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Informationen über: Divertikulitis

Krankheitsbild

Der Begriff "Divertikulitis" setzt sich zusammen aus dem Begriff "Divertikulose" und der Endung "-itis". Hinter Divertikulose verbirgt sich der Plural von Divertikel. Darunter versteht man eine sackförmige Ausstülpung. Es handelt sich somit um mehrere Ausstülpungen und diese bilden sich meist im Dickdarm. Die Endung "-itis" bedeutet: Entzündung. Es handelt sich also um entzündete, sackförmige Ausstülpungen im Dickdarm.

 

Eine Divertikulitis äußert sich u.a. durch heftige starke Schmerzen im linken Unterbauch.

 

Die Divertikulitis ist eine Folgeerkrankung der Divertikulose

Dabei werden zwei Formen unterschieden:

  1. die plötzlich auftretende, akute mit heftigen Leibschmerzen und Fieber, und
  2. die chronische, immer vorhandene mit unterschiedlichen Symptomen wie Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Stuhldrang. Es kann auch zu Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen kommen.

Auch Komplikationen sind möglich, beispielsweise starke Blutungen, Darmverschluss oder Risse in der Darmwand.

Diagnose

Wenn bekannt ist, dass der Betroffene unter einer Divertikulose leidet, kann der Arzt die Diagnose Divertikulitis zumeist anhand der Symptome stellen.

Darüber hinaus wird der Arzt ggf. eine röntgenologische Untersuchung mit einem vorherigen Kontrastmittel-Einlauf, eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomographie veranlassen und im subakuten Zustand evtl. eine Darmspiegelung. Oft wird eine Divertikulose auch bei einer Darmspiegelung entdeckt.

Ursachen

Die Divertikulitis tritt üblicherweise als Komplikation einer Divertikulose auf, nachdem sich Stuhlreste in den Ausstülpungen festgesetzt und schließlich zu Entzündungen geführt haben.

Verlauf/Folgen

Im allgemeinen heilt eine leichte Divertikulitis von selbst aus. In schwereren Fällen können sich die Entzündungen fortsetzen und anderes Gewebe angreifen, dies kann bis hin zu einer Bauchfellentzündung gehen.

Wann zum Arzt

Es können immer wieder Komplikationen auftreten, bei denen Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie unter ständigen oder heftigen Schmerzen im Bauchraum leiden. Auch Blut im Stuhl, der so genannte Teerstuhl (Stuhl ist schwarz gefärbt wie nach dem Verzehr von Heidelbeeren), ist ein Alarmzeichen und bedarf der ärztlichen Abklärung.

Das können Sie tun:

Überblick

Befinden Sie sich in einer akuten Phase der Erkrankung, muss Ihr Darm, so weit es geht, ruhig gestellt werden. Sie erhalten Medikamente und werden u.U. ins Krankenhaus eingewiesen, da Sie vielleicht künstlich ernährt werden müssen.

Im Einzelfall kann auch eine operative Entfernung des entzündeten Darmstücks erforderlich werden. Hierzu wird Ihr Arzt möglicherweise raten bei einem Durchbruch, der Bildung eines Abszesses oder Fisteln, schweren Blutungen, Verengungen (besonders wenn ein Karzinom nicht ausgeschlossen werden kann) sowie bei immer wieder auftretender Divertikulitis. Auch zur Vermeidung einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung kann eine Operation erforderlich werden.

 

In einer Phase, in der es Ihnen besser geht, können Sie mit einer Umstellung der Ernährung viel für Ihre Gesundheit tun. Die bestehenden Ausbuchtungen im Darm lassen zwar nicht mehr zurückbilden, aber Sie können mit Hilfe der richtigen Ernährung erheblich dazu beitragen, dass sich die Erkrankung nicht weiter verschlimmert. Bauen Sie darüber hinaus evtl. vorhandenes Übergewicht ab und sorgen Sie für regelmäßige körperliche Bewegung.

Medikamente

Im akuten Zustand der Divertikulitis werden Sie Medikamente gegen die Entzündung und die Schmerzen erhalten, Antibiotika werden heute nicht mehr so oft eingesetzt.

 

Zum Vorbeugen neuer Entzündungen hat sich die Einnahme löslicher Ballaststoffe bewährt, zum Beispiel in Form Indischer Flohsamen (= Plantago ovata-Samenschalen) oder teilhydrolysiertem Guarkernmehl. Sie kann die Beschwerden verringern und oft auch die Entwicklung einer Divertikulitis verhindern.

Ernährung

Im akuten Zustand wird künstlich oder ballaststoffarm ernährt

Die akute Divertikulitis wird meistens in einer Klinik behandelt. Dort erhält man eine künstliche Ernährung oder eine ballaststoffarme Kost basierend auf so genannten Elementardiäten. Nachdem die Entzündung abgeklungen ist, erfolgt ein allmählicher Kostaufbau, anfangs meist in Form von Flüssigkost - zum Beispiel Astronautenkost - oder flüssig-breiiger Kost. Auf diese Weise soll sich der Körper langsam wieder an feste Nahrung gewöhnen. Danach empfiehlt sich eine so genannte leichte Vollkost. Das heißt, Sie dürfen dann alles essen, was Sie vertragen.

 

Anschließend empfiehlt sich ballaststoffreiche, gut verträgliche Kost

Um neuen Entzündungen vorzubeugen, sollte die Ernährung auf eine ballaststoffreiche, aber faserarme Kost umgestellt werden. Günstig ist z.B. die tägliche Einnahme von Haferkleie oder geschrotetem Leinsamen, wobei auch an eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gedacht werden muss. Die Einnahmemenge wird täglich etwas erhöht, bis man bei 30-50g angekommen ist (ca. 3 Esslöffel).

 

 

Zur Vorbeugung neuer Entzündungen empfiehlt sich:

  • ballaststoffreiche Kost
  • ein Verzicht auf blähende Speisen
    Falls Sie einmal das Gefühl haben sollten, dass Ihnen ein Lebensmittel nicht bekommt, lassen Sie es künftig aus Ihrer Nahrung fort. Verbreitet ist das zum Beispiel bei Hülsenfrüchten. Darauf reagieren viele Menschen mit Blähungen.
  • reichlich Flüssigkeitszufuhr
    Wichtig ist, insbesondere bei ballaststoffreicher Ernährung und Neigung zu festem Stuhlgang, dass Sie viel trinken, mindestens 2 Liter am Tag!

 

So ernähren Sie sich ballaststoffreich:

Empfehlenswert sind insbesondere Getreideballaststoffe, wie sie in Vollkornbrot, Kleie und Müslimischungen enthalten sind. Fertigen Müslimischungen ist meist Zucker zugesetzt. Deshalb ist es gesünder, wenn Sie Ihr Müsli selbst herstellen. Auch Nüsse und Mandeln passen gut in Ihren Speiseplan. Bei Vollkornbrot sollten Sie darauf achten, dass möglichst keine ganzen Körner mehr enthalten sind, Sie sollten beim Bäcker nach Brot aus Vollkornmehl fragen.

Besonders gesund sind für Sie darüber hinaus Kartoffeln, Obst, Salat und Gemüse. Und von diesen wiederum sind vor allem getrocknete Hülsenfrüchte zu empfehlen, denn sie enthalten viele Ballaststoffe und wegen ihres hohen Gehalts an Quellstoffen Äpfel, Zitrusfrüchte, Bananen, Karotten und Zuckerrüben. Achten Sie darauf, dass Sie größere Kerne nicht mitessen.

 

Wenn Sie bislang wenig Vollkornprodukte gegessen haben, muss sich Ihr Darm möglicherweise erst an die Ernährungsumstellung gewöhnen. Während der Übergangszeit - sie dauert etwa eine Woche - kann es vorübergehend zu leichten Leibschmerzen und Blähungen kommen. Falls Sie dann immer noch kein Vollkornbrot vertragen, können Sie stattdessen lösliche Ballaststoffe zusätzlich zur Nahrung einnehmen. Es gibt sie zum Beispiel in Form von teilhydrolysiertem Guarkernmehl oder Indischen Flohsamen (erhältlich in der Apotheke).

 

Nicht geeignet für Sie sind Weißmehlprodukte und Zucker. Auch ein Verzehr größerer Mengen an Fleisch, Wurst, Käse und Fisch ist nicht gerade empfehlenswert. Denn alle diese Produkte enthalten ausgesprochen wenig bis keine Ballaststoffe. Bei Nudeln sollten Sie Vollkornnudeln bevorzugen. Manche schwer verdaulichen Pflanzenfasern können sich in den Divertikeln festsetzen. Das sind z.B. die Fasern von Spargel, Mais, Rhabarber, Ananas, aber auch Weintraubenschalen, gekochter Kohl und die Innenhäutchen von Orangen.

 

... und zu guter Letzt: Schlingen Sie nicht, sondern kauen Sie ihr Essen ausgiebig.

 

Neigen Sie zu Verstopfung?

Dann sollten Sie alle Lebensmittel meiden, die einen stopfenden Effekt haben, beispielsweise starker grüner oder schwarzer Tee, Rotwein, Kakao sowie kakaohaltige Lebensmittel. Milch- und Fruchtsäuren dagegen fördern die Verdauung und sind deshalb gesund für Sie.

 

Haben Sie Übergewicht?

Dann essen Sie zusätzlich kalorienreduziert bis Sie Ihr Normalgewicht erreicht haben.

Sport/Fitness

Bewegung jeder Art ist gut für Sie. Sie müssen ja keinen Hochleistungssport treiben, aber Bewegung hat einen mehrfach positiven Effekt auf Ihren Körper. Einmal kurbelt sie den Stoffwechsel an und hilft Ihnen so, evtl. vorhandenes Übergewicht abzubauen. Außerdem fördert sie die Verdauung und die Durchblutung im ganzen Körper. Lassen Sie das Auto und den Fahrstuhl stehen und gehen Sie zu Fuß. Nehmen Sie den bewährten Sonntagnachmittagsspaziergang wieder auf. Im Verein und mit anderen Menschen ist Sport am schönsten. Erkundigen Sie sich nach dem Angebot des örtlichen Sportvereins oder der Volkshochschule. Tanzen ist für Jung und Alt geeignet. Gehen Sie zum Schwimmen. Die Leibmassage durch das Wasser hat einen positiven Effekt auf den Darm.

Ergreifen Sie die Initiative! Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

Selbsthilfegruppen

CED-Hilfe e.V. - Hilfe bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Fuhlsbüttler Str. 401
22309 Hamburg
Telefon: 040/6323740
Telefax: 040/63708994
Email: ced-hilfe@t-online.de
Internet: http://www.ced-hilfe.de


Deutsche Gesundheitshilfe e.V. (DGH)

Hausener Weg 61
60489 Frankfurt/M.
Telefon: 069/780042
Telefax: 069/787700
Email: DGH-Mail@t-online.de
Internet: http://www.dgh-online.de


Deutsche Ileostomie-Colostomie-Urostomievereinigung (ILCO) e.V.

Bundesgeschäftsstelle
Landshuter Str. 30
85356 Freising
Telefon: 08161/934301
Telefax: 08161/934304
Email: info@ilco.de
Internet: http://www.ilco.de


Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung e.V. (DCCV)

Bundesgeschäftsstelle
Paracelsusstr. 15
51375 Leverkusen
Telefon: 0214/87608-0
Telefax: 0214/87608-88
Email: info@dccv.de
Internet: http://www.dccv.de


Deutsche Reizdarm-Selbsthilfe e.V.

Mörikeweg 2
31303 Burgdorf
Telefon: 05136/896106
Telefax: 05136/873662
Email: reizdarm@aol.com
Internet: http://www.reizdarmselbsthilfe.de


Familienhilfe Polyposis coli e.V.

Bundesverband
Kaiserfeld 20
46047 Oberhausen
Telefon: 0208/870408


Gesellschaft für Inkontinenzhilfe e.V. (GHI)

Bundesgeschäftsstelle
Friedrich-Ebert-Str. 124
34119 Kassel
Telefon: 0561/780604
Telefax: 0561/776770
Email: http://www.gih.de
Internet: gih-kassel@t-online.de


Hilfe für inkontinente Personen e.V.

Dr. Karl Gustav Werner
Postfach 111322
40513 Düsseldorf
Telefon: 0211/592127
Telefax: 0211/592494


Magen-Darm-Informationszentrum

Telefon: 069/31 40 53 29


Selbsthilfegruppe Morbus Hirschsprung

Wörthsee
Jägerstraße 12
82237 Wörthsee
Telefon: 08153/89648


Selbsthilfegruppe Morbus Hirschsprung

München
Truderinger Straße 140c
81825 München
Telefon: 089/438268


SOMA e.V.

Junkernweg 16
21641 Apensen
Telefon: 04167/1422


SOMA e.V. - Selbsthilfeorganisation für angebore Mißbildungen des Anus

Elterninitiative für inkontinente Kinder
Stresemannstr. 67
47803 Krefeld
Telefon: 02151/760790


Literaturquellen



Letzte Aktualisierung: 16.07.2014

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Quelle: martens.de

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