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Pflegebedürftigkeit in Deutschland

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Für Pflegebedürftige und deren Angehörige ist die aktuelle Pflegesituation in Deutschland alles andere als optimal. Personalmangel in der Pflege ist dabei eines der schwierigsten Probleme, mit denen das Gesundheitssystem und die Patienten zu kämpfen haben. Die körperliche und gleichzeitig psychische Belastung, dazu schlechte Bezahlung und Arbeitszeiten, die sich wenig mit dem Familienleben vereinbaren lassen, machen Pflegeberufe nicht besonders attraktiv.
 

Der Personalmangel in der Pflege führt zu einer schlechten Versorgung Pflegebedürftiger: es mangelt aktuell nicht nur an der Grundversorgung; auch die Psyche der Patienten leidet an Unterforderung. Es gibt in Pflegeheimen kaum Gespräche oder Freizeitangebote; viele Pflegebedürftige leiden an Langeweile und mangelnder Aktivität.
 

 

Pflegebedürftigkeit: Die Perspektive in Deutschland
 

Die Bevölkerungsentwicklung wird die Pflegesituation perspektivisch nicht entspannen. Durch die gute, medizinische Versorgung erreichen Menschen ein immer höheres Lebensalter. Bis zum Jahr 2050 soll laut Prognosen die durchschnittliche Lebenserwartung um 6% ansteigen. Die Pflege wird also weiterhin ein boomender Beschäftigungsmotor bleiben.

Laut einer aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes ist die Anzahl der Pflegebedürftigen in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Während im Jahr 2005 noch 2,1 Millionen Pflegebedürftiger versorgt werden mussten, waren es 2010 bereits 2,4 Millionen. Im Jahr 2020 wird die Pflegebedürftigkeit vom Statistischen Bundesamt bereits auf 2,9 Millionen Menschen geschätzt.

Von Pflegebedürftigkeit betroffen sind Frauen wesentlich häufiger als Männer, was vermutlich auf deren höhere Lebenserwartung zurückzuführen ist. Perspektivisch nähern sich die Zahlen etwas an, da auch das Lebensalter der Männer weiter steigt.
 

Wann ist jemand pflegebedürftig?
 

Eine Person, die aus einer körperlichen, geistigen oder seelischen Erkrankung heraus nicht mehr selbstständig für sich sorgen kann, ist im Sinne der Krankenkassen pflegebedürftig. Ein Pflegebedürftiger kann seinen Alltag ohne fremde Hilfe nicht mehr eigenständig bewältigen. Pflegebedürftigkeit kann als Folge von Lähmungen, eingeschränkter Beweglichkeit, aber auch Neurosen oder psychischer Störungen wie Depressionen entstehen.

Pflegebedürftige sind in der Verrichtung alltäglicher Aufgaben auf fremde Hilfe angewiesen. Praktische Hilfe leistet hier ein Pflegedienst bei der täglichen Körperhygiene, sowie beim Einkaufen, bei Amtsgängen oder Arztbesuchen. Für die Pflegebedürftigkeit gibt es insgesamt 4 Stufen, anhand derer Patienten vom medizinischen Dienst klassifiziert werden. Um den Grad der Pflegebedürftigkeit festzustellen, kommt ein Angestellter des medizinischen Dienstes zum Patienten nach Hause, besichtigt sein Wohnumfeld und stuft im Anschluss die Höhe der zu erbringenden Pflegeleistungen ein. Grundsätzlich kann im Anschluss entschieden werden, ob ein pflegender Angehöriger finanziell unterstützt wird oder ob ein Pflegedienst die Pflege übernimmt.
 

Die Zukunft der Pflege: 3,4 Millionen Pflegebedürftige in Deutschland

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Den Prognosen des Statistischen Bundesamtes zufolge, werden im Jahr 2030 3,40 Millionen Deutsche pflegebedürftig sein. Immer wieder bemüht sich die Politik, durch Reformen der akuten Handlungssituation gerecht zu werden. Bisher wurden dafür jedoch nur leichte Ansätze geschaffen, die meist finanzieller Natur waren.

Um auf diese Zahlen-Prognosen angemessen zu reagieren, müssen die Pflegeberufe wieder attraktiver werden. Angestellte brauchen neue Perspektiven, die über erhöhte Gehaltszahlungen hinausgehen. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Pflege- und Altenheimen müssen sich verbessern. Auch die Situation pflegender Angehöriger sollte zukünftig stärker in den Fokus rücken.

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