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Informationen über: Speiseröhrenentzündung

Krankheitsbild

Mit Refluxkrankheit bezeichnet man Beschwerden wie saures Aufstoßen (Sodbrennen), Schluckbeschwerden, Aufstoßen von Luft, Druckschmerzen hinter dem Brustbein und Schmerzen oder Brennen in der Magengegend. Hinter dem Begriff Refluxösophagitis verbirgt sich dagegen eine Entzündung der Speiseröhre. Sie ist gekennzeichnet durch ein ähnliches Beschwerdebild und (mit dem Endoskop) sichtbare Verletzungen der Speiseröhre. Wenn nur die Beschwerden bestehen ohne erkennbare Veränderungen der Speiseröhre, spricht der Mediziner von nichterrosiver Refluxkrankheit.

Diagnose

Ob eine Refluxkrankheit vorliegt, lässt sich aufgrund des Beschwerdebildes und der Vorgeschichte bereits vermuten. Der Verdacht erhärtet sich, wenn im Rahmen der medikamentösen Therapie die Beschwerden zurückgehen. Ob jedoch eine Refluxösophagitis vorliegt, kann nur durch eine Endoskopie festgestellt werden. Dabei wird in die Speiseröhre ein schlauchförmiges, vorn beleuchtetes Instrument eingeführt, so dass sie von innen betrachtet werden kann.

Ursachen

Ausgelöst wird eine Speiseröhrenentzündung durch Eindringen von Magensaft in die Speiseröhre

Dies verhindert üblicherweise ein Schließmuskel am Speiseröhrenende/Magenanfang. Wenn dieser jedoch nicht richtig arbeitet oder der Druck vom Magen zu groß wird, kann es vorkommen, dass sein Schließmechanismus nicht mehr ausreichend funktioniert und es fließt mehr oder weniger saurer Magensaft in die Speiseröhre. Der Betroffene merkt dieses dann am sauren Aufstoßen.

 

Die ständige Säure löst Entzündungen aus

Auf Dauer verträgt die empfindliche Schleimhaut der Speiseröhre nicht den sauren Magensaft und es kommt zu einer mehr oder weniger starken Entzündung. Der Mediziner unterscheidet dabei vier Krankheitsstadien. Bei den ersten beiden ist der Krankheitsverlauf vergleichsweise leicht und die Entzündung heilt nach dem Ergreifen geeigneter Maßnahmen in der Regel folgenlos ab. Beim Stadium vier sind regelmäßige Kontrollen nötig und es kann ein operativer Eingriff erforderlich werden.

Verlauf/Folgen

Die nichterrosive Refluxkrankheit und die Refluxösophagitis im Stadium I-III ist für den Betroffenen oft unangenehm, kann aber durch Allgemeinmaßnahmen und Medikamente meist sehr gut behandelt werden.

Im Stadium IV der Refluxösophagitis besteht die Gefahr der Entwicklung eines Tumors der Speiseröhre. Deshalb raten die Ärzte dann zu regelmäßigen endoskopischen Kontrollen und Biopsien (Entnahme kleiner Gewebsstücke, die unter dem Mikroskop betrachtet werden).

Wann zum Arzt

Bei länger bestehenden Refluxbeschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit ggf. eine medikamentöse Therapie eingeleitet bzw. eine weitere Abklärung der Beschwerden erfolgen kann.

Das können Sie tun:

Überblick

Vermeiden Sie jeden Druck auf den Magen

Wichtig ist, dass ein Druck vom Magen zur Speiseröhre so weit wie möglich vermieden wird. Dieser kann viele Ursachen haben, beispielsweise eine falsche Ernährung, die Einnahme großer Mahlzeiten, einengende Kleidung, Übergewicht, Schwangerschaft, Verstopfung, Magenoperationen, einige Arzneimittel u.a.m.

Auch die Körperlage kann sich negativ auswirken. So werden die Beschwerden oftmals durch Liegen verstärkt. Während der Nacht empfiehlt es sich daher, zumindest den Kopf hoch zu lagern. Als besonders hilfreich hat sich darüber hinaus die richtige Ernährung erwiesen. Hierzu zählt, dass Sie anstelle großer Mahlzeiten lieber vier bis sechs kleine einnehmen und auf alle Lebensmittel, die Ihre Beschwerden verstärken, verzichten sollten. Wer Übergewicht hat oder unter Verstopfung leidet, sollte beides durch eine gezielte Umstellung der Ernährung abbauen.

 

Weiterhin haben sich Hausmittel zum Einnehmen und auch einige Umschläge/Wickel bewährt. Außerdem wird Ihnen Ihr Arzt je nach Schweregrad Ihrer Erkrankung Arzneimittel verordnen.

Medikamente

Neben den Allgemeinmaßnahmen kommen vor allem so genannte Protonenpumpenhemmer oder H2-Blocker zum Einsatz. Beide Medikamentengruppen vermindern die Bildung von Magensäure. Dadurch bessern sich die Beschwerden verbessert und eventuell bestehende Verletzungen der Speiseröhre können abheilen.

Ernährung

Im Prinzip dürfen Sie alles essen, aber achten Sie prinzipiell auf fett- und zuckerarme, aber eiweißreiche Ernährung. Günstig sind für Sie weiterhin Ballaststoffe (in Vollkornprodukten und Gemüse), weil sie einer möglichen Verstopfung vorbeugen. Allerdings sollten Sie alle Lebensmittel, die Sie erfahrungsgemäß schlecht vertragen, meiden. Dieses dürften vor allem Lebensmittel sein, die zu einer vermehrten Magensaftproduktion führen können.

 

Meiden Sie diese Lebensmittel, weil sie die Magensaftproduktion erhöhen

  • Alkohol
  • koffeinhaltige Getränke (Kaffee, Tee, Cola etc.) und auch koffeinfreier Kaffee. Haben Sie schon einmal beobachtet, ob Ihre Beschwerden durch diese Getränke verstärkt werden? Sie werden nämlich sehr unterschiedlich vertragen. Wenn Sie bei Ihnen Aufstoßen oder Schmerzen hervorrufen, sollten Sie sie ganz konsequent vermeiden. Nur wenn Sie sie stets einwandfrei vertragen, werden Sie sie in geringer Menge (und nicht so stark) auch weiterhin trinken dürfen.
  • fette Nahrungsmittel/Speisen, beispielsweise Fettgebackenes, Schmalz u.v.m.
  • alles Süße, vor allem Schokolade, gesüßte Limonaden, Pfefferminze u.a.
  • scharfe, saure Speisen und Getränke (z.B. Orangensaft, gewürzter Tomatensaft, Zwiebeln, Knoblauch, Essiggemüse, saures Obst u.a.)
  • sehr heiße oder sehr kalte Speisen/Getränke

 

Verteilen Sie Ihre Nahrung auf möglichst viele Mahlzeiten am Tag, am besten vier bis sechs. Besonders klein sollte Ihre Abendmahlzeit ausfallen. Nehmen Sie sie spätestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen zu sich und essen Sie danach gar nichts mehr.

Hausmittel

An Hausmitteln haben sich Mittel zum Einnehmen und Wickel bewährt. Im Folgenden haben wir Ihnen eine kleine Auswahl zusammengestellt. 

Zum Einnehmen

Roher Kartoffelsaft

Der Saft wird mit Hilfe eines Entsafters gewonnen oder durch Raspeln und anschließendes Abpressen. Von dem Saft nimmt man maximal 2 Esslöffel ein. Größere Mengen Kartoffelsaft sollten Sie aber keinesfalls einnehmen, da rohe Kartoffeln Inhaltsstoffe enthalten, die starke Nebenwirkungen in Form von Sehstörungen verursachen können.

 

Heilerde

Man nimmt 2 Teelöffel pulverisierter Heilerde auf ein Glas Wasser morgens nüchtern und mittags eine Stunde vor dem Essen ein.

 

Geriebener Apfel

Man nimmt mehrmals täglich 2-3 Esslöffel.

 

Haferflocken

Manche schwören auf rohe Haferflocken, die langsam im Munde zerkaut werden. Andere bevorzugen Haferflockensuppe.

 

Puffreiswaffeln

Auch leicht gesüßte Puffreiswaffeln haben manchem schon geholfen.

 

Teekur mit Tausendgüldenkraut

Man trinkt den Tee schluckweise über den Tag verteilt.

 

Wickel, Umschläge und ähnliches

Bewährt haben sich

 

Feuchtwarmer Wickel

Sie benötigen:

  • Leinentuch (je nach Wickelgröße ausreichend groß)
  • Zwischentuch
  • Wasser von ca. 50°C
  • Flanell- oder Wolltuch

Leinentuch ins Wasser tauchen und auswringen. Dann um den Körperteil wickeln, der behandelt werden soll. Darüber kommt das Zwischentuch, dann das Flanell- oder Wolltuch (ggf. mit zwei Sicherheitsnadeln fixieren). Der Wickel sollte eng anliegen und bis zu zwei Stunden wirken (oder über Nacht). Dann abnehmen und die Haut trockenreiben. Eventuell Bett vor Feuchtigkeit schützen durch Auflage eines Gummituches.

Ideal sind warme Wickel vor dem Essen oder gleich danach. Man kann sie mit einer zusätzlichen Wärmflasche über längere Zeit warm halten.

Selbsthilfegruppen

KEKS e.V. - Kreis für Eltern von Kindern mit Speisenröhrenmißbildungen

Sommerrainstr. 57
70374 Stuttgart
Telefon: 0711/9537886
Telefax: 0711/9537818
Email: info@keks.org
Internet: http://www.keks.org


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 13.02.2015

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Quelle: martens.de

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