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Informationen über: Stirnhöhlenkatarrh

Krankheitsbild

Nasennebenhöhlenentzündungen, vom Mediziner Sinusitis genannt, gehören zu den häufigen Komplikationen bei Erkältungskrankheiten.

Nach einem schlecht auskurierten Schnupfen macht sich eine Nebenhöhlenentzündung oftmals durch ein vermehrtes grünliches Nasensekret bemerkbar oder die Nase ist total verstopft. Oder aber, nach einem anfänglichen Schnupfen, läuft die Nase plötzlich nicht mehr. Das Sekret kann nicht mehr abfließen, Bakterien können sich vermehren und es kommt zu einer Entzündung.

 

So äußert sich eine Entzündung der Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen selbst sind Hohlräume im Gesicht, die sich hinter und über der Nase befinden. Zu ihnen gehören auch die Stirnhöhlen. Alle Nasennebenhöhlen sind mit den Nasenhöhlen verbunden und wie diese mit Nasenschleimhaut ausgekleidet. Wenn beim Abklingen einer Erkältung noch ein Druck auf den Nebenhöhlen verbleibt und die Symptome nach einer Woche eher zu- als abnehmen, dann liegt wahrscheinliche eine Sinusitis vor. Zu den typischen Beschwerden zählen:

·         verstopfte Nase

·         Fieber

·         Krankheitsgefühl

·         Kopfschmerzen und eine Zunahme der Schmerzen beim Bücken

·         Schmerzen im Oberkiefer, die in die Zähne ausstrahlen
Eine Eiterung der Kiefernhöhle kann Zahnschmerzen im Oberkiefer vortäuschen.

·         Druckschmerz im Bereich der Nasennebenhöhlen
Bei einer Entzündung der Kieferhöhlen tritt in der Regel ein Druckgefühl in den Backenknochen unterhalb der Augen im Wangenbereich auf und die Wangenknochen selbst sind druckempfindlich.
Bei einer Stirnhöhlenentzündung schmerzt meistens der Bereich über den Augen. Alle Beschwerden machen sich besonders nach dem Aufstehen und beim Bücken bemerkbar.

·         Schwellungen im Stirn- und Gesichtsbereich

·         vermindertes Hörvermögen durch mangelhaften Druckausgleich

·         Schwindel

 

Pro Jahr wird diese Diagnose Sinusitis rund 9 Millionen Mal gestellt, besonders häufig bei Erwachsenen. Je nach Lokalisation der Nebenhöhlenentzündung, können die Kieferhöhlen oder die Stirnhöhlen im Vordergrund stehen.  

Diagnose

Anhand der Dauer der Erkrankung unterscheidet der Mediziner. Bei einer Dauer unter 30 Tagen spricht der Mediziner von einer akuten bakteriellen Sinusitis. Wenn die Infektion seit 30 bis 90 Tagen vorliegt, handelt es sich um eine subakute bakterielle Sinusitis und bei der Dauer von über 90 Tagen um eine chronische Sinusitis.

Ursachen

In der Regel geht ein Schnupfen voraus

Die Nasennebenhöhlenentzündung wird meist im Rahmen eines Schnupfens durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Dadurch schwillt die Schleimhaut in den Verbindungsgängen an und das in den Nebenhöhlen entstehende Sekret kann nicht mehr abfließen.

 

Diese Faktoren erhöhen das Erkrankungsrisiko

Das Risiko an einer Nasennebenhöhlenentzündung zu leiden, steigt bei Personen, die Nasenpolypen haben, und bei Personen, bei denen durch eine Verschiebung der Nasenscheidewand die Verbindungsgänge zusätzlich eingeengt sind. Bei Menschen, die an Heuschnupfen leiden, sind die Schleimhäute wesentlich empfindlicher und reagieren empfindlicher auf Krankheitserreger oder verunreinigte Luft. Auch dadurch kann es vermehrt zu Nasennebenhöhlenentzündungen kommen.

Verlauf/Folgen

Wenn die Sinusitis nicht konsequent behandelt wird, kann sie in eine chronische Form übergehen und sich bis auf die Augenhöhlen ausweiten. So eine chronische Form liegt bei Erwachsenen vor, wenn die Symptome länger als acht Wochen andauern oder mehr als vier Erkrankungen pro Jahr mit entsprechender Symptomatik auftreten.

Wann zum Arzt

Sobald ein Schnupfen länger als 10 Tage anhält, besteht der Verdacht auf eine bakterielle Sinusitits. Die Abklärung durch einen (HNO)-Arzt ist dann unerlässlich!

Sollten Ihre Maßnahmen bereits vorher nach zwei bis drei Tagen keine deutliche Besserung ergeben, sollten Sie einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen.

Das können Sie tun:

Überblick

Eine Nasennebenhöhlenentzündung sollte unbedingt behandelt werden, da es andernfalls zu einer Ausbreitung der Entzündung mit sehr ernsten Komplikationen kommen kann. Mit Hilfe der richtigen Maßnahmen, heilt sie innerhalb weniger Tage. Hierzu zählen u.a.:

·         Schleimhaut abschwellende Medikamente

·         entzündungshemmende Medikamente

·         reichlicher Flüssigkeitskonsum (3-4 Liter pro Tag!)

·         Wasserdampf-Inhalationen, zum Beispiel mit einem Kamillenblütenaufguss

·         Nasenspülungen mit Salz, ersatzweise entsprechende Sprays

·         Hausmittel wie zum Beispiel warme Hals- und Brustwickel, Rotlicht, Erkältungsbad u.a.

 

Darüber hinaus können homöopathische Arzneimittel hilfreich sein.

Wenn die konservative Therapie keine Wirkung zeigt, kann letztlich ein chirurgischer Eingriff erforderlich werden.

Medikamente

Ziel der medikamentösen Therapie ist die Beseitigung des Sekretstaus und das Eindämmen der Entzündung.

Wichtig ist, dass der Verbindungsgang vom Nasen- zum Rachenraum, die so genannte Eustachische Röhre, abschwillt. Das Sekret soll abfließen und der Überdruck beseitigt werden.

 Zur Verbesserung der Nasenatmung werden Schleimhaut abschwellende Medikamente verwendet, die in Form von Nasentropfen erhältlich sind. Sie helfen rasch, trocknen bei längerer Anwendung jedoch die Schleimhäute aus und sollten nur kurzfristig eingesetzt werden. Empfohlen werden Präparate ohne Konservierungsmittel. Aus hygienischen Gründen sollte jedes Familienmitglied seine eigenen Nasentropfen besitzen und das Fläschchen nach der Erkrankung nicht aufbewahren.

Zur Hemmung der Entzündung haben sich entzündungshemmende Medikamente bewährt, insbesondere cortisonhaltige Nasensprays, beispielsweise mit dem Wirkstoff Mometason.

Zusätzliches Inhalieren von warmem Wasserdampf hilft, zum Beispiel mit einem Kamillenblütenaufguss. Damit die Wirkstoffe tief in die Atemwege gelangen, sollten vorher abschwellende Nasentropfen verwendet werden. Begleitend werden regelmäßige Nasenspülungen mit Salz empfohlen oder der Einsatz entsprechender Salz-Sprays. Sie helfen, das Sekret abzutransportieren und die Beschwerden zu lindern.

Völlig sinnlos ist es, Salzlösung mittels Dampf inhalieren zu wollen. Das Kochsalz verdampft nicht mit, sondern bleibt im Topf zurück, so dass man gleich nur mit Wasserdampf inhalieren könnte.

Darüber hinaus können Sekret verflüssigende Medikamente, zum Beispiel in Form von Kapseln oder Brausetabletten zum Einsatz kommen. Auch pflanzliche Präparate, die z.B. Extrakte aus Schlüsselblumne, Enzian, Holunder, Sauerampfer und Eisenkraut enthalten,  oder Mittel mit Cineol, einem Stoff aus dem Eukalyptusöl, haben sich bestens bewährt.

Zum Schleimlösen braucht der Körper sehr viel Wasser. Pro Tag sollten 3 bis 4 Liter Wasser, Hustentee oder andere Getränke aufgenommen werden (außer, wenn Sie ein Nierenleiden haben!)

Unterstützend können Sie Erkältungsbäder durchführen. Sie dürfen aber nicht zu heiß sein und maximal 20 Minuten dauern. Danach ist Bettruhe angesagt.

Wenn eine Borkenbildung in der Nase auftritt, helfen Nasenpflegeprodukte, zum Beispiel vitaminhaltige Nasensalben oder pflegende Nasenöle.

Homöop. Arzneimittel

Folgende Aufstellung listet homöopathische Einzelmittel, die bei diesem Beschwerdebild häufig zum Einsatz kommen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Cinnabaris

 

bei Stirnhöhlen-Entzündung; Sekret gelb, Druck an der Nasenwurzel, heftigen von den Augenhöhlen zum Nasenrücken einschießende Schmerzen, zähem Schleim im Nasen-Rachen-Raum; Verschlimmerung nachts und durch Bettwärme; Besserung durch frische Luft.

 

Hepar sulfuris

 

bei verstopfter Nase in kalter Luft; Sekret zunächst flüssig, dann dick, danach grüngelb und übelriechend, große Empfindlichkeit gegenüber Kälte.

 

Kalium bichromicum

 

bei punktförmigem Stirnkopfschmerz; gelblich-zäher Schleim, kleine Schmerzpunkte an den Wangenknochen.

 

Mercurius solubilis

 

bei chronischer Eiterung; Sekret eitrig, gelbgrün, übelriechend; Nasenöffnung wund und krustig, nachts Nasenbluten, übelriechender Atem und Schweiß, besonders nachts.

 

Silicea

 

bei chronischer Eiterung bei sehr verfrorenen Menschen; Kältegefühl an Kopf, Händen und Füßen, Neigung zu Kopf- und Fußschweiß.

 

 

Als gängiges Komplexmittel bei Sinusitis gilt Cinnabaris Pentarkan®.

Schüßler Salze

Zur Behandlung der  Nebenhöhlenenzündung werden folgende Salze verwendet (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

 

Bei folgenden Symptomen oder Ursachen

gilt folgendes Einnahmeschema :

akutes Auftreten nach oder mit Schnupfen

Ferrum phosphoricum D12 Nr. 3 morgens

Kalium chloratum D6 Nr. 4 abends

 

chronisch auftretend, mit erhöhter Infektanfälligkeit

Silicea D12 Nr. 11 3xtgl. 1-2 Tbl.

 

chronisch auftretend in Verbindung mit Nasenpolypen

Kalium chloratum D6 Nr. 4 oder

Calcium carbonicum Hahnemanni D6 22

 

chronisch auftretend mit gelbem, eitrigem Ausfluss

Kaliumsulfat D6 Nr. 6 3xtgl. 1-2 Tbl.

 

 

Allgemeine Maßnahmen

Sorgen Sie - vor allem während der Heizperiode - für eine ausreichend feuchte Raumluft. Diese können Sie durch das Aufhängen feuchter Tücher (bzw. über die Heizung legen), durch Aufstellen eines Luftbefeuchters oder durch Wasserdampf erreichen. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Nasenschleimhäute häufig mit einem Kochsalz- oder Meerwasser-Nasenspray zu befeuchten. Das hilft, Schleim zu lösen und abzutransportieren. Auch eine rechtzeitige Grippeimpfung erhöht Ihre Widerstandskraft.

Hausmittel

Leiden Sie häufiger unter Nebenhöhlenentzündungen? Dann empfiehlt es sich, bereits vorbeugend etwas zu tun. Bewährt haben sich Nasenspülungen mit Salzlösungen. Spülen Sie regelmäßig oder beim ersten Anzeichen eines Schnupfens Ihre Nase mit Kochsalz- oder Emser-Salz-Lösung (1 g Salz auf 100 ml Wasser bzw. 1 Teelöffel auf 1/2 Liter Wasser). Spezielle Nasenspülgeräte erhalten Sie in der Apotheke und im Yoga-Fachhandel. Auch Fertigprodukte mit Salzlösungen sind auf dem Markt, z.B. Rhinomer, Emser Sole Nasenspray, Olynth salin oder Otrisal.

 

Darüber hinaus haben sich bewährt:

·         Inhalationen
Zum Inhalieren empfiehlt sich Wasserdampf, wobei dem Wasser Kamillenblüten oder ätherische Öle zugesetzt werden können. Wenn Sie ätherische Öle bevorzugen (sie sollen allerdings nicht so gut wie die Kamillenblüten wirken), geben Sie in das dampfende Wasser 1 bis 3 Tropfen Eukalyptusöl, Thymianöl oder Latschenkiefernöl (je nach Geschmack). Verwenden Sie zum Inhalieren keinen Kochtopf, sondern einen speziellen Heisswasser-Inhalator, damit die ätherischen Öle Ihre Augen nicht reizen.
Für den Kamillenblütenzusatz benötigen Sie 1 Esslöffel Kamillenblüten. Diese übergießen Sie mit einer mittelgroßen Tasse heißem Wasser und lassen 10 Minuten ziehen. Dann dem dampfenden Wasser für die Inhalation zusetzen und inhalieren.

  • Bestrahlung mit Rotlicht

·         Leinsamen-Auflage

·         ansteigende Fußbäder

·         warme Halswickel

·         warme Brustwickel

·         Erkältungsbäder (nicht länger als 20 Minuten und nicht zu heiß, danach ins Bett)

Sonstiges

Unterstützend kann eine Bestrahlung mit Infrarot- oder Kurzwellen günstig sein.

Inwieweit Akupunktur hilft, ist umstritten. Auf jeden Fall lindert sie die begleitend auftretenden Kopfschmerzen.


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 21.11.2015

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Quelle: martens.de

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