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Informationen über Vegane Ernährung

Die vegane Ernährungsweise ist aus der vegetarischen Ernährung hervorgegangen, führt diese jedoch weiter, indem keinerlei  tierische Produkte mehr verzehrt werden. Es wird also außer auf Fleisch auch auf Milch und Milchprodukte, Honig, tierische Fette usw. verzichtet. Dies kann gesundheitliche Gründe, wie z.B. Allergien haben. In der Mehrzahl werden von Veganern ethische oder religiöse Gründe (Tierschutz) oder die Umweltproblematik durch Tierhaltung  für ihre Ernährungsweise angeführt.

Die Anzahl der Veganer in Deutschland wird laut der DGE auf ca. 0,1% geschätzt, andere Quellen sprechen vom zehnfachen, so dass ihre Zahl zwischen 80 und 800 Tausend liegen sollte.

 

Ersatz für „normale“ Lebensmittel

Veganer können tierische Produkte durch pflanzliche ersetzen, die eine ähnliche Struktur oder ähnlichen Geschmack haben. Mittlerweile werden auch im Handel Produkte für Veganer angeboten, die ein leichteres Kochen ermöglichen sollen.

Ersetzt wird z.B.:

Fleisch

Soja (texturiert), Tofu, Pilze wie Austernpilze, Seitan (sog. Weizenfleisch), Mandelmus

Milch

Hafermilch, Kokosmilch, Mandelmilch, Sojamilch

Eier

Sojamehl, Pfeilwurzelmehl, Tofu

Honig

Agavendicksaft, Ahorn- oder Zuckerrübensirup

Gelatine

Agar-Agar, Johannisbrotkernmehl

Käse

Sojakäse, Seidentofu, Stärkekäse, Mandelmus

 

Viele Veganer lehnen aber Lebensmittel wie "vegane Spaghetti bolognese" oder "Wiener Schnitzel aus Lupinensaat" ab und bleiben bei naturbelassenen Pflanzenprodukten.

Das können Sie tun:

Ernährung

Vorteile und Probleme einer vegetarischen Ernährung

Eine vegane Ernährung (bei Erwachsenen!) ist in vieler Hinsicht für die Gesundheit förderlich.

Durch den niedrigeren Energiegehalt pflanzlicher Lebensmittel und den hohen Ballaststoffanteil sind Veganer seltener adipös und entwickeln seltener Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes II, und Herzerkrankungen aufgrund eines metabolischen Syndroms. Auch der Cholesterinspiegel ist meist wesentlich niedriger als bei „Allesessern“.

Problematisch ist die niedrige Versorgung mit Calcium, was zu einem erhöhten Osteoporose Risiko bei Veganern führt. Durch den Mangel an Vitamin B12 und die unzureichende Versorgung mit n-3-Fettsäuren kann sich das Risiko für Thrombosen und Arteriosklerose erhöhen.

Bei ansonsten gesunden Erwachsenen ist eine vegane Ernährung nicht zu beanstanden, wenn eine überlegte Nahrungszusammenstellung mit einem überdurchschnittlichen Wissen um Nährstoffe und deren Vorkommen in Lebensmitteln vorhanden ist.

 

Vegane Ernährung von Kleinkindern und Kindern

Säuglinge, Kleinkinder und Kinder in der Wachstumsphase haben einen besonderen Nährstoffbedarf, um eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen. Auch der Energiegehalt der Nahrung muss höher sein, um ein normales Wachstum zu ermöglichen. Angefangen von der Gehirnentwicklung bis hin zur Zahn- und Knochenbildung sollten viele Nährstoffe in ausreichender Menge vorhanden sein. Fehler, die in der ersten Jahren gemacht werden, sind später oft nicht mehr zu korrigieren.

Aus diesem Grund wird nicht nur von der DGE (Deutsch Gesellschaft für Ernährung), sondern auch von anderen internationalen Ernährungswissenschaftlern eine vegane Ernährung für Kinder strikt abgelehnt.

Auch stillende Mütter, die sich vegan ernähren und ansonsten keine Nahrungsergänzungen zu sich nehmen, gehen ein hohes Risiko für ihr Kind ein. In der Literatur findet man Berichte über Wachstumsverzögerung, höhere Infektanfälligkeit, Blutbildungsstörungen, Krampfanfälle, Hirnwachstumsstörungen, neurologische Schäden,  Rachitis und viele andere Mangelerscheinungen, die teilweise irreversibel sind.

 

Die problematischen Nährstoffe im Einzelnen:

Proteine

In der Muttermilch veganer Mütter ist weniger Protein, Milchzucker und Fett sowie verschwindend gering Vitamin B12 enthalten. Dies kann zu erheblichen Wachstumsbeeinflussungen des Säuglings führen. Ebenfalls problematisch und als ungeeignet angesehen werden  Milchersatzprodukte wie Hafermilch, Reismilch oder Mandelmilch. Auch Sojamilch sollte nur nach Absprache mit dem Arzt gegeben werden.

Problematisch ist im Wachstumsalter die geringere biologische Wertigkeit pflanzlicher Eiweiße im Vergleich zu tierischen und die geringere Bioverfügbarkeit durch den weit höheren Ballaststoffanteil der Nahrung.

 

Eisen

Eisenmangel und daraus entstehende Anämien sind ein häufiges Ernährungsproblem schon bei Kindern, die mit Mischkost ernährt werden. Durch vegane Kost kann sich das Problem verstärken, wenn nicht darauf geachtet wird, Lebensmittel so zu kombinieren, dass das pflanzlich gebundene Eisen auch vom Körper aufgenommen werden kann (z.B. durch gleichzeitigen Verzehr Vitamin-C reicher Lebensmittel)

 

Calcium

Sowohl bei vegan ernährten Kleinkindern als auch bei Älteren liegt die tägliche Calciumaufnahme wesentlich unter den empfohlenen Werten. Dies ist hauptsächlich durch den Verzicht auf Milchprodukte zu erklären. Eine geringere Knochendichte, Zahnmineralisierungsstörungen und Wachstumsverzögerungen können die Folge davon sein.

Calciumreiche Lebensmittel sind vor allem Gewürze, Sesam, einige Nussarten sowie Gemüse wie Spinat oder Grünkohl. Allerdings muss man von diesen Lebensmitteln schon täglich meist mehrere hundert Gramm zu sich nehmen, um nur die empfohlene Mindestmenge an Calcium zu erreichen.

 

Jod

Schon bei normal ernährten Kindern reicht in unseren Breiten die normale Jodzufuhr oft nicht aus. Stillende Veganerinnen sollten unbedingt in der Schwangerschaft und Stillzeit Jodtabletten zu sich nehmen, um die Entwicklung der Schilddrüse des Kindes nicht zu gefährden. Dies kann zu schweren Entwicklungsstörungen wie z.B. Kretinismus, führen.

Die häufig empfohlenen „natürlichen“ Algenprodukte wie z.B. Noriblätter sind wegen ihres teilweise extrem hohen Jodgehaltes ebenfalls abzulehnen, da meist der genaue Jodgehalt nicht bekannt ist bzw. stark schwanken kann. Zumindest auf jodiertes Speisesalz sollte nicht verzichtet werden.

 

Vitamin B12

Vitamin B12 ist fast ausschließlich in tierischer Nahrung enthalten. Während bei Erwachsenen gefüllte Vitamin B12 Speicher über mehrere Jahre ausreichen, führt bei gestillten Kindern und Heranwachsenden ein Mangel schon nach kurzer Zeit zu schweren Blutbildungsstörungen und verschiedenen neurologischen Befunden. Die oft empfohlene Vitaminzufuhr aus Hefeprodukten oder Algen ist wegen der geringeren Aufnahme aus pflanzlichen Lebensmitteln und des unterschiedlichen Gehalts keine sinnvolle Alternative.

 

Vitamin D

Wenn durch zu wenig Aufenthalt im Freien oder im Winter der Körper nicht genügend Vitamin D selber bilden kann, muss es über die Nahrung oder durch entsprechende Präparate zugeführt werden. Pflanzliche Lebensmittel enthalten, außer in Pfifferlingen und Champignons, kaum Vitamin D. Eine Unterversorgung mit Vitamin D kann zu Rachitis und mangelhaftem Knochenaufbau führen.

 

Langkettige n-3 Fettsäuren

Veganer nehmen mit ihrer Nahrung zwar genügend ungesättigte Fettsäuren auf, jedoch fehlen die langkettigen n-3-Fettsäuren Eicosapentaen- und Docosahexaensäure fast völlig. Diese werden für eine normale neurologische Entwicklung von Kindern als förderlich angesehen.

Diese veganen Lebensmittel enthalten (relativ) viel:

 

Eisen

Pfifferlinge, Topinambur, Tofu, weiße Bohnen, Cashewkerne, Brennnessel, Löwenzahn, Blattspinat, Bulgur, Weizen, Sesam, getrocknete Pfirsiche

Calcium

Amaranth, Hafer, Petersilie, Brennnessel, Grünkohl, Rucola, Spinat, Sellerie, Mangold, Mohn, Sesam, Mandelmus, Soja, Tofu, Leinsamen

Jod

Soja, Hülsenfrüchte, Erdnüsse, Trüffel, Steinpilz, Champgnon, Feldsalat, Schnittlauch, Brokkoli, Blattspinat, Haferflocken

Vitamin B12

Bierhefe

Vitamin D

Avocado, Steinpilze, Pfifferlinge, Champignons

N3-Fettsäuren

Äpfel, Paranüsse, Kokosnuss, Haferflocken

 


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 26.06.2014

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Quelle: martens.de

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