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Informationen über: Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ II)

Krankheitsbild

Die Zuckerkrankheit, vom Mediziner als Diabetes mellitus bezeichnet, ist weit verbreitet. Allein in Europa sind über drei Millionen Menschen betroffen. Ihre Zahl nimmt ständig zu. Zuckerkrankheit ist damit eine Volkskrankheit.

 

Man unterscheidet Diabetes mellitus Typ I und Typ II.

Der Typ I beruht auf dem Untergang der Zellen, die normalerweise Insulin ausschütten. Erst durch die Insulinausschüttung dieser Zellen kann der Zucker in die einzelnen Körperzellen eintreten, wodurch dann der Blutzuckerspiegel sinkt. Diese Form des Diabetes tritt bevorzugt im jugendlichen Alter auf.

Der Typ II beruht auf einer verminderten Ausschüttung von Insulin (man sagt, die Insulin ausschüttenden Zellen sind erschöpft) und gleichzeitig auf einer herabgesetzten Wirkung des Insulins an den Zielzellen (so genannte Insulinresistenz). Die Folge sind erhöhte Blutzuckerwerte. Diese Form des Diabetes mellitus tritt vor allem bei übergewichtigen, älteren Menschen auf. Gerade in den letzten Jahren steigt ihre Häufigkeit extrem stark an. Ob sich ein Diabetes entwickelt, hängt auch von den Genen ab, man kennt mittlerweile mehrere Gene, die mit einem Diabetesrisiko verbunden sind.

In Deutschland leben etwa drei Millionen Typ II-Diabetiker.

 

Zu den typischen Anzeichen eines Diabetes mellitus gehören:

  • Erhöhung des Zuckerspiegels im Blut
  • Ausscheidung von Zucker im Urin
  • Ausscheidung sehr großer Harnmengen und vermehrter Durst
  • Gewichtsabnahme trotz gesteigerter Nahrungsaufnahme
  • Mattigkeit und Kraftlosigkeit.

 

Hinzu kommen: Sehstörungen, mangelnde Ausdauer bei körperlichen Aktivitäten, Neigung zu Hauterkrankungen, Wundheilungsstörungen, Anfälligkeit für Infektionen vor allem der Haut und der Harnwege sowie Potenz- und Menstruationsstörungen.

Die Entwicklung eines Diabetes mellitus Typ I erfolgt meist sehr rasch, im Verlauf weniger Tage bis Wochen. Dagegen schreitet der Diabetes mellitus Typ II schleichend fort und wird oft erst bei einer routinemäßigen Blutzuckerkontrolle bemerkt.

Diagnose

Die Diagnose Diabetes mellitus wird gestellt, wenn der Betroffene einen ungewöhnlich hohen Blutzuckerspiegel hat. Üblicherweise wird hierzu eine Blutprobe im Nüchternzustand abgenommen und untersucht. In einzelnen Fällen wird der Arzt darüber hinaus einen Belastungstest veranlassen, einen so genannten Glukosetoleranztest. Bei diesem Test wird zunächst nüchtern eine Blutprobe entnommen. Anschließend trinkt der Betroffene eine Lösung mit einer definierten Menge Traubenzucker. In den folgenden zwei bis drei Stunden werden dann weitere Blutproben entnommen und untersucht. In Keiner der dabei untersuchten Proben sollte der Blutzuckerwert über 200 mg/dL liegen.

Gesichert ist ein positiver Diabetesbefund durch die drei Werte der sog. Glucosetriade:

  • Nüchternblutzucker über 126 mg/dl
  • Glucosetoleranztest ergibt Werte über 200 mg/dl nach zwei Stunden
  • HbA1c Wert über 6,5%

Ursachen

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung

Der Körper spaltet die mit der Nahrung enthaltenen Zucker, die so genannten Kohlenhydrate auf und wandelt sie in Glukose um, die über das Blut zu den einzelnen Körperzellen transportiert wird. Denn Glukose ist der wichtigste und schnellste Energielieferant des Körpers.

Kohlenhydrate, die im Körper zu Glukose abgebaut werden, kommen in vielen Nahrungsmitteln vor, beispielsweise in Mehl, Stärkeprodukten, Reis, Grieß, Kartoffeln und Nudeln. Sie schmecken nicht zwingenderweise süß. Mit Hilfe von Insulin, welches normalerweise in speziellen Zellen der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, gelangt die Glukose in die einzelnen Zellen des Körpers. Dort wird sie als Energielieferant entweder direkt verbraucht wird oder gespeichert. Beim Diabetes Typ II ist das Gleichgewicht zwischen Insulinausschüttung und Reduktion des Blutzuckerspiegels nicht mehr im Takt. Trotz Insulinausschüttung (und im Anfangsstadium der Erkrankung schüttet der Körper davon sogar mehr als normal aus) sinkt der Blutzuckerspiegel nicht adäquat. Das liegt daran, weil die entsprechenden Zielzellen zunehmend schlechter auf das Insulin reagieren. Der Mediziner bezeichnet das als Insulinresistenz. Selbst hohe Insulinmengen reichen dann nicht mehr, um den Blutzucker auf normalem Maß zu halten.

 

Die Anlage zur Zuckerkrankheit wird vererbt

Damit der Typ II-Diabetes jedoch ausbricht, sind weitere Faktoren erforderlich. Begünstigend wirken zum Beispiel Fettsucht, Schwangerschaft, überhöhte Cortisonspiegel und bestimmte Medikamente.

Kennzeichnend für Diabetes Typ II ist, dass es sich um eine typische Wohlstandserkrankung handelt. Rund 85 Prozent aller Diabetiker sind bei Beginn der Behandlung übergewichtig! Insgesamt steigt das Risiko, einen Typ II-Diabetes zu entwickeln, mit zunehmendem Alter und steigendem Körpergewicht. Ist ein Elternteil Diabetiker, besteht ein stark erhöhtes Risiko, selbst im Alter Diabetes zu entwickeln. Auch eine bestehende Schlafapnoe  ist mittlerweile als Risikofaktor gesichert, so wie allgemein zu kurzes oder zu langes Schlafen das Diabetesrisiko erhöht. Optimal sind sieben bis 9 Stunden Nachtruhe.

 

Diese Maßnahmen beugen einem Typ 2-Diabetes effektiv vor:

  • Normalisierung des Körpergewichts bzw. Reduktion des Körpergewichts um 5 bis 7 %.
  • Regelmäßige körperliche Bewegung, und zwar an fünf Tagen der Woche jeweils mindestens 30 Minuten.
  • Ballaststoffreiche Ernährung.
  • Fettanteil in der Nahrung von höchstens 30 %. Der Anteil an gesättigten Fettsäuren sollte unter 10 % der täglichen Energiemenge liegen
  • Frauen, die längere Zeit Kinder gestillt haben, haben ein stark vermindertes Risiko, später an Diabetes zu erkranken.

 

Selbst wenn bereits eine gestörte Glukosetoleranz vorliegt, lässt sich dem Typ-2-Diabetes durch einen gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährungsweise und ausreichend Bewegung noch effektiv entgegen wirken.

Möchten Sie Ihr persönliches Diabetes-Typ-2 Risiko ermitteln? Dazu gibt es jede Menge Tests im Internet, z.B. unter http://drs.dife.de

 

Verlauf/Folgen

Ein zu hoher Blutzuckerspiegel führt zu Spätfolgen

Mit der Zeit schädigt ein zu hoher Blutzuckerspiegel die Blutgefäße, Nerven und andere innere Körperstrukturen. Es kommt zu Durchblutungsstörungen und Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) mit der Gefahr eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts. Die Schädigung der Blutgefäße in den Augen kann zu Sehverlusten führen (Retinopathie), die Beeinträchtigung der Nierenfunktion zum Nierenversagen und die Schädigung der Nerven zu einem veränderten Empfindungsvermögen in Armen und Beinen. Die Durchblutungsstörungen können Wundheilungsstörungen und Geschwüre verursachen, die sich entzünden und so schlecht heilen, dass ein Teil des Beines amputiert werden muss. Durch all diese Schädigungen hat ein Diabetiker ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall, fast die Hälfte aller Typ-1 Diabetiker und ein fünftel der Typ-2 Diabetiker entwickeln eine Nephropathie und ein kanppes Drittel aller Diabetiker eine Neuropathie. Männer mit einem Typ-2-Diabetes haben ein doppelt so hohes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken wie Gesunde, ebenso verdoppelt ist das Risiko, eine Hüft- oder Kniegelenksarthrose zu entwickeln.

Doch durch eine gute Blutzuckereinstellung können diese Spätfolgen verhindert oder zumindest hinausgezögert werden.

Wann zum Arzt

In regelmäßigen Abständen sollten v.a. bei Risikopatienten (Diabeteserkrankungen in der Familie, starkes Übergewicht) Kontrollen des Nüchternblutzuckerspiegels erfolgen. Ein Typ II Diabetes kann viele Jahre ohne körperliche Beschwerden bestehen, in dieser Zeit aber bereits Spätschäden verursachen.

Das können Sie tun:

Überblick

Eine Heilung der Zuckerkrankheit ist normalerweise nicht möglich

Allerdings kann in frühen Stadien des Typ II-Diabetes eine gesunde Lebensweise zu einer Normalisierung des Stoffwechsels führen. Oberstes Ziel aller Typ II-Diabetiker muss daher die Einhaltung der Zuckerdiät sein und eine Reduktion des Körpergewichtes bis zum Normalgewicht (in Extremfällen ggf. mit Hilfe eines Magenbandes). Diese Maßnahmen reichen häufig bereits aus. Andernfalls wird der Arzt zusätzlich Tabletten verordnen müssen. In Ausnahmefällen ist es möglich, dass sich im Laufe der Jahre die Bauchspeicheldrüse völlig erschöpft, dann muss Insulin gespritzt werden.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass vor allem Übergewicht ein hoher Risikofaktor für Diabetiker ist. Bei einem BMI über 25 verkürzt sich deren Lebenserwartung mit dem Grad der BMI-Zunahme.

 

Halten Sie Ihre Blutzuckerwerte im Normalbereich!

Ziel aller Diabetiker muss es tagtäglich sein, durch die ergriffenen und vom Arzt empfohlenen Maßnahmen, die Blutzuckerwerte im normalen Bereich zu halten. Wer hier nicht ausreichend aufpasst, läuft Gefahr, gravierende Folgeschäden zu entwickeln. Hierzu zählen beispielsweise: Gefäßleiden (Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen infolge einer degenerativen Erkrankung der Nierengefäße), Durchblutungsstörungen der Beine bis zum Absterben von Gliedmaßen, diabetische Netzhauterkrankungen bis zur Erblindung, Störungen der Sexualfunktion, Störungen des Nervensystems, Muskelschwäche, Sensibilitätsstörungen, Juckreiz und Pilzerkrankungen an Haut und Schleimhäuten und andere.

 

Haben Sie bereits Folgeschäden?

Schon in einem frühen Stadium der Krankheit treten erste Nervenschädigungen auf. Ob es bei Ihnen soweit ist, können Sie leicht mit dem sog. Ipswich-Test feststellen:

Dazu legen Sie die Füße hoch, schließen die Augen und ihr Partner berührt ganz leicht mit dem Zeigefinger abwechselnd einzelne Zehen. Falls Sie nicht sagen können, ob und welche Zehen berührt wurden, liegt wahrscheinlich schon eine Nervenstörung vor. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber!

 
Die einzelnen Therapieziele legt der Arzt individuell mit dem Patienten fest. Als typische Ziele gelten:

 

BMI (Body-Mass-Index)

unter 25 kg/m2 (früher unter 30)

Blutzucker nüchtern

unter 120 mg/dl (neu100 mg/dl)

Blutzucker nach dem Essen 

unter 180 mg/dl

HbA1c

unter 7%

Blutdruck

unter 130/80 mmHg

 

Nach neueren Untersuchungen ist schon bei dauerhaften Nüchternwerten über 100mg/dl von einem Risiko auszugehen, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Diesen Wert legt auch die Amerikanische Diabetes Gemeinschaft als Grenzwert fest.

 

Diät und körperliche Bewegung halten gesund

Halten Sie sich an Ihre Diät, sorgen Sie für ausreichende körperliche Bewegung und verzichten Sie aufs Rauchen.

Darüber hinaus ist die richtige Körperpflege wichtig, ganz besonders für die Füße. Denn die Diabetikerhaut neigt zu ernsten Entzündungen, denen vorgebeugt werden muss.

Unterzucker-Zustände

Unterzucker ist lebensgefährlich

Durch eine Überdosierung von Zuckertabletten oder Insulin kann jeder Diabetiker in einen lebensbedrohlichen Unterzuckerzustand kommen. Bei den ersten Anzeichen einer Unterzuckerung sollten Sie sofort etwas Süßes essen (auch wenn dieses sonst streng verboten ist!), sonst kann Bewusstlosigkeit eintreten und ein für Sie lebensgefährlicher Zustand. Am besten geeignet ist Traubenzucker, den Sie stets griffbereit haben sollten. Anschließend könnten Sie dann noch etwas Obst, Brot, Schokolade oder ähnliches essen.

 

So äußert sich ein Unterzucker-Zustand

Da ein Unterzucker-Zustand lebensgefährlich wird, wenn nichts unternommen wird, sollten Sie die ersten Anzeichen genau kennen. Hierzu zählen: innere Unruhe (Händezittern, weiche Knie, Herzklopfen), Nervosität, Kopfschmerzen, Schwitzen, Heißhunger, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Sprachstörungen, Sehstörungen, Aggressivität.

 

Ursachen für einen Unterzuckerzustand können sein

  • zuviel Insulin gespritzt bzw. zu viele Zuckertabletten eingenommen
  • zu wenig gegessen
  • körperliche Anstrengungen
  • Alkoholkonsum
  • Erbrechen oder Durchfall
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, wodurch die Wirkung des Blutzuckersenkers erhöht wurde

 

Informieren Sie unbedingt auch Ihre Umwelt über die Maßnahmen, die zu ergreifen sind, falls einmal ein Unterzuckerzustand auftritt.

 

Überzucker-Zustände

So äußert sich ein Überzucker-Zustand

Neben der Unterzuckerung ist natürlich auch der gegenteilige Zustand möglich, die Überzuckerung. Er macht sich folgendermaßen bemerkbar:

  • erhöhte Blutzuckerwerte bzw. auch erhöhte Harnzuckerwerte
  • Mundgeruch nach Azeton

 

Prüfen Sie regelmäßig Ihren Blutzucker-Spiegel und Ihren Urin

Durch entsprechende Blut- und Urintests können Sie jedoch nicht unbemerkt in eine Überzuckerung hinein geraten. Daher ist es für Ihre eigene Gesundheit wichtig, dass Sie diese Tests regelmäßig durchführen. Alles was Sie hierfür benötigen, erhalten Sie in der Apotheke.

Medikamente

Anders als beim Typ I Diabetes, der mit Insulin behandelt werden muss, kann beim Typ II Diabetes oft durch Gewichtsreduktion und körperliche Bewegung oder durch orale Medikamente eine Normalisierung des Blutzuckers erreicht werden. Insulin kommt dann nicht zum Einsatz. Neuere Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass durch eine Insulinbehandlung im Anfangsstadium von Typ2 Diabetikern quasi eine „Heilung“ erreicht werden kann. Durch die Kombination von langsam wirkenden Insulinen und oral einzunehmenden Tabletten kann der Hba1c Wert dauerhaft gesenkt und Gefäß- und Nervenschädigungen vermieden werden. Experten sprechen sich immer häufiger dafür aus, diese Kombinationstherapie frühzeitig zu beginnen.

 

An Medikamenten werden verwendet:

Metformin: verzögert die Glukoseaufnahme aus dem Darm, verstärkt die Glukoseaufnahme in die Muskulatur und verzögert die Freisetzung von im Körper gespeicherter Glukose.

Acarbose, Miglitol: verzögern die Glukosebereitstellung im Darm und verringern damit den Blutzuckeranstieg direkt nach dem Essen.

Rosiglitazon, Pioglitazon: verbessern die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin

Sitagliptin: Hemmt den Abbau der körpereigenen Inkretine was die Insulinausschüttung bedarfsgerecht steigert und die Glukagonsekretion senkt. Dadurch wird die Blutzuckerbalance verbessert und Hypoglykämien vorgebeugt. Außerdem wird dem Abbau der Betazellen entgegengewirkt.

Dapaglifozin hemmt in den Nieren das Transportenzym SGLT-2 für Natrium und Glucose und entfernt damit überschüssigen Blutzucker insulinunabhängig aus dem Blut. Es senkt außerdem erhöhten Blutdruck und soll zu einer Gewichtsabnahme führen.

Repaglinide, Nateglinide: erhöhen kurzfristig die Insulinausschüttung

Glibenclamid, Glimepirid: erhöhen die Insulinausschüttung.

 

Idealerweise sollten möglichst wenig verschiedene Medikamente zur Blutzuckereinstellung nebeneinander verwendet werden. Nach den neuen Leitlinien der Deutschen Diabetesgesellschaft soll jedoch frühzeitig mit einer Kombination begonnen werden, wenn nach drei Monaten der HbA1c – Wert nicht mit einem Medikament allein gesenkt werden kann oder Nebenwirkungen wie Unterzuckerungen oder Gewichtszunahme dadurch verhindert werden können. Nach neueren Untersuchungen zeigte sich, dass durch eine frühzeitige Kombinationstherapie (Gliptin+Metformin) der Blutzucker wesentlich besser gesenkt werden kann als mit Metformin alleine. Die Auswahl trifft dabei Ihr Arzt. Wenn durch diese Arzneimittel und Ihre Begleitmaßnahmen der Blutzucker nicht im normalen Bereich gehalten werden kann, wird Ihr Arzt Sie möglicherweise auf Insulin umstellen müssen. Eine frühzeitige Umstellung auf Insulin wird von mehreren Fachleuten propagiert, z.B. wenn der HBa1c-Wert nach 6 Monaten Behandlung immer noch nicht unter 7,5% gesunken ist. Es ist auf jeden Fall sinnvoller, rechtzeitig auf Insulin umzustellen, als die Menge der einzunehmenden Tabletten stetig und erfolglos zu erhöhen.

Allgemeine Maßnahmen

Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Blutzuckerwerte

Die Überprüfung Ihrer Blut- und Urinwerte kann Ihr Arzt vornehmen. Am besten lässt sich Ihre Blutzuckereinstellung aber optimieren, wenn Sie Ihre Werte laufend selbst prüfen. So stellen Sie zu hohe und zu niedrige Blutzuckerspiegel aktuell fest und können Entgleisungen sofort vorbeugen. Zum Selbstmessen gibt es verschiedene leicht bedienbare Geräte.

 

Prüfen Sie regelmäßig Ihren Urin

Neben dem Blutzuckerspiegel sollten Sie auch Ihren Urin regelmäßig selbst testen. Sobald Ihr Blutzuckerspiegel über 160-180 mg Zucker pro 100 ml Blut steigt, scheidet Ihr Körper Zucker im Urin aus. Das stellen Sie dann mit Hilfe eines Teststäbchens schnell selbst fest. Außerdem können Sie bei diesem Urintest gleich weitere für Sie wichtige Parameter mitbestimmen:

 

Aceton

Aceton, oft auch als Ketonkörper bezeichnet, wird im Urin ausgeschieden, wenn es durch erhöhte Blutzuckerspiegel bereits zu einer ernsten Stoffwechselentgleisung gekommen ist und ein so genanntes diabetisches Koma droht.

 

Eiweiß

Infolge Ihres Diabetes können im Laufe der Zeit Ihre Nieren geschädigt werden. Dies ist erkennbar an einer sich langsam steigernden Eiweißausscheidung im Urin, der so genannten Mikroalbuminurie. Damit spätere ernste Komplikationen vermieden werden, ist es wichtig, dass eine beginnende Schädigung möglichst frühzeitig erkannt wird.

 

Nitrit

Durch Zuckerausscheidungen im Urin finden Bakterien dort einen guten Nährboden vor. Die Folge: eine Blasen-Nieren-Infektion. Solche Infektionen können symptomlos verlaufen und ohne dass Sie es merken, Ihre Nieren schädigen.

Durch den Stoffwechsel vieler Bakterien entsteht Nitrit, den Sie in Ihrem Urin mittels eines Teststäbchens nachweisen können.

 

Gerade für Diabetiker gibt es mittlerweile sehr praktische Kombinationsteststäbchen, die Ihnen die Selbstkontrolle binnen weniger Sekunden schnell und mühelos erlauben.

 

Überwachen Sie Ihren Blutdruck

Da Diabetiker zur Entwicklung eines Bluthochdrucks neigen, empfiehlt es sich, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Das können Sie mittels eines Selbstmessgerätes eigenhändig vornehmen oder regelmäßig bei Ihrem Arzt oder Apotheker durchführen lassen.

 

Achten Sie auf hervorragende Hautpflege

Wichtig für Ihre Gesundheit ist darüber hinaus die richtige Körperpflege. Gerade die Haut des Diabetikers ist für Infektionen sehr empfänglich. Das gilt besonders für die Füße. Vermeiden Sie konsequent alles, was Ihre Füße beschädigen könnte, beispielsweise enge Schuhe, heiße Bäder, barfuss laufen u. ä.. Wechseln Sie täglich Ihre Socken und waschen Sie auch Ihre Füße täglich, am besten in einem 5-10-minütigen warmen Fußbad. Entfernen Sie Hornhaut mit einem Bimsstein und reiben Sie sie anschließend mit einer fetthaltigen Creme gut ein. Suchen Sie bei jeder Veränderung am Fuß, beispielsweise einer Blase, einem Hühnerauge, Rötungen, Schwellungen, einem Geschwür usw., unverzüglichen Ihren Arzt auf!

 

…. Und prüfen Sie Ihre Füße

Da Schäden der Haut sich meist zuerst an den Füßen zeigen, diese aber im Allgemeinen wenig beachtet werden, sollten gerade Diabetiker ihre Füße auf Druckstellen, Hornhautrisse oder schuppige Haut untersuchen. Auch auf kleinste Geschwüre oder Entzündungen sollte genau geachtet werden. Eine beginnende Neuropathie kann man ebenfalls mit einem einfachen Test an den Fußsohlen oder den Zehen (Stimmgabeltest) feststellen.

 

Verzichten Sie auf Nikotin

Falls Sie Raucher sind, geben Sie das Rauchen auf, auch wenn es schwer fällt. Rauchen schädigt Ihre Gefäße und gerade diese sind bei Diabetikern besonders anfällig. Wenn Sie Unterstützung suchen, sprechen Sie Ihren Apotheker darauf an. Es gibt mittlerweile diverse Hilfsmittel, um sich das Rauchen abzugewöhnen.

 

Sie sehen, Sie können viel für sich selbst tun. Jeder Diabetiker, der seine Gesundheit regelmäßig selbst kontrolliert, wird auf Dauer immer besser gestellt sein als derjenige, der sich dieser kleinen Mühe nicht unterzieht. Nehmen Sie sich daher Zeit für sich - Ihrer Gesundheit zuliebe.

Ernährung

Das A&O bei der Therapie der Zuckerkrankheit ist die richtige Ernährung. Die Ernährungsexperten empfehlen folgende Zusammensetzung der Nahrung:

 

Eiweiß

10 – 20 %

Bei beginnender Nephropathie (Albuminausscheidung über 20 mg/dl) maximal 60 g Eiweiß pro Tag.

Kohlenhydrate und einfach ungesättigte Fettsäuren

60 – 70 % (z.B. 50 % + 20 %)

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

unter 10 %

Gesättigte und trans-Fettsäuren

unter 10 %

 

Inwieweit Ihre Ernähung diese Anforderungen erfüllt, lässt sich durch eine Analyse der persönlichen Ernährung feststellen (bieten viele Apotheken, Ernährungsberater und Arztpraxen an).

In mehreren Studien hat sich gezeigt, dass die Inhaltsstoffe der Bittergurke sowohl den Blutzucker senken können, als auch mithelfen, das Gewicht zu reduzieren.

 

Die wichtigsten Regeln für Typ II-Diabetiker

Sorgen Sie für Normalgewicht

90 Prozent der Typ II-Diabetiker sind übergewichtig. Gehören Sie auch dazu? Dann sorgen Sie für kalorienbewusste Ernährung. Denn jedes Kilo weniger verbessert Ihre Gesundheit. So verringert sich zum Beispiel allein durch die Abnahme von zehn Kilogramm der HbA1c-Wert um ein bis drei Prozentpunkte. Häufig lässt sich dadurch bereits die Dosis der Medikamente deutlich verringern. Und jeder zweite Diabetiker hat nach seiner Gewichtsreduktion sogar keine diabetische Stoffwechsellage mehr, ist quasi gesundet!

Als Ziel wird übergewichtigen Diabetikern ein Body-Mass-Index (BMI) von 18,5 bis 25kg/m2 empfohlen. Zum Abbauen des Übergewichts empfiehlt sich eine Diabetiker-geeignete, abwechselungsreiche, kalorienreduzierte Kost (s.u.). Auch spezielle Kostformen, z.B. die Logi-Methode haben ihre Anhänger. Sprechen Sie jedoch vor Beginn Ihrer Abmagerungskur mit Ihrem Arzt, damit er Ihnen Hinweise zu Ihrem individuellen Blutzuckerspiegel geben kann.

 

Zum Abnehmen empfiehlt die Deutsche Diabetes Gesellschaft:

  • Verzichten Sie weitestgehend auf tierisches Fett (Wurst, fettes Fleisch) und verwenden Sie für die Nahrungszubereitung pflanzliche Fette (Olivenöl, Rapsöl, Sojaöl).
  • Verzehren Sie zweimal pro Woche Fisch. Er enthält gesunde Omega-3-Fettsäuren.
  • 45-60 Prozent Ihrer Nahrungsenergie sollte aus Kohlenhydraten stammen, insbesondere durch Gemüse, Obst und Vollkornprodukte (Hülsenfrüchte, Hafer, Nudeln, Parboiled Reis u.a.).
  • Verzichten Sie auf kalorienhaltige Zuckeraustauschstoffe wie Fruktose oder Zuckeralkohole.

 

Diät kann Diabetes heilen

Personen, die erst kurze Zeit „Alterszucker“ haben, haben die Chance, mit einer kontrollierten Diät den Diabetes zu heilen. In einer englischen Untersuchung blieben bei Diabetikern, die acht Wochen lang auf eine radikale Diät mit nur 600 kCal/Tag gesetzt wurden, auch nach der Diät sowohl die Hba1c- als auch die Leberfettwerte auch nach der Diät im Normbereich.

 

Nehmen Sie viele kleine Mahlzeiten pro Tag zu sich

Essen Sie lieber 5 bis 6 kleine Mahlzeiten pro Tag als wenige große. So kann das Insulin besser ausgenutzt werden, denn die Aufnahme der Kohlenhydrate wird gleichmäßig über den Tag verteilt. Bei Insulinpflichtigen ist dadurch auch die Insulinzufuhr besser einstellbar.

 

Bevorzugen Sie ballaststoffreiche Kohlenhydrate

Ihr Bedarf an Ballaststoffen ist zwar nicht höher als der Gesunder, doch weisen sie positive Wirkungen auf Ihre Gesundheit auf. Sie bewirken, dass der Blutzuckerspiegel nur langsam und nicht zu hoch steigt. Empfohlen werden mindestens 40 g, besser 50 g Ballaststoffe pro Tag. Allein dadurch kann der HbA1c-Wert um 0,3 Prozent sinken. Ideal sind die unlöslichen Ballaststoffe aus Vollkornprodukten wie Vollkornbrot, Müsli mit Vollkorn-Haferflocken, Vollkornnudeln etc. Die Ballaststoffe aus Obst und Gemüse sollen dagegen keine Bedeutung haben.

 

Einen nur geringen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel weisen auch Lebensmittel mit einem niedrigen Glykämischen Index auf. Hierzu zählen viele Gemüsearten, die sie bevorzugt verspeisen sollten.

 

Wichtig ist, dass Sie kohlenhydrathaltige Lebensmittel stets auf die einzelnen Mahlzeiten verteilen (und, falls Sie Insulin spritzen, auf Ihre Insulinmenge abstimmen).

Übrigens: Nach neuen Erkenntnissen soll die Gesamtmenge an verzehrten Kohlenhydraten mehr Einfluss auf den Blutzuckerspiegel nach dem Essen haben als die Art der verzehrten Kohlenhydrate.

 

Das müssen Sie wissen, wenn Sie als Diabetiker-Süßwaren essen

Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel, auch Honig, Traubenzucker und Haushaltszucker gehen schnell ins Blut und erhöhen den Blutzuckerspiegel. Zuckerkranken steht hierfür nur begrenzt Insulin zur Verfügung. Beachten Sie deshalb folgende Hinweise, wenn Sie zuckerhaltige Lebensmittel verzehren möchten:

 

Wenn Sie auf Süßes nicht prinzipiell verzichten möchten, dann ist - nach heutiger Ansicht der Ernährungsexperten - normaler Zucker in Maßen (bis zu insgesamt 50 g Zucker pro Tag, darin eingerechnet auch Fruchtzucker und alle anderen Einfach- und Zweifachzucker) erlaubt, beispielsweise als Pudding oder Kuchen (fettarm und ohne Sahne), aber grundsätzlich nicht separat, nur gemeinsam mit einer ballaststoffreichen Mahlzeit. In Form süßer Getränke wie beispielsweise Cola oder Likör ist Zucker nach wie vor verboten!

 

Zucker ist vor allem in folgenden Lebensmitteln enthalten: Fruchtsaftgetränken, Limonaden, Likör, Ketchup, süßen Joghurt-/Quark-/Buttermilch-Zubereitungen (z.B. mit Frucht, Vanille etc.), Fertigpudding, Fertigkakao, Süßigkeiten jeder Form sowie Kuchen.

 

Als Diabetiker-Ersatzzucker werden neben Süßstoff so genannte Zuckeraustauschstoffe und Fruchtzucker angeboten. Es gibt sie separat zum Süßen zu kaufen. Auch sind sie Diabetiker-Lebensmittel(-zubereitungen) als Süßungsmittel zugesetzt. Dies ist dann auf dem Etikett vermerkt. Fruchtzucker beeinflusst zwar nicht den Blutzuckerspiegel, enthält aber genauso viele Kalorien wie normaler Zucker. Verzehren Sie fruchtzuckerhaltige Produkte außerdem stets nur in geringen Mengen, denn sie können abführend wirken und Durchfall verursachen. Zu beachten ist weiterhin, dass Diabetikerschokolade und andere Diabetiker-Süßwaren oft große Mengen an tierischem Fett enthalten. Gerade das ist nicht gesund für Sie!

 

Meiden Sie Alkohol

Auf Alkohol brauchen Sie nicht grundsätzlich zu verzichten (es sei denn, Ihr Arzt hat es Ihnen ausdrücklich verboten!). Nach neusten Ernährungsempfehlungen sind Diabetikern geringe Alkoholmengen erlaubt, und zwar Frauen bis 10 g, Männern bis zu 20 g Alkohol pro Tag. Verzichten Sie jedoch auf Hochprozentiges und Zuckerhaltiges (z.B. Liköre). Geeigneter sind für Sie durchgegorene trockene Weine (Restzucker unter 4 g/Liter). Aber wenn es schon Alkohol sein muss, dann trinken Sie ihn stets nur zu Mahlzeiten, denn andernfalls kann der Alkohol zu einem Unterzuckerzustand führen.

Falls Sie jedoch neben Diabetes auch Übergewicht, Bluthochdruck oder erhöhte Triglyzeridspiegel aufweisen, sollten Sie Ihren Alkoholkonsum weiter einschränken, denn er kann den Blutdruck, die Triglyzeride und das Körpergewicht erhöhen.

 

Ernähren Sie sich fettarm

Seien Sie sparsam mit Fett, ganz besonders mit tierischem Fett. Bevorzugen Sie fettarme Käse- und Wurstsorten. Für Salate nehmen Sie am besten Öle mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie beispielsweise Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Sojaöl und Distelöl. Zum Kochen und Backen sind Öle mit einfach ungesättigten Fettsäuren besser geeignet, beispielsweise Olivenöl und Rapsöl.

 

Ernähren Sie sich salzarm

Wie für die Allgemeinbevölkerung gilt auch für Diabetiker der Grenzwert für den Salzverzehr von 6 g pro Tag. Allerdings ist diese Menge sehr schnell erreicht und es empfiehlt sich deshalb auf den persönlichen Salzkonsum gut zu achten. Verwenden Sie bei der Essenszubereitung beispielsweise anstelle von Salz besser Kräuter und andere salzfreie Gewürze. Meiden Sie insgesamt besonders salzreiche Speisen und Lebensmittel.

 

Essen Sie Nüsse

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass durch eine Handvoll Nüsse am Tag (75g) der HBa1c Wert deutlich gesenkt werden kann. Geeignet dafür sind z.B. Mandeln, Walnüsse, Cashew- oder Macadamianüsse, nicht jedoch gesalzene Erdnusskerne. Wahrscheinlich sind dafür die hohen Mengen ungesättigten Fettsäuren in Nüssen verantwortlich. Wichtig ist dabei aber, die doch erheblichen Kalorien der Nüsse an anderer Stelle einzusparen.

 

Der früher oft geäußerte Rat, die Eiweißzufuhr einzuschränken, gilt mittlerweile für Typ-2-Diabetiker als überholt.

 

Was Sie ernährungsmäßig noch für Ihre Gesundheit tun können

Sorgen Sie für ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente

Besonders wichtig sind für Sie: Vitamin A, C, E, B1, B6, B12, Folsäure sowie Magnesium, Zink, Chrom, Omega-3-Fettsäuren, L-Carnitin und Coenzym Q10.

Über Nahrungsergänzungsmittel sollten Sie das Spurenelement Selen dagegen nicht zuführen , denn es scheint, dass dies kontraproduktiv ist und die Entwicklung eines Diabetes vom Typ 2 begünstigt.

 

Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren schützen vor Arteriosklerose

Wussten Sie, dass die Arteriosklerosegefahr bei Diabetikern ganz besonders groß ist? Hier hilft vorbeugend eine gesunde fettarme vitaminreiche Ernährung (viel Obst und frisches Gemüse). Besonders wichtig sind dabei die so genannten antioxidativen Vitamine, das sind die Vitamine A, C und E. Sie können schädliche Sauerstoffradikale abfangen und damit die Gefäße schützen. Auch Omega-3-Fettsäuren, wie sie in Seefischen in größerer Menge enthalten sind, helfen, der Arteriosklerose vorzubeugen.

 

Vitamin B1, B6, B12 und Folsäure schützen Herz und Kreislauf

Ein Mangel an Vitamin B6, B12 und insbesondere an Folsäure kann zu einer Erhöhung des Homocysteins im Körper führen, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht. Folsäurereich sind grünes Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte und Obst.

Viele Diabetiker weisen einen Mangel an Vitamin B1 auf, weil sie es in stärkerem Maße als Gesunde ausscheiden. Ein Defizit an Vitamin B1 kann das Risiko für Gefäßkomplikationen und diabetische Neuropathien erhöhen. Achten Sie deshalb auf einen reichlichen Verzehr dieses Vitamins. Es findet sich vor allem in Innereien, Vollkornprodukten, Eigelb, Gemüse, Dörrobst, Hefe und Nüssen. Hohe Dosen (tgl. 300-600mg) von Benfotiamin, einer Vorstufe des Vitamin B1, lindern die Schmerzen bei durch Diabetes entstandenen Nervenschäden deutlicher als die direkte Gabe des Vitamins.

 

Zink unterstützt die Heilung bei diabetischem Fuß

Die Einnahme von Zink ist vor allem dann wichtig, wenn Sie am diabetischen Fuß leiden. Zur Förderung der Wundheilung haben sich Dosierungen von 15-25 mg Zink-Ionen pro Tag bewährt.

 

Chrom scheint die Insulinwirkung zu verbessern

Was jedoch als nicht bewiesen gilt. Außerdem weisen Diabetiker häufig einen Chrommangel auf, da sie viel Chrom über den Urin verlieren. Bei leichten Formen des Diabetes Typ 2 soll man mit Chrom ähnlich gute Effekte erzielen können wie mit Anti-Diabetes-Medikamenten.

 

Magnesiummangel ist verbreitet

Bei unzureichender Diabeteseinstellung oder während der Schwangerschaft neigen Diabetiker zur Entwicklung eines Magnesiummangels. Er kann sich durch Muskelkrämpfe, Empfindungsstörungen (z.B. Kribbeln) und Konzentrationsschwäche bemerkbar machen und zu Herzrhythmusstörungen führen. Vorbeugen können Sie durch richtige Ernährung. Unsere wichtigsten Magnesiumquellen sind Vollkornprodukte, Milchprodukte, Geflügel, Fisch, Kartoffeln, Gemüse, Beeren, Orangen und Bananen.

 

L-Carnitin schützt die Gefäße bei erhöhten Blutfetten

Sind Ihre Blutfette möglicherweise erhöht? Dann sollten Sie etwas für Ihren Gefäßschutz tun. Nach einer aktuellen Studie kann L-Carnitin das Risiko für koronare Herzerkrankungen und Durchblutungsstörungen reduzieren. L-Carnitin ist ein Eiweißbaustein und vorwiegend in tierischen Lebensmitteln enthalten, also Produkten, die Menschen mit erhöhten Blutfetten besser meiden sollten. Sinnvoll kann daher die Einnahme entsprechender Nahrungsergänzungsmittel sein. Empfohlen wird eine Dosierung von 500 bis 1.000 Milligramm pro Tag.

 

Coenzym Q10 unterstützt die Insulinwirkung

Und hilft so, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Viele Diabetiker weisen einen erniedrigen Coenzym-Q10-Spiegel im Blut auf.

 

Alle diese Stoffe können Sie auch in Form von Supplementen/Nahrungsergänzungsmitteln zuführen.

Was die wissenschaftliche Seite der Vitamin- und Mineralstoffsupplementation anbelangt, ist allerdings festzustellen, dass bislang gesicherte Wirkungsbeweise (der Fachmann spricht von „Evidenz“) fehlen.

Sport/Fitness

Regelmäßige körperliche Aktivität ist nicht nur gesund für Sie, sondern ganz entscheidend für Ihre Gesundheit! Sport wirkt sich günstig aus auf Ihren Blutzuckerspiegel, den Blutdruck, Ihr Herz-Kreislaufsystem und hebt die Stimmung. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurde außerdem festgestellt, dass man durch regelmäßige Bewegung dem Blutzucker sogar „davonlaufen“ kann, also nicht nur den Krankheitsverlauf verzögern, sondern sogar verhindern kann. Dabei ist es allerdings nötig, seinen Lebensstil umfassend zu ändern und Bewegung fest in den Tagesablauf zu integrieren.

 

Besonders geeignet ist für Sie Ausdauertraining, beispielsweise täglich 30 Minuten Nordic Walking (besonders empfehlenswerte Trendsportart), Radfahren, Schwimmen, Tanzen, Wandern, Aerobic, Skilanglauf, Gartenarbeit oder ähnliches.

Die Belastung sollte bei 60 bis 70 Prozent des Maximalpulses liegen oder gemäß anderer Empfehlungen bei einer Pulsfrequenz, die 180 minus Lebensalter nicht übersteigt. Empfehlenswert ist es, die Belastung mit Hilfe einer Pulsuhr zu kontrollieren. Achten Sie des Weiteren auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr vor dem Sport, um Wasserverlusten durch Schwitzen vorzubeugen.

 

Weniger geeignet sind dagegen Kraftsportarten, Leistungssport sowie Kletter- und Hochgebirgstouren.

 

Achten Sie beim Sport auf die Kontrolle Ihres Blutzuckers

Da durch körperliche Arbeit der Blutzuckerspiegel sinkt, ist wichtig, dass Sie Ihre Ernährung und Ihre Insulingaben darauf abstimmen. Am besten erreichen Sie dieses, wenn Sie vor dem Sport und mehrfach danach Ihren Blutzuckerspiegel messen. Verzichten Sie auf Sport, wenn Ihr Blutzucker über 240 mg/dl (= 13,3 mmol/l) liegt oder wenn Sie Aceton im Urin gefunden haben oder wenn Sie an einer fortgeschrittenen Retinopathie leiden. Sprechen Sie Ihren Arzt vor Trainingsbeginn unbedingt auf die von Ihnen gewünschte Sportart an, denn durch nicht richtige Sport- und Nahrungsdosierung kann es zu gefährlichen Unterzuckerungszuständen kommen. Sie kündigen sich an durch Hungergefühl, blasse und feuchtkalte Haut, leichte Kopfschmerzen, Zittern, Unruhe und Herzklopfen. Tragen Sie für alle Fälle stets ein paar Stückchen Traubenzucker bei sich. Meist hilft bereits ein Apfel oder ein Stück Knäckebrot. Wer älter als 35 Jahre ist oder länger als 10 Jahre erkrankt ist oder an Folgeschäden leidet, sollte zuvor einen Belastungstest beim Arzt durchführen lassen.

Selbsthilfegruppen

Arbeitsgemeinschaft niedergelassener diabetologisch tätiger Ärzte (AND) e.V.

Wilhelminenstr. 22
46537 Dinslaken
Telefon: 02064/30066


Berliner Fördergemeinschaft junger Diabetiker e.V.

Gerneral-Barby-Str. 71
13403 Berlin
Telefon: 030/4126239


Bund diabetischer Kinder und Jugendlicher e.V.

Hahnbrunner Str. 46
67659 Kaiserslautern
Telefon: 0631/76488
Telefax: 0631/97222
Email: diabeteskl@aol.com
Internet: http://www.bund-diabetischer-kinder.de


Bundesverband Insulinpumpenträger e.V. (BVI)

Reinekestr. 31
51145 Köln
Telefon: 02203/25862
Telefax: 02203/27100
Email: info@insulinpumpentraeger.de
Internet: http://www.insulinpumpentraeger.de


Deutsche Diabetes Gesellschaft

Gilsingstr. 14
44789 Bochum
Telefon: 0234/3026429


Deutsche Diabetes Stiftung

Reumontstr. 28
33102 Paderborn


Deutsche Diabetes-Stiftung

Geschäftsstelle
Postfach 100267
51302 Leverkusen


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Sachsen e.V.
Fetscherstraße 111
01307 Dresden
Telefon: 0351/4451703
Telefax: 0351/4451703


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Berlin e.V.
Mittelstraße 2
13585 Berlin
Telefon: 030/3355388


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Brandenburg e.V.
Hebbelstraße 1a
14467 Potsdam
Telefon: 0331/328135


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Prenzlauer Chaussee
17348 Woldegk
Telefon: 03963/210418
Telefax: 03963/210418


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Hamburg e.V.
Von-Essen-Straße 85
22081 Hamburg
Telefon: 040/297894


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Schleswig-Holstein e.V.
Kronshagener Weg 130a
24116 Kiel
Telefon: 0431/180009
Telefax: 0431/180009


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Niedersachsen e.V.
Carlos-Grethe-Weg 4
27476 Cuxhaven
Telefon: 04721/48812
Telefax: 04721/444154


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Bremen e.V.
Gröpelinger Heerstraße 386b
28239 Bremen
Telefon: 0421/6164323
Telefax: 0421/6168607


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Hessen e.V.
Apfelgäßchen 9
34613 Schwalmstadt-Treysa
Telefon: 06691/24957


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Sachsen-Anhalt e.V.
Kretschmannstraße 40
39118 Magdeburg
Telefon: 0391/647574


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Nordrhein-Westfalen e.V.
Bonnerstr. 29
42697 Solingen
Telefon: 0212/77504
Telefax: 0212/77504


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Rheinland-Pfalz e.V.
Heidelberger Faßgasse 14
55116 Mainz
Telefon: 06131/237919
Telefax: 06131/237911


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Saarland e.V.
Hahnenstraße 24
66571 Eppelborn
Telefon: 06881/7438
Telefax: 06881/7438


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Baden-Württemberg e.V.
Propsteiweg 2
79184 Bad Krotzingen
Telefon: 07633/1809
Telefax: 07633/160912


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Bayern e.V.
Liebherrstraße 5/IV
80538 München
Telefon: 089/227341
Telefax: 089/225881


Deutscher Diabetiker-Bund

LV Thüringen e.V.
Turniergasse 17
99084 Erfurt
Telefon: 0361/6551722


Deutscher Diabetiker-Bund e.V. (DDB) Bundesgeschäftsstelle

Danziger Weg 1
58511 Lüdenscheid
Telefon: 02351/989153
Telefax: 02351/989150
Email: info@diabetikerbund.de
Internet: http://www.diabetikerbund.de


Deutscher Diabetiker-Verband e.V.

Hahnbrunner Str. 46
67659 Kaiserslautern
Telefon: 0631/76488
Telefax: 0631/97222


Diabetiker-Bund Landesverband Baden-Württemberg e.V.

Propsteinweg 2
79189 Bad Krozingen
Telefon: 07633/1809
Telefax: 07633/160912


Diabetiker-Bund Landesverband Bayern e.V.

Liebherrstr. 5/IV
80538 München
Telefon: 089/227341
Telefax: 089/225881


Diabetiker-Bund Landesverband Berlin e.V.

Mittelstr. 2
13585 Berlin
Telefon: 030/3355388


Diabetiker-Bund Landesverband Brandenburg e.V.

Friedrich-Hegel-Str. 18
15230 Frankfurt/Oder
Telefon: 0335/324820


Diabetiker-Bund Landesverband Bremen e.V.

Gröpelinger Heerstr. 386b
28239 Bremen
Telefon: 0421/6164323


Diabetiker-Bund Landesverband Hamburg e.V.

Von-Essen-Str. 85
22081 Hamburg
Telefon: 040/297894


Diabetiker-Bund Landesverband Hessen e.V.

Apfelgäßchen 9
34613 Schwalmstadt-Treysa
Telefon: 06691/24957


Diabetiker-Bund Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Prenzlauer Chaussée 10
17348 Woldegk
Telefon: 03963/418


Diabetiker-Bund Landesverband Niedersachsen e.V.

Postfach 3242
31524 Neustadt
Telefon: 05032/3564


Diabetiker-Bund Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.

Bonnerstr. 29
42697 Solingen
Telefon: 0212/77504
Telefax: 0212/77504


Diabetiker-Bund Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.

Heidelbergerfaßgasse 14
55116 Mainz
Telefon: 06131/237919
Telefax: 06131/237911


Diabetiker-Bund Landesverband Saarland e.V.

Hahnenstr. 24
66571 Eppeldorn
Telefon: 06884/7438


Diabetiker-Bund Landesverband Sachsen e.V.

c/o Deutsche Hygiene-Museum, Zi.146
Lingnerplatz 1
01069 Dresden
Telefon: 0351/4846481
Telefax: 0351/4846481


Diabetiker-Bund Landesverband Sachsen-Anhalt e.V.

Kretschmann-Str. 40
39118 Magdeburg
Telefon: 0391/647574


Diabetiker-Bund Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Kronshager Weg 130 a
24109 Kiel
Telefon: 0431/180009
Telefax: 0431/180009


Diabetiker-Bund Landesverband Thüringen e.V.

Turniergasse 17
99084 Erfurt
Telefon: 0361/6551722


Förderkreis Eltern diabetischer Kinder und Jugendlicher e.V.

Ochsenberg 23
67659 Kaiserslautern
Telefon: 0631/42422


Insuliner-Verlag - Kontaktstelle für SHG insulinpflichtiger Diabetiker

Anneliese Kuhn-Prinz
Narzissenweg 17
57548 Kirchen-Freusburg
Telefon: 02741/930040
Telefax: 02741/930041
Email: verlag@insuliner.de
Internet: http://www.insuliner.de


Kontaktstelle der Insulinergruppen

Am Heydwolf 16
35274 Kirchhain-Schönbach


Österreichische Diabetiker Vereinigung Zentrale

Moostr. 18/1
5020 Salzburg


Schweizerische Diabetes-Gesellschaft

Forchstr. 95
8023 Zürich
Telefon: 01/3831315
Telefax: 01/4228912


Stiftung " Das zuckerkranke Kind"

c/o Medizinische Hochschule
30623 Hannover
Telefon: 0511/5326525


Verband der deutschen Diabetesberater/innen e.V.

Krahkampweg 108
40223 Düsseldorf


Verein zur Förderung diabetischer Kinderund Jugendlicher e.V.

Angerstr. 77
30539 Hannover
Telefon: 0511/526495
Telefax: 0511/511161


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 01.10.2015

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