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Informationen über: Struma

Krankheitsbild

Das ist so überflüssig wie ein Kropf! Kennen Sie diesen Ausdruck? Was aber ist ein Kropf, vom Mediziner Struma genannt? Der Kropf ist eine Vergrößerung der Schilddrüse. Die Schilddrüse liegt, normalerweise unsichtbar, unterhalb des Kehlkopfes. Sie produziert jodhaltige Hormone, die den Stoffwechsel mitregulieren. Sind wenig Hormone vorhanden, brennt "der Ofen" auf Sparflamme, bei einem hohen Hormonspiegel brennt er dagegen lichterloh.

 

So entsteht ein Kropf

Sind zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut, meldet das Gehirn, dass mehr Hormone ausgeschüttet bzw. produziert werden müssen. Zur Produktion der Hormone wird Jod benötigt. Ist zu wenig Jod im Körper, kann der Befehl des Gehirns nicht ausgeführt werden. Die Schilddrüse versucht, diesem Hormonmangel durch Bildung von mehr Gewebe entgegenzuwirken, um mehr Hormone herstellen zu können. Dadurch vergrößert sich die Drüse und wird schließlich am Hals sichtbar. Jetzt stellen sich auch die ersten Beschwerden ein, z.B. das so genannte "Globusgefühl" oder auch "Kloß im Hals". Die Stimme wird heiser, das Luftholen fällt zunehmend schwerer.

Der Kropf ist so überflüssig, weil er in der Regel vermeidbar ist.

 

Ein Kropf kann bei jedem Menschen auftreten

Die Erkrankung trifft sowohl ganz junge Neugeborene, als auch Halbwüchsige, junge Erwachsene und ältere Menschen. Frauen sind viermal häufiger betroffen als Männer. Gerade in Schwangerschaft, Stillzeit und Wechseljahren sind Frauen besonders gefährdet, da in dieser Zeit der Jodbedarf höher ist als normal.

Auf alle Fälle muss vom Arzt abgeklärt werden, woher der Kropf kommt.

Diagnose

Ein Kropf ist am Hals je nach Ausprägung tast- oder sogar sichtbar und das Vorliegen eines Kropfes somit leicht festzustellen. Wichtig ist dann, die Ursache abzuklären. Hierbei kommen Blutuntersuchung und Ultraschall der Schilddrüse zum Einsatz. Weiterhin können Untersuchungen wie die Szintigraphie oder die Aspirationszytologie (hierbei werden aus der Schilddrüse gewonnene Zellen mikroskopisch untersucht) durchgeführt werden.

Ursachen

Die Hauptursache ist Jodmangel

Jod muss mit der Nahrung in ausreichender Menge zugeführt werden. Je nach Jodgehalt des Bodens enthalten unsere Lebensmittel mehr oder weniger Jod. Die Hauptursache hierfür ist die Eiszeit! Dabei wurde das Jod durch Gletscherwasser aus dem Boden ausgewaschen und ins Meer gespült. Daher sind unsere Böden extrem jodarm, das Meerwasser dagegen jodhaltig. So erklärt es sich, dass der Hauptlieferant für Jod in unserer Nahrung der Seefisch ist. Er steht leider nur in wenigen Küchen auf dem Speiseplan.

Verlauf/Folgen

Ein Kropf kann, wenn er eine gewisse Größe erreicht, durch seine Ausdehnung zur Einengung der Luftröhre und somit einer Atembehinderung führen. Außerdem kann sich nach längerem Bestehen des Kropfs eine so genannte Schilddrüsenautonomie entwickeln (dabei ist die Produktion der Schilddrüsenhormone nicht mehr durch übergeordnete Zentren steuerbar, sondern geschieht unkontrolliert) oder ein Schilddrüsentumor.

Ein auf Jodmangel beruhender Kropf kann sich bei rechtzeitiger Therapie mit Jod (eventuell kombiniert mit Schilddrüsenhormonen) wieder verkleinern. Die Beschwerden gehen dann zurück. In Einzelfällen muss der Kropf allerdings operativ oder mit Hilfe von Strahlentherapie verkleinert werden.

Wann zum Arzt

Die Behandlung eines Kropfes gehört auf jeden Fall in die Hände eines Arztes. Suchen Sie darüber hinaus einen Arzt auf, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie die verschriebenen Medikamente nicht vertragen. Ihr Arzt wird dann die weitere Marschroute Ihrer Therapie festlegen.

Das können Sie tun:

Überblick

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache

Um dem Kropf den Kampf ansagen zu können, muss an erster Stelle die Ursache abgeklärt werden. Das heißt: immer zuerst zum Arzt. Nachdem die Diagnose feststeht, wird versucht, Angebot und Nachfrage (= Bedarf des Körpers) der Schilddrüsenhormone in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. Bei einem Zuwenig an Hormonen müssen diese ergänzt, bei einem Zuviel reduziert werden. Das kann durch unterschiedliche Therapien erfolgen, medikamentös oder operativ.

 

So beugen Sie einem Kropf wirksam vor

Sie können dem Kropf durch konsequente Anwendung von jodiertem Speisesalz vorbeugen. Es gibt inzwischen sogar fluoridiertes Jodsalz. So können Sie gleichzeitig noch etwas für Ihre Zähne tun. Auch jodierte Zahnpasta ist günstig, da immer ein Teil der Pasta verschluckt wird. Darüber hinaus hilft die richtige Ernährung. Essen Sie mindestens zweimal pro Woche Seefisch. Er ist unser Hauptlieferant für Jod.

 

Besonders wichtig ist die Jodsubstitution in der Schwangerschaft, damit dem Kind genug Material für die Bildung von Schilddrüsenhormonen zur Verfügung steht.

 

Medikamente

Die einfachste Art der Jodzufuhr ist natürlich die Einnahme von Jodtabletten. Falls Sie aber eine andere Erkrankung, z.B. Herzrhythmusstörungen, haben, sollten Sie vor deren Anwendung Ihren Arzt oder Apotheker darauf hinweisen.

Falls Sie schon eine diagnostizierte Unterfunktion oder einen Kropf haben, wird ihr Arzt ihnen Medikamente verschreiben, die Schilddrüsenhormone mit oder ohne Jodzusatz enthalten. Die kombinierte Therapie ist nach neueren Untersuchungen der ohne Jod weit überlegen, auch wenn ansonsten kein Jodmangel besteht.

 

Gesunden wird in der Regel folgende Prophylaxe empfohlen:

Kinder vom 1. bis 10. Lebensjahr:

100 μg Jodid pro Tag

Jugendliche und Erwachsene:

100 bis 200 μg Jodid pro Tag

Schwangere und Stillende:

200 μg Jodid pro Tag

Ernährung

Bei der Ernährung wird meistens auf Vitamine und Spurenelemente geachtet. Das Jod führt dabei ein regelrechtes Schattendasein, obwohl es für den Körper sehr wichtig ist. Jodhaltige Hormone sind an fast allen Vorgängen im Körper auf die eine oder andere Weise beteiligt.

 

Es ist sehr schwierig, den Jodbedarf über die Ernährung zu decken

Nur Seefisch enthält Jod in nennenswerten Mengen. Auch Milch ist reich an Jod, aber man müsste einen Liter am Tag davon trinken, um den Jodbedarf zu decken. Um dem Jodmangel in der Bevölkerung trotzdem Herr zu werden, ist das jodierte Speisesalz eingeführt worden. Wenn Sie damit konsequent zu Hause salzen, stehen Sie auf der sicheren Seite. Es gibt inzwischen auch viele Lebensmittel, die mit jodiertem Speisesalz hergestellt werden. Auf der Verpackung dieser Lebensmittel ist das Salz in der Zutatenliste mit aufgeführt. Auch in die Backstube einiger Bäcker hat das Jodsalz inzwischen Einzug gehalten, fragen Sie doch einfach in Ihrer Bäckerei nach.

 

Gesund sind für Sie jodreiche Lebensmittel

Besonders jodreich sind:

Fleisch

Innereien

Fisch

Seefisch, Muscheltiere

Milchprodukte

Milch

Eier

allgemein

Sonstiges

Jodsalz/Meersalz und damit hergestellte Produkte, sowie Lebertran und jodhaltige Mineral- und Heilwässer

Selbsthilfegruppen

Arbeitskreis Jodmangel

c/o praxispress
Postfach 1541
64505 Groß-Gerau


Interessengemeinschaft Schilddrüsenkrebs (IKS)

Dahnstr. 4
45144 Essen
Telefon: 0201/75 7 29
Telefax: 0201/75 77 20
Email: dagmar_euteneuer@gmx.de
Internet: www.schilddruesenkrebs.de


Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V.

Hr. Henning Hardt
Waldstr. 73
53177 Bonn
Telefon: 0228/3869060
Telefax: 0228/3779287
Internet: http://www.schilddruesenliga.de


Schilddrüsen-Telefon des Schilddrüsen-Informations-Dienstes (SDID)

Telefon: 069/75804-717


Selbsthilfegruppe C-Zell-Karzinom

(medulläres Karzinom/Schilddrüsenkarz.)
Plittersdorfer Str. 116
53173 Bonn
Telefon: 02 28/36 27 33


Selbsthilfegruppe für Kinder mit angeborener Hypothyreose

Langeoogweg 7
45149 Essen
Telefon: 0201/8718451
Email: Kirsten.Wosniack@uni-essen.de
Internet: http://www.uni-essen.de


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 09.07.2014

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Quelle: martens.de

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