis sich zu dehnen (besonders nachts), Schulter- und Ellenbogenschmerzen wie eingeschlafen; Verschlimmerung durch Kälte und Zugluft.

 

Hedera helix

 

bei heftigen Armschmerzen und Erwachen um 7 Uhr mit Schmerzen und Eingeschlafensein des linken Arms; Verschlimmerung nachts und morgens; Besserung durch Schütteln des Arms.

 

Magnesium carbonicum

 

bei schmerzhaftem Zerschlagenheitsgefühl der Arme; Schmerzen wie Muskelkater, Schmerzen in der rechten Schulter, wie verrenkt, kann sich nicht ruhig halten, Beschwerden treten anfallweise auf; nächtliche Verschlimmerung.

 

Pulsatilla

 

bei reißendem, stechendem Schulterschmerz; Gefühl wie verrenkt, starke Frostigkeit; Verschlimmerung durch Wärme, in Ruhe und durch Hängen lassen des Armes; Besserung durch fortgesetzte Bewegung.

 

Allgemeine Maßnahmen

Haben Sie die Möglichkeit, an einer mehrwöchigen Kur teilzunehmen? Dann lassen Sie sich diese Chance nicht entgehen! Besonders hartnäckige Fälle werden dort beispielsweise mit Heilquellen behandelt. Zur Anwendung kommen beispielsweise Schwefelwässer, Sole, Thermen und Radonwässer. Einen Versuch ist es auf jeden Fall wert!

Hausmittel

Das, was Ihnen Ihr Arzt an physikalischer Therapie verordnet, können Sie - wenn er einverstanden ist - im kleinen Maßstab auch zu Hause durchführen.

 

Bewährt haben sich

  • Priessnitz-Wickel
  • lauwarmer Fango
  • Auflagen aus Wachholdernadeln, Eukalyptusblättern oder Kohl
  • Schlenzkur

 

Priessnitz-Wickel

Sie benötigen eine Fangopackung oder ein saugfähiges Tuch und Eiswürfel.

Tauchen Sie die Fangopackung/das saugfähige Tuch in mit Eiswürfel versetztes Wasser. Wringen Sie es leicht aus und legen Sie es um die schmerzende Partie herum. Erneuern Sie den Wickel alle 15 Minuten.

 

Auflagen aus Wachholdernadeln oder Eukylyptusblättern

Erstellen Sie aus Wacholdernadeln oder Eukalyptusblättern einen Teesud. Mischen Sie diesen mit einem Esslöffel Lehm und geben Sie diese Mischung auf ein Leinentüchlein. Legen Sie dieses dann auf die schmerzende Stelle.

 

Kohlblätterauflagen

Legen Sie ein oder mehrere große frische Kohlblätter auf die betroffene Stelle und Sie sich dann einfach aus.

 

Schlenzkur

Bei der Schlenzkur handelt es sich um ein Überwärmungsbad. Sie gilt als erprobtes Verfahren zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen. Sie brauchen:

  • Wanne mit warmem Wasser von mindestens 37 °C
  • Gurt oder starkes Tuch zur Stützung des Kopfes
  • ggf. vorbereitend 1-2 Tassen Kräutertee trinken (geeignet: Melisse, Minze, Holunder, Goldrute)

Tauchen Sie in der Wanne den Kopf unter Wasser! Das ist ganz wichtig, damit sich die Wärme gleichmäßig über den ganzen Körper verteilen kann. Aber lassen Sie Mund und Nase zum Atmen aus dem Wasser hinausragen. Da es ermüdet, diese Stellung auf Dauer einzuhalten, befestigen Sie am Kopfende der Badewanne einen Gurt, es kann auch ein starkes Tuch sein, um den Kopf zu stützen.

Achten Sie darauf, dass die Temperatur des Bades mindestens 37 °C beträgt. Lassen Sie gegebenenfalls heißes Wasser nachlaufen. Dehnen Sie Ihr Bad nicht zu lange aus, denn das heiße Wasser belastet extrem den Kreislauf. 10 bis 15 Minuten sollten reichen. Anschließend legen Sie sich zum Ruhen am besten ins Bett. Die Überwärmung des Körpers erzeugt eine Art künstliches Fieber. Dieses kann sehr viele Schlacken, die sich im Körper abgelagert haben, verbrennen.

Sport/Fitness

Für Ihre Gesundheit können Sie natürlich auch in sportlicher Hinsicht einiges tun. Ideal ist für Sie eine gezielte Krankengymnastik, weil die Krankengymnastin gezielt Ihre Muskelgruppen trainieren kann. Dadurch wird Gelenkflüssigkeit produziert und das Gelenk "rostet" nicht ein. Am besten führen Sie die erlernten Übungen anschließend zu Hause regelmäßig fort. Empfehlenswert sind darüber hinaus alle Sportarten, bei denen Sie Ihren Arm schonend bewegen, beispielsweise schwimmen. Auch eine vorsichtige Unterwassergymnastik ist geeignet. Stoppen Sie die Übungen sofort, wenn eine Verschlimmerung auftritt.

Sonstiges

Sonstige Behandlungsverfahren

Wenn die Erkrankung ein chronisches Stadium erreicht hat, werden energetische Verfahren eingesetzt, zum Beispiel Reizströme und Ultraschall. Auch eine Eigenbluttherapie hat vielen geholfen. Wenn jedoch alles nichts hilft, kann man es noch mit einer Radiotherapie oder sogar einer Operation versuchen. Bei letzterer werden die angesammelten Kalkdepots entfernt und so wieder mehr Bewegungsspielraum für das Gelenk geschaffen.

 

Schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an

Als besonders hilfreich hat sich der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe erwiesen. Hier können Sie sich mit ebenfalls Betroffenen austauschen und erfahren viele hilfreiche Tipps. Letzteres gilt auch für Patientenratgeber, die Sie in der Apotheke oder im Buchhandel erwerben können.


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 11.08.2014

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Quelle: martens.de

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